von Matthias Hell
„When you consider that there are potentially dozens if not hundreds of factors that can make your book more (or less) discoverable, desirable and enjoyable, then you realize that you - the author/publisher - have more control over your book's destiny than previously thought.”
Mit der Auswertung von 12 Millionen Buch-Downloads will die Selfpublishing-Plattform Smashwords ihren Autoren Orientierung über die auf dem E-Book-Markt wirksamen Mechanismen geben. Ein Blogeintrag von CEO Mark Coker macht deutlich, dass der Selbstverlag nicht nur eine persönliche Entscheidung der Buchautoren ist, sondern diesen auch wertvolle Tools zur Vermarktung ihrer Werke in die Hand gibt.
Neue Vertriebsmodelle
Screwpulp: Die steigende Anzahl an Selfpublishing-Diensten zwingt neue Markteinsteiger zu einem höheren Maß an Differenzierung. Das Startup Screwpulp kommt dem entgegen, indem es soziale Kanäle in sein Vertriebskonzept integriert, early adopters mit Gratisexemplaren belohnt und ein graduelles Buch-Pricing vorsieht. (Pressemitteilung)
Skoobe: Nicht ganz billig, aber dafür mit einer großen Auswahl – in einem Bericht der NZZ am Sonntag schneidet der von Holtzbrinck und Random House betriebene digitale Buchleihdienst Skoobe vergleichsweise gut ab. Wettbewerber seien entweder zu sehr auf das eigene Angebot beschränkt (Amazons Kindle-Buchausleihe) oder könnten nur ein kleines Sortiment vorweisen (Libreka). (Printausgabe)
24Symbols: Eines der Vorbilder von Skoobe ist der spanische E-Book „Streaming“-Dienst 24Symbols, der gerne als Spotify bzw. Netflix für Bücher bezeichnet wird. Der Einstieg des Distributors für mobile Inhalte Zed soll 24Symbols nun den Zugang zu weltweit rund 200 Mobilfunk-Carriern ermöglichen. (via The Digital Reader)
Neue Erzählformen
DIY Comics: Die populäre Facebook-App Bitstrips ermöglicht es den Nutzern, Avatare im Comic-Stil zu erstellen. Nun können die Avatare auch in personalisierbare Comics eingefügt werden, was jedermann die Möglichkeit eröffnet, zum „Comiczeichner“ zu werden. (via NPR)
Rapid Publishing: Die neuen Publishing-Möglichkeiten verändern nicht nur die Branchenstrukturen, sondern haben auch die Publikationsgeschwindigkeit radikal erhöht. Im Rahmen der Web-Konferenz re:publica verdeutlichte nun der Verlagsdienstleister epubli, welche neuen Formatoptionen sich durch die Instant-Veröffentlichungen ergeben. (via Smart Digits)
Struktureller Wandel
Amazon 1: Mit dem neuen Podcast „Kindle Love Stories“ will Amazon u.a. die Veröffentlichungen seines Romace-Imprints Montlake pushen. Doch soll der Podcast prinzipiell verlagsneutral sein. Und mit der Einbindung von Goodreads-Diskussionsgruppen verdeutlicht Amazon, in welche Richtung die aktivere Rolle des Onlinehändlers im Curation-Umfeld gehen könnte. (via Paid Content)
Amazon 2: Auch den Ausbau seines Hardware-Portfolios treibt Amazon voran: Das Unternehmen hat von Samsung den Screen-Entwickler Liquavista übernommen, dessen Electrowetting-Technologie sich am besten für E-Reader eignet. Amazon könnte es dabei um die Entwicklung farbiger Kindle-Reader gehen. (via The Digital Reader)
Buchhandel im Umbruch
Barnes & Noble: Über den geplanten Abschied von Barnes & Noble aus dem defizitären E-Reader-Geschäft haben wir bereits berichtet. Laut Techcrunch will nun Microsoft, das bereits mit B&N im E-Book-Bereich zusammenarbeitet, die Nook-Sparte für 1 Mrd. Dollar kaufen. Wie Publishing Perspectives meint, könnte eine Übernahme für Microsoft die Möglichkeit bieten, im Tablet-Bereich Anschluss an Apple und Amazon zu halten.
Thalia: Nachdem es für einige Woche keine negativen Nachrichten mehr von Thalia gab, wird nun wieder zurückgebaut: Wie Buchreport meldet, gibt der Filialist seinen 1600qm-Standort in Reutlingen auf. Und in Minden betreibt Thalia statt einer eigenes Geschäfts künftig nur noch die Buchabteilung eines Kaufhauses. (via Börsenblatt)
Unter der Rubrik Buch/Handel 2020 bringen wir jede Woche das Spannendste zu den strukturellen Umbrüchen in der Buchbranche („Buchlos in die Zukunft“).
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