Fast 25 Jahre hat sich in der Datenbank-Technologie wenig Spektakuläres getan. MySQL, Oracle und andere relationale (= tabellenbasierte) Datenbank-Systeme galten als gesetzt.
Doch seit ein, zwei Jahren bringt nicht nur die NoSQL-Bewegung (No = Not only) neuen Schwung in den Markt (s. Why NoSQL Matters) und den ein oder anderen Durchbruch, der auch den E-Commerce noch einmal ein gutes Stück voranbringen wird.
Flashspeicher lösen Festplatten ab
Die Datenbank-Revolution macht auch vor den Dickschiffen nicht halt: Nach der Übernahme von Sybase balgen sich SAP und Oracle um die Vorherrschaft auf mobilen Geräten (Stichwort: In-Memory-Database).
Da die neuen Geräte - angefangen von iPhone, iPad & Co. bis hin zu den Netbooks - zunehmend ohne herkömmliche Festplattentechnologie auskommen, entfallen die mechanischen Beschränkungen bei den Datenbankzugriffen: "Das macht den Zugriff 10 000-mal schneller als bisher."
Die Dynamiken des Realtime-Web
Zugleich kämpfen am andere Ende des Spektrums Web 2.0 Startups - von Facebook bis Twitter - mit den Herausforderungen des Realtime-Web (oder besser: Sametime-Web).
Um (Hundert-)Tausende von Nutzer bei Updates gleichzeitg bedienen zu können, nutzen Startups wie Foursquare MongoDB (s. Video). Andere setzen auf CouchDB, Cassandra oder die GraphDB von Sones.
Wer Ordnung hält, ist nur zu faul ...
Der dritte Grund, warum heute auch einfacher strukturierte und damit chaotischere Datenbanksysteme (wieder) eine Chance haben, sind die enormen Fortschritte bei der Suchtechnologie. Aus Performance-Gründen werden die Suchindizes heute ohnehin schon größtenteils in eigene Datenbanken bzw. Datenbankstrukturen ausgelagert.
Experten gehen davon aus, dass auch im Datenbankbereich die Zeit der Alleskönner vorbei ist - und wir künftig unterschiedliche Datenbanksysteme für unterschiedliche Anwendungen sehen werden.Führende E-Commerce-Häuser wie Amazon setzen schon längst auf eigenentwickelte Datenbanklösungen ("Produktwolken am Horizont?"). Spannend wird es, wenn die neuen Datenbanksysteme auch auf die Shopsysteme übergreifen und die Shopper auch sonst nicht mehr das Gefühl haben, sich von einer Datenbankabfrage zur nächsten zu hangeln und (Produkt-)Datensätze in Tabellenform angezeigt zu bekommen (s. Was kommt nach den 'Shop'-Systemen?).
Frühere Beiträge zum Thema:- MongoDB: Warum Etsy und Shutterfly auf neue Datenbanken setzen
- Tech-Debatte: Was kommt nach den 'Shop'-Systemen?
- Shoppingsysteme mit Zukunft: Produktwolken am Horizont?














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