"Heute fragen die Banken bei uns an, ob wir nicht etwas Geld benötigen, weil sie nicht verstehen, wie wir diese Umsatzsteigerungen ohne Fremdkapital realisieren." (Frank Levita, Design 3000)
Durch VC-Kapital hochgezüchtete Überflieger wie Fab.com sind in nichts vergleichbar mit den vielen kleinen, eigenfinanzierten Online-Händlern, die aus sich heraus wachsen und versuchen müssen, ihr Wachstum aus eigener Kraft zu gestalten.
Das zeigen Unternehmen wie Design3000, das 1999 gestartet ist und 2009 bei einem Umsatz von rund 4 Mio. Euro lag. Seitdem hat es seine Umsätze verdoppelt - auf mittlerweile 8 Mio. Euro (2012) nach 5,3 Mio. Euro (2010):
"Wir peilen langfristig 30 bis 40 Mio. Euro Umsatz an. Aktuell liegen wir bei 8 Mio. Euro, bis 15 Mio. Euro sind wir erstmal skalierbar."
Das erklärte Design-3000-Gründer Frank Levita in einem ausführlichen Interview mit dem Fachblatt Möbelkultur (leider nicht online):
- Im Schnitt seien Design-3000-Kunden 36,6 Jahre alt. Drei Viertel der Bestellungen kommen von Frauen, 44% der Besteller haben Kinder.
- 90 Prozent der rund 6.000 Produkte sind auf Lager, 97% der Bestellungen können so innerhalb von 24 Stunden ausgeliefert werden.
Von Venture Capital hält Frank Levita wenig: "Zu schnelles Wachstum halte ich für riskant", sagt er im Interview. Die aktuelle Marktentwicklung hält er für blasenverdächtig.
Auf der K5, unserer jährlichen Wachstumskonferenz für den Online-Handel, vertrat Design3000 neben Blacksocks, Keller Sports, Lubera, Notebooksbilliger und anderen das Segment der eigenfinanzierten Händler, die vornehmlich auf organisches Wachstum setzen. Notebooksbilliger hat sich allerdings seitdem umorientiert und inzwischen ElectronicPartner als strategischen Partner an Bord geholt.
Ein gutes Beispiel, wie weit man eigenfinanziert kommen kann, war in den USA CSN Stores (heute: Wayfair), bis es sich 2011 zu einem Kurswechsel entschlossen hat ("Von SEO zu Branding: Wie Wayfair die Transformation meistert").
Nachtrag: Wer sich für das komplette Interview mit Design 3000 Gründer Frank Levita interessiert, wird hier fündig
Frühere Beiträge zum Thema:
- Oxid Commons: Design 3000 verdoppelt den Umsatz 2008
- Von SEO zu Branding: Wie Wayfair die Transformation meistert
- Fab: Wohin führen $150 Mio. und strategische Narrenfreiheit?




Also interessant wäre nicht Umsatz sondern der Gewinn. Denn wenn man bei 48 festangestellten Mitarbeitern einen Umsatz von 8 Mio EUR hat, dann macht das einen Umsatz pro MA von 166T EUR aus.
Wenn man hier die Ausgaben für den trafficbringenden Umsatz sieht, die Lagerkosten, Produkteinkäufe etc wäre es interessant zu wissen, was hintenraus übrig bleibt.
Kommentiert von: Manuel | 10. Januar 13 um 18:52 Uhr
In Wachstumsphasen spielt der Gewinn eine weitaus geringere Rolle als der Cashflow. Design 3000 schreibt allerdings mittlerweile schwarze Zahlen.
Die Passage aus dem Interview:
"MK: Wann haben Sie begonnen, Geld zu verdienen?
FL: Das haben wir eigentlich bis heute nicht, weil wir ständig reinvestieren. Das ist der Tribut, den wir unserer Wachstumsorientierung zollen müssen. Andererseits ageieren wir völlig autark, kein Fremdkapital, keine Bank, kein externer Berater, die uns reinreden. In diesem Jahr wird Design3000.de erstmals schwarze Zahlen schreiben. Das tut gut, denn ich habe mehrere Jahre lang den Acker bestellt und Dürren und Missernten erlebt. Jetzt können die ersten Früchte der Arbeit eingefahren werden. Das einzige Problem: Wir benötigen jetzt mehr Felder."
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 10. Januar 13 um 19:21 Uhr
Ob das dann die richtige Taktik ist wage ich zu bezweifeln. Wenn Google das Projekt abschießt, dann wars das und dann hat man jahrelang umsonst gearbeitet.
Kommentiert von: Manuel | 10. Januar 13 um 20:38 Uhr
@Manuel
Was ist denn Deiner Meinung nach die richtige Taktik?
Viel Fremdkapital rein pumpen? Wenn es dann Probleme mit Google gäbe, gäbs doch viel größere Probleme da dann die Investoren nervös werden. Wenn aber alles eigenfinanziert ist aus dem Cashflow, dann kann man auch damit leben wenn der Umsatz mal nicht wächst, sondern einfach nur gleich bleibt.
Kommentiert von: Mike | 11. Januar 13 um 09:59 Uhr
Ich bin von den Zahlen auch eher enttäuscht. 10 Jahre Wachstum und dann "nur " 8 Mio.€ Umsatz (bei vermutlich hohen Warenkörben) ist nicht besonders rekordverdächtig. Und dabei auch noch 10 Jahre lang Verluste gemacht, finde ich ohne Fremdkapital auch sehr idealistisch. Ansonsten nettes Projekt und Kontinuität vor Wachstum finde ich auch richtig.
Kommentiert von: Gerald Späth | 11. Januar 13 um 10:10 Uhr
@Mike
Verstehe mich nicht falsch, ich selbst betreibe einen Online shop der siebenstellige Jahresumsätze fährt und bin niemals fremdfinanziert gewesen. Allerdings haben wir auch schon ab dem zweiten Monat schwarze Zahlen geschrieben und dies ist bereits 6 Jahre her. Wir sind seitdem auch kontinuierlich gewachsen und haben zwar auch viel Geld reinvestiert, dabei aber auch immer unseren Gewinn weiter maximieren können.
Ich will damit nur sagen, dass wenn man so lange am Markt ist und jetzt gerade mal anfängt Geld zu verdienen, man entweder was verkehrt gemacht hat oder vielleicht anfangs doch Fremdkapital hätte aufnehmen müssen, um den ROI zu erreichen.
@Jochen
Wachstumsphase? Die sind seit 1999 am Markt...
Kommentiert von: Manuel | 11. Januar 13 um 10:46 Uhr
@Manuel,
ich glaube das liegt auch an deren Marktsegment. Nur weil es eCommerce ist und eCommerce wächst, heisst das ja nicht das Designer Objekte von Anfang an im Internet gut gehen.
Das fängt ja gerade erst an. Man könnte auch sagen, dass Design 3000 10 Jahre zu früh gestartet ist.
Ich weiss ja nicht was Du verkaufst aber wenn du irgend etwas Commodity mässiges (Foro, Computer, Bücher etc) verkaufst ist es klar, weil gut vergleichbare Produkte mit klaren Produktfeatures leichter anzubieten sind, als eher obskure Dinge wie Designerstücke.
Das wäre so meine Vermutung.
Allerdings weiss ich auch nicht warum jeden eCommerce Laden mit VC Geld aufblasen muss. Ich habe die Initialvermutung des persistenten Netzwerkeffekts der für Amazon und eBay gelten soll nicht so ganz akzeptiert.
Meiner Meinung nach macht Amazon einfach nur einiges ziemlich gut und konsequent, und mich ist zum Beispiel die Liefergeschwindigkeit und die Rückwärtslogistik der Hauptgrund warum ich Amazon benutze. Das haben viele nicht verstanden. Otto ist da im Vergleich lahm wie eine Ente....ich hatte da mal was bestellt, und irgendwie hat mich Otto an eine Behörde erinnert.
Das Öffnen des Marktplatzes für andere war eine brilliante Idee, andere haben da einfach zu viel Angst, dass ihnen jemanden Geschäft wegnimmt.
Kommentiert von: Stephan Fröde | 11. Januar 13 um 12:23 Uhr
@Stephan
Wenn dem so wäre wie du schreibst, dann hat man jahrelang auf das falsche Pferd (Prdoukte) gesetzt. Das ist dann genauso schlimm...
Ich selbst bin im Möbelbereich tätig und dort sind die Produkte nicht sonderlich gut vergleichbar, was uns enorm hilft. Jeder Bereich hat seine Vor- und Nachteile, bei uns ist es die fehlende Haptik die uns niedrige Conversion Rates im Gegensatz zu Shops mit anderen Produkten beschert. Allerdings liegt unser Warenkorb mit über 900€ im Schnitt auch um ein x-faches höher als im Bereich indem z.B. design3000.de tätig ist.
Kommentiert von: Manuel | 11. Januar 13 um 12:36 Uhr
"In diesem Jahr wird Design3000.de erstmals schwarze Zahlen schreiben"
Den Satz sollte man nicht falsch interpretieren. Eine Firma die nach vielen Jahren noch ohne Kredite und Fremdkapital auskommt, wird auch nie wirklich Verlust gemacht haben. Eher wird die Jahre davor jeder Euro sofort investiert wurden sein, dass am Ende des Geschäftsjahres immer +-0 endete.
Kommentiert von: Peter | 11. Januar 13 um 14:08 Uhr
@Manuel
2006 gabs aber nochmal eine Art Restart. Erst seitdem wachsen sie so richtig.
Das komplette Interview gibts jetzt auch nochmal als PDF, dann wird vielleicht einiges klarer: http://www.excitingcommerce.de/2013/01/design-3000-interview-mit-frank-levita.html
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 11. Januar 13 um 14:08 Uhr
Sehr schön zu lesen, dass es noch ganz normal denkende und erfolgreiche eCommerce-Unternehmen gibt, die nicht VC-getrieben den Megahype verbreiten und dann bombastisch platzen.
Ich wüsste auch nicht, warum man das so interpretieren muss, dass dort "jahrelang auf das falsche Pferd" gesetzt wurde. Nein, sie haben etwas frühzeitig erkannt, sind am Ball geblieben, sich den Widrigkeiten wiedersetzt und fahren nun die Ernte dafür ein. Das mag man zwar in gewissen Kreisen als langweilig empfinden, aber solch eine Denke würde der ganzen Branche gut tun. Außer natürlich denjenigen, denen ein nachhaltiger Unternehmensaufbau egal ist.
Design3000 wünsche ich noch ein ganz langes Leben und viele schwarze Zahlen.
Kommentiert von: Andreas Frank | 11. Januar 13 um 14:37 Uhr
@Andreas
Auch du versteh mich bitte nicht falsch. Ich bin absolut kein Freund von diesen aufgepumpten Buden, die außer Umsatz nur heiße Luft produzieren. Wie bereits geschrieben beschreiten wir genau den gleichen Weg wie Design3000 und auch ich wünsche mir, das es für die steil nach oeben geht.
Doch Fakt ist doch: Was passiert wenn jetzt Google das Projekt abschießt? Nur von SEM werden die nicht leben bzw. profitabel arbeiten können. Und ich behaupte, das so ein Abschuss von Google nicht eine Umsatzstagnation verursachen würde, sondern ein finanzielles Desaster und das Aus der Firma. Selbiges Umsatzproblem hätte die Firma natürlich auch, wenn sie sich jemanden ins Boot geholt hätten, klar. Aber der große Unterschied ist doch, dass die Geschäftsführer hier das komplette Ausfallrisiko selbst tragen und finanziell ruiniert wären, wenn das passieren sollte.
Wenn sie aber rechtzeitig Fremdkapital für eine Beteiligung an der Firma ins Boot geholt hätten, wären diese Existenzängste minimiert und das Ausfallrisiko würde sich verteilen.
Ein weiterer Vorteil von Fremdkapital ist es natürlich auch, dass man damit schneller eine Marke aufbauen kann und sich somit etwas von der Googleabhängigkeit lösen kann. Gleichzeitig minimiert das Branding auch die Gefahr des Totalabsturzes in den Google-Serps und unterstützt das Seo.
Mein persönliches Vorbild sind dabei Firmen wie Internetstores oder notebooksbilliger.de die auch organisch aus sich selbst profitabel gewachsen sind, dann aber den Zeichen der Zeit erkannt haben und sich Fremdkapital und Beteiligungen ins Haus geholt haben.
Kommentiert von: Manuel | 11. Januar 13 um 15:19 Uhr
Ich weiß nicht, wie man das "Ernte einfahren" verstehen soll. Für mich ist jedes Jahr mehr oder weniger ein eigener Zeitraum mit seinen saisonalen Schwankungen. Personal-, Marketing-, Softwarekosten sind irgendwie jedes Jahr. Und an feste Stammkunden glaube ich nicht. Dafür sind Kunden einfach zu untreu. Also jedes Jahr etwas Plus machen wäre mir lieber als auf das große Erntejahr zu warten.
Kommentiert von: Alex | 11. Januar 13 um 15:19 Uhr
@Manuel Bitte beachten: Mit Fremdkapital sind Bankkredite, etc. gemeint, d.h. Design 3000 hat weder Bankschulden noch externe Kapitalgeber an Bord.
Außerdem betont Frank Levita im Interview, dass ihr Marketing genau nicht auf Google gemünzt ist, sondern dass sie zum Beispiel sehr erfolgreich mit Werbung auf Lebensmittelverpackungen unterwegs sind, zur Kundenbindung Payback einsetzen, etc.
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 11. Januar 13 um 15:29 Uhr
@Jochen
Okay, ich meinte mit Fremdkapital eher VC oder BA die sich an der Firma beteiligen. War dann eine falsche Begrifflichkeit von mir.
Ich behaupte einmal, das deren Primätumsatz aus deren Ergebnissen bzw. der positiven Entwicklung im SEO liegen. Siehe Entwicklung der Sichtbarkeit.
Natürlich haben die auch andere Quellen wie die von dir genannten, Facebook etc, aber ich bin mir aus eigener Erfahrung sehr sicher, dass die ohne SEO nicht profitabel arbeiten würden. Das können die wenigsten Online Shops, die kein bekanntes Brand sind. Dazu sind die Ausgaben für SEM zu stark gestiegen, die Konkurrenz zu groß geworden und der User zu preissensibel und "verwöhnt".
Kommentiert von: Manuel | 11. Januar 13 um 16:43 Uhr
Mal eine ganz andere Frage. Was wäre Design3000 denn überhaupt wert, wenn man bei sagen wir mal, 8 Mio Euro Umsatz, 500.000 Euro Jahresgewinn nach Steuern hätte. Wie wird sowas bewertet?
Kommentiert von: Rudi | 11. Januar 13 um 17:44 Uhr
Finde ich gut, dass ein Beitrag über ein kleineres Ecommerceunternehmen eine so lebhafte und facettenreiche Diskussion auslöst. Gerne mehr davon!!!
Design 3000 kann man nur wünschen, dass die Zahlen 2011 und 2012 endlich schwarz waren. Der letzte JA im Bundesanzeiger aus 2010 zeigt ein gezeichnetes Kapital von 300 TEUR und ein negatives Eigenkapital von 344 TEUR, also wurden bis dahin schon mal 644 TEUR verbrannt und die müssen irgendwo herkommen. Dann müssen die Verbindlichkeiten irgendwie abgesichert sein, denn bei so einer Bilanz winkt jeder Warenkreditversicherer ab.
Wenn das alles ohne fremdes Geld gemacht wurde, dann hat wahrscheinlich Herr Levita das aus seiner Privatschatulle finanziert und der Betrag dürfte dann auch > 1 Mio sein. Sehr mutig und hoffentlich bald von Erfolg gekrönt.
Kommentiert von: Rainer | 11. Januar 13 um 17:49 Uhr
@Rudi üblich ist das 10-fache des Gewinns. Wer allerdings gut ist, erzielt erheblich mehr - siehe Blue Tomato, einer der Top-Exits der letzten Jahre: http://www.excitingcommerce.de/2012/06/blue-tomato-zumiez.html
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 11. Januar 13 um 19:16 Uhr
Vielen Dank für die Info!
Dann versteh ich allerdings nicht, wie solche Bewertungen wie bei Zalando und so weiter zu stande kommen, die niemals Gewinne gemacht haben. Das schreit doch alles noch einer 2.0 Internet-Bubble! Man hat anscheinend aus der Vergangenheit nichts gelernt, der größte Fehler der Menschheit.
Kommentiert von: Rudi | 11. Januar 13 um 23:38 Uhr
Um es mit den Worten von Oli S. zu sagen: "Because only number one can raise unbelievable money at unbelievable valuations." Und wo er recht hat, hat er recht: http://www.excitingcommerce.de/2011/12/unbelievable.html
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 12. Januar 13 um 00:08 Uhr
Traurig, oder ?
Das hat mit werthaltiger Arbeit nichts mehr zu tun. Ein Schlag ins Gesicht für jeden ehrlichen Arbeiter und jedes nachhaltige Unternehmen. Leider scheint die Zeit wieder angebrochen zu sein, wo nur das stumpfe Kapital entscheidet.
Internet Bubble, willkommen zurück.
Kommentiert von: Rudi | 12. Januar 13 um 00:22 Uhr
Sehe ich nicht so. Preise und Bewertungen sind eben relativ. In der Not bzw. in der entsprechenden Stimmung bin ich bereit, mehr zu bezahlen - eine Mass Bier kostet beim Discounter auch einen Bruchteil von dem, was sie auf der Wiesn kostet. Für einen Porsche zahle ich auch um ein Vielfaches mehr als was ich für einen Golf zahle, obwohl der reine Materialwert ähnlich ist.
Eine Bubble wäre eine Bubble, wenn niemand wüsste, dass die Preise (zu) hoch sind. Aber da die Bubble ja dauernd beschworen wird, sind sich offenbar alle bewusst, dass die Preise mancher Unternehmen überteuert sind. Entsprechend kann es (noch) keine Bubble sein ;-)
Es haben sich einfach zwei Klassen von Unternehmen herausgebildet. Die einen werden anhand der Substanz bewertet, die anderen anhand ihres Potenzials. Das eine sollte man mE nicht mit dem anderen vergleichen.
In einer Bubble wären wir dann, wenn für ein im positiven Sinne solides Unternehmen wie Design 3000 Phantasiepreise bezahlt würden oder ein Mirapodo ähnliche Bewertungen erreichen könnte wie ein Zalando. Davon sind wir aber noch weit entfernt.
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 12. Januar 13 um 00:58 Uhr
Von welcher Not redest du ? Ich glaube jedes Unternehmen, welches z.B. 10 Mio für ein Unternehmen zahlt, welches aktuell 1 Mio Gewinn macht (und das ist der beste Fall), könnte das Unternehmen locker selbst für einen Vruchteil des Invests aufbauen. Daher sehe ich keinerlei Not unbedingt und vollkommen überteuert etwas aufzukaufen.
Naja eine Bubble zu ignorieren nur weil jeder dadrüber spricht, macht wenig Sinn bzw. verharmlost das Problem. Es zeigt eher, das immer mehr Leute glauben, dass viele Bewertungen völliger Humbug sind. Schau dir mal die Kurse der ganzen Internetfirmen (Groupon, Zynga etc) an, die in letzter Zeit an die Börse gegangen sind. Solche Kursverläufe erinnern sehr stark an den neuen Markt und die ganzen Internethypefirmen Anfang des Jahrtausends.
Zwei Klassen, ah ja. Also einmal die Klasse, die Gewinne erwirtschaftet und die dann mit dem 10fachen dieser bewertet wird (Willkommen in der Realwirtschaft) und der zweiten Klasse, die keine Gewinne macht, aber x-mal mehr Geld bekommt, weil sie eventuell mal was werden können und Potential haben?
Dann sage ich ganz klar, dass die Unternehmen der ersten Klasse das Zeug haben wirklich mal wirtschaftlich relevant zu sein und die Unternehmen der zweiten Klasse zu 90% und mehr zu Luftnummern verdammt sind.
Und dann wären wir wieder bei der Bubble 2.0, denn die Unternehmen der zweiten Klasse ziehen das Gesamtbild aller Internetfirmen wieder auf ein Hype-Niveau von 2001.
Ich hoffe inständig, dass wir diesen Gesamteindruck unserer Branche nicht mit den gleichen Fehlern wie damals in den Dreck ziehen. Denn das wäre gegenüber den wirklich solide arbeitenden Online Firmen nicht gerecht.
Kommentiert von: Rudi | 12. Januar 13 um 01:27 Uhr
Ich rede von der Not des Käufers, der bereit ist, solche Preise zu zahlen.
Ansonsten gehts mir nicht um Verharmlosung, sondern um Differenzierung. Warum für ein Zalando, ein Groupon, ein Zynga etc., alles Marktführer in ihrem Segment, andere Regeln/Bewertungen gelten als für ein Design 3000, etc. habe ich versucht darzustellen.
Und wenn man sich die Exits der letzten Wochen ansieht (Qype an Yelp, Netmoms an TomorrowFocus, Platinnetz an Feierabend, etc.), sind die alle mal gerade so verkauft worden.
Einzig Expedia hat für Trivago ordentlich hingelegt, aus der Not, da sich vorher Priceline Kayak geschnappt hat.
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 12. Januar 13 um 01:51 Uhr
@Manuel: lüfte doch Dein Geheimnis - in welchem Unternehmen arbeitest Du?
Kommentiert von: Elmar | 12. Januar 13 um 07:08 Uhr
@Jochen
Ich glaube, das ist auch vielfach eine "eingebildete" oder "suggerierte" Not. Frei nach dem Motto: "der wächst schneller als ich oder übernimmt den oder den, jetzt muss ich auch was kaufen.."
In den meisten Fällen wird dann bei den Deals 90% Goodwill bezahlt, oder wie bewertet man ein Geschäft, was aus abgeschriebener Hardware und aus ein paar Brains besteht, die frei sind wie die Vögel und sofort weiterziehen können, wenn irgendwas nicht mehr cool ist?
Ich gebe Dir recht, so lange die VCs damit unter sich bleiben und sich ihre Retorten-Babys gegenseitig hin und her verkaufen, ist das alles fein, bzw. sogar besser für die Gesamtwirtschaft, als wenn sich das Geld irgendwo in der Schweiz oder einer karibischen Insel stapelt. Schwierig wird es erst dann, wenn der Sparkassen-Betrater das arglosen Bürgern als Altersvorsorge verkauft, da sollte man dann wirklich aufpassen.
Ansonsten bewundere ich beide Modelle, das der Samwers und auch das von Design3000. Erfolgreich sind sie beide, nur eben auf eine andere Art.
Kommentiert von: CF | 12. Januar 13 um 09:24 Uhr
@Elmar
Wieso sollte ich?
@CF
Vergleich mal die Bankkonten der Samwers, des Herrn Köhlers und dann das von Herrn Livita und überleg nochmal wer wie erfolgreich war.
Hört sich plump an, aber es geht ja hier nur um den monetären Erfolg der Geschäftsmodelle.
Und wenn den Samwers was um die Ohren fliegt weil Google sie nicht mehr mag, haben die dennoch ihre Schafe längst im Trockenen (Thema unternehmerisches Risiko).
Kommentiert von: Manuel | 12. Januar 13 um 10:07 Uhr
Man kann den Unternehmern/ Machern von Design 3000 nur gratulieren. Auf 10 Jahre nachhaltiges organisches Wachstum können wohl die wenigsten puren Online-Player zurückblicken. Das ist kein Glück, das ist Unternehmertum. Wenn ich den Blick in Richtung vieler zu 100% VC-finanzierten Startups wende, läuft es mir im Vergleich dazu häufig kalt den Rücken runter. Die Geschäftsmodelle scheinen meist noch in Ordnung, das Team motoviert und entsprechend dem Alter und Erfahrung kompetent, Wachstum und Potentiale gut (sonst gibt’s ohnehin kein Geld ;). Aber: Wie viele schaffen es überhaupt in die nächste Finanzierungsrunde und wer soll dieser 100te Startups später zu guten Bewertungen kaufen?
Kommentiert von: Thomas Neye | 12. Januar 13 um 12:27 Uhr
Solch einen "alten" Online Shop mit Start Ups zu vergleichen, hinkt schon gewaltig.
Gratulation zu Wachstum, ahja. Doch was bringt das, wenn du keine oder kaum Gewinne in der Zeit gemacht hast und Google dich dann abstraft ? Dann hast du werthaltig 10 Jahre für einen Appel und ein Ei gearbeitet, herzlichen Glückwunsch.
So lange man als Trafficquelle von Google abhängig ist, sollte man sich ernsthaft überlegen, was passiert, wenn diese Trafficquelle von einen auf den anderen Tag wegbricht.
Kommentiert von: Manuel | 12. Januar 13 um 12:37 Uhr
@Manuel Kann es sein, dass Du eine Google-Phobie hast? :-)
Die Samwers z.B. wird Google ganz sicher nicht "abstrafen" bei den Mio-Beträgen, die die an Google überweisen.
Der grösste Teil der VC-gepimpten Startups wird auch nicht nachhaltig überleben, aber wie gesagt, solange da nur das Geld von Leuten verbraten wird, die sowieso nichts besseres damit anzufangen wissen, ist das mehr als gesund.
Kommentiert von: CF | 12. Januar 13 um 12:52 Uhr
Erstaunlich (und erfreulich!), welch kontroverse Diskussion ein Beitrag über so ein kleines Unternehmen wie das unsere auslöst.
Als Gesellschafter von design3000.de und Mitbegründer des "Neustarts" 2006 möchte ich an dieser Stelle mal kurz anmerken, dass es schlicht einen Heidenspaß macht, in einem Unternehmen gestaltend mitzuwirken, das nachhaltig in (relativ) kleinen, aber wie ich finde doch beachtlichen Schritten wächst. Was man dagegen so zum Thema Arbeitsklima bei den Zalandos dieser Welt hört... Der Spirit und die Nachhaltigkeit ist mir da wichtiger, als zig Mio. VC und heuschreckenartige "Markteroberung".
Natürlich beobachten wir die "Großen", die in letzter Zeit beginnen, unser Segment zu beackern und sind nicht blind für die Gefahr, mal eben von rechts überholt zu werden. Ich glaube aber, wir haben den Vorteil, die Branche und das Business von der Pike auf zu kennen und so eine über die Jahre gewachsene Kombination aus Erfahrung, Know How und Gespür kann man sich nicht mal eben so "zusammenkaufen".
@Manuel: Die von Dir vermutete Abhängigkeit von den SERPs ist übrigens durchaus nicht so dramatisch. Der größte Teil des Umsatzes kommt aus Direkteinstiegen. Ich sehe auch gar keinen Grund dafür, dass Google uns abstrafen sollte. Schließlich überweisen wir denen auch jeden Monat Geld :-)
Kommentiert von: Dirk | 12. Januar 13 um 13:13 Uhr
;-) ich glaube auch das eine werteorientierte Unternehmungsführung extrem wichtig ist, denn am Ende arbeiten wir wir alle ja nicht NUR für Geld. Wer morgens motiviert und froh an seinen Arbeitsplatz kommt und Abends sagen kann "das hat heute Spass gemacht", der hat einen grossen Wert für sich und seine Mitarbeiter, Kunden, Partner... geschaffen.
Kommentiert von: Torsten | 12. Januar 13 um 13:43 Uhr
@CF
Die habe ich durchaus, denn ich habe sehr viele Unternehmen und Selbstständige in 2012 gesehen, die jahrelang stabile Umsätze durch die organischen Ergebnisse von Google gefahren haben und nun insolvent und teils sogar privatinsolvent sind, weil sie entweder von Google im SEO abgestraft wurden oder Google deren Geschäftsmodell einfach die Grundlage entzogen hat.
Als Beispiele seien hier die Google Flugsuche, der Google Autoversicherungsvergleich und der Google Knowledge Graph genannt. Also nächster Punkt wird Google Shopping in wenigen Wochen kostenpflichtig und auch das werden viele Onliner spüren.
Als sehr interessante Quelle möchte ich da auf folgenden Artikel und den dazugehörigen Kommentare verweisen: http://pip.net/monopoly
Es ist doch einfach so, dass kaum ein Unternehmen, welches ein Online Business betreibt unabhängig von Google ist. Da sind Firmen wie Facebook doch eher schon die Seltenheit anstatt die Regel.
Mich würde gerne einmal interessieren, wieviel Gewinn die ganzen Online Shops noch ohne Google Traffic machen würden. Selbst die großen Brands wie Otto, Baur, Zalando und Co. (die sicherlich viel Direct Trafic haben) würden eine Abstinenz in den Serps wohl kaum lange überleben.
@Dirk
Spaß an der Arbeit ist ein sehr wichtiger Faktor und ich glaube dir aufs Wort, dass du bzw. ihr den habt! Nur hört der Spaß auf, wenn das Geldverdienen ausbleibt. Und ich glaube dir, dass ihr bekannt seit und auch einen großen Anteil an Type Ins habt, dennoch kann ich mir schwer vorstellen, dass ihr ohne Google Traffic weiterhin schwarze Zahlen schreiben würdet.
Schön wäre es, wenn einen das Überweisen an Google vor Strafen und Sanktionen schützen würden ;) Beispiele wie z.B. moebel.de, die einer der größten Adwordskunden waren und dennoch massiv in den Serps unter die Räder gekommen sind, zeigen das dies leider ein Wunschdenken ist.
Kommentiert von: Manuel | 12. Januar 13 um 14:09 Uhr
Wir sind völlig unabhängig von Google, und haben sehr geringe Googleausgaben (welche wir auf 0 fahren könnten).
Google ist doch am Ende nur ein Neukundenkanal... Den Aufbau einer eigenen nachhaltigen Kundenbeziehung und Kundenbindung haben leider viele Unternehmen komplett verschlafen und schlafen und schlafen...Google freuts und mich erinnert es manchmal an "und täglich grüsst das Murmeltier".
Kommentiert von: Torsten | 12. Januar 13 um 14:35 Uhr
@CF
Noch ein kurzer Nachtrag zu der genannten "Google Paranoia". Das Thema hat mich eben einfach nicht losgelassen ;)
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/eu-kommission-google-soll-suchergebnisse-anders-darstellen-a-876912.html
Schau dir mal die Kommentare dazu an.
Das Fazit der Kommentare ist doch, dass der User nur den Nutzen für sich (und dies zurecht) sieht und nicht die Gefahr (Google zerstört dadurch dutzende Geschäftsmodelle und Firmen) die dahinter steht.
Weiteres Thema, Stichwort Leistungsschutzrecht:
http://www.faz.net/aktuell/politik/leistungsschutzrecht-google-imperialismus-11975000.html
Diese Liste läßt sich endlos erweitern. Es ist also Mitnichten eine Google Paranoia, sondern es ist einfach naiv zu denken, dass Google nicht weiter nach und nach "skrupellos" die eigenen Interessen und Produkte voran treiben wird. Das wurde eigentlich von Google auch bereits bestätigt, denn Google denkt in ganz anderen Maßstäben als wir Kleine das tun. Die haben die Version das allwissenend Internet zu sein und dem User immer das Bestmögliche zu präsentieren. Dabei wird nicht nach rechts oder links geschaut, wie bei so vielen alten Visionen auch.
Dabei möchte ich aber auch klar zu bedenken geben, dass Google nicht überall so mächtig und ein Quasi-Monoplist ist wie in Deutschland und der EU. Wenn man sich die Marktanteile von Google in den USA, Russland, China und Co anschaut, dann sieht man, dass eigentlich nur die EU dieses große Problem mit dem Monopolriesen haben. Hier ist Google doch mittlerwele bereits das Synonym für Internet.
Sorry wenn ich so abschweife und sicherlich nicht alles zum Thema dieses Threads passt, aber ich denke, dass solch eine Diskussion ruhig öffentlich geführt werden sollte und hoffe, dass niemand (primär seitens Design3000 und Jochen) etwas dagegen hat. Falls doch, einfach was sagen und ich bin ruhig :)
Kommentiert von: Manuel | 12. Januar 13 um 14:36 Uhr
Ach ja :-)
http://success.adobe.com/assets/de/downloads/whitepaper/13926.digital_index_loyal_shoppers_report_de.pdf
Kommentiert von: Torsten | 12. Januar 13 um 14:38 Uhr
Danke @Dirk
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 12. Januar 13 um 14:54 Uhr
@Torsten
Dann differenziere meine Aussagen bitte auf B2C Online Shops. Ihr, Facebook, Paypal, Ebay, BMW usw. seit damit natürlich nicht gemeint ;)
Google ist zwar primär ein Neukundenkanal, aber ohne das jemand Neukunde war, kann er schwer Stammkunde werden. Und dann darfst du auch nicht vergessen, das sehr viel Online Shops auf einen steten Strom von Neukunden angewiesen sind, weil sie keine Konsumgüter verkaufen und somit von einem anderen Verhältnis von Stamm- zu Neukunden abhängig sind als Firmen wie Amazon, Zalando und Co.
Kommentiert von: Manuel | 12. Januar 13 um 16:55 Uhr
Hier nur mal ein Ausblick , was dieses Jahr noch aus dailydeal wird..,,
https://www.youtube.com/watch?v=dQFDRaKvcvQ&feature=player_embedded,
Nächster Schritt ist dann das Anzeigen der eigen " daily offers" bei der Suche.
Kommentiert von: Holger | 12. Januar 13 um 18:15 Uhr
@manuel
Natürlich haben die Shops, Plattformen, Marketplaces unterschiedliche Anforderungen und unterschiedliche Kundenströme...
Was mir jedoch seit Jahren auffällt, ist eine völlig einseitige Konzentrierung von Shops auf Neukunden. Die Gutscheinthematik ist da nur eine (inzwischen teiweise schon fast selbstzerstörerische) Ausprägung. War z.B. neulich bei einem Shopbetreiber, der sich über das "Übel" der Gutscheinpublisher beschwerte aber auf seiner Bestellabschlussseite ein Feld für die Gutscheineingabe anbietet!?
Kommentiert von: Torsten | 12. Januar 13 um 19:06 Uhr
@Manuel
danke Dir für den, http://pip.net/monopoly
Hatte ich mal vor Weihnachten kurz angelesen und wieder vergessen...
Seine Sichtbarkeit bzw. seine Kundengewinnung rein über Google laufen zu lassen ist sicher auch abhängig vom Geschäftsmodell.
Wenn Du ein VC getriebenes und auf schnellen persönlichen Exit angelegtes Geschäftsmodell hast, ok.
Aber es gibt auch andere eCommerce gestützte Geschäftsmodelle auch ohne die starke Abhängigkeit von Google.
Nur zwei kleine Beispiele, Etsy, DaWanda und die dortigen Shopbetreiber.
Und es müssen nicht immer die großen Summen gedreht werden.
Ein wenig mehr Bescheidenheit und Basics sind auch ok, 2008 ist erst 4 Jahre her.
Es gibt viele neue kleine Labels/Startups die unabhängig von Google aber mit Hilfe des Internet/eCommerce ihr Business aufziehen.
Kommentiert von: Michael | 12. Januar 13 um 19:13 Uhr
@Michael
Ich glaube kaum, das z.B. ein Dawanda ohne Seo da wäre wo sie jetzt sind. Die Sichtbarkeit ist gigantsich und die Firma macht in diese Richtung natürlich auch sehr viel bzw. läßt es durch die Shopbetreiber machen: http://de.dawanda.com/topic/5317/9802553
Allerdings ist Dawanda eine der wenigen wirklich innovativen Marktplätze, die funktionieren und ihre Abhängigkeit von Google erfolgreich minimiert haben.
Btw: Auch Dawanda ist den Weg der externen Investoren (Holtzbrinck Ventures, Spreadshirt, Vorwerk etc) gegangen, was meiner Meinung nach auch der richtige Weg war.
http://www.gruenderszene.de/datenbank/unternehmen/dawanda
Kommentiert von: Manuel | 12. Januar 13 um 20:50 Uhr
@Thorsten:
"Den Aufbau einer eigenen nachhaltigen Kundenbeziehung und Kundenbindung haben leider viele Unternehmen komplett verschlafen und schlafen und schlafen... "
Ein wahres Wort, gelassen ausgesprochen - aus meiner Sicht eines der, wenn nicht DAS wichtigste Thema für 2013.
Kommentiert von: Dirk | 12. Januar 13 um 21:13 Uhr
Design3000 verkauft doch überwiegend Produkte, nach denen niemand googelt. Haussegen, eine Tüte Licht, Kapitalistensparschwein, etc. Solche Dinge findet man ja eher beim Rumstöbern und hat vorher keine konkrete Kaufabsicht. Lediglich auf allgemeine Keywords wie Geschenkartikel, Gadgets, Mitbringsel könnte Design3000 optimieren, aber das wird nicht Trafficquelle Nr.1 sein. Effektiv ist sicherlich auch Offlinewerbung wie z.B. Produkt-PR in Frauenzeitschriften.
Kommentiert von: Steffen | 12. Januar 13 um 21:22 Uhr
@Steffen
Sorry, aber das ist quatsch. Schau dir bei Sistrix oder Searchmetrix mal an zu welchen Topkeys wie Design-3000 in den Top5 bei Google rankt.
Das sind alles hochrelevante Keys wie: Geschenke, Weihnachtsgeschenke, Hochzeitsgeschenke usw.
Kommentiert von: Manuel | 12. Januar 13 um 21:56 Uhr
Das Design3000 keinen Gewinn macht, ist doch gar nicht so relevant. Interessant wäre dann zu wissen was die Geschäftsführer und Gesellschafter im Jahr verdienen. Schließlig wird es sehr oft gemacht das man den Gewinn möglichst niedrig hält, damit nicht so viel Kapitalertragssteuer und Gewerbesteuer gezahlt wird. Stattdessen wird das Gehalt entsprechend der Situation angepaßt und die Reinvestitionen entsprechend gesteuert.
Kommentiert von: Mike | 13. Januar 13 um 10:48 Uhr
@Mike
Das ist absolut korrekt und kenne ich auch die Gehälter der Geschäftsführer und Gesellschafter nicht. Jedoch kann ich es mir aus eigener Erfahrung nicht vorstellen, dass die Geschäftsführer und Gesellschafter sich ein fürstliches Gehalt auszahlen, wenn sie im Wachstum sind und bis vor kurzem noch nicht in der Gewinnzone waren. Dies würde auch der Aussage des Geschäftsführers aus dem Interview widersprechen.
Auszug:
möbel kultur: Wann haben Sie begonnen,
Geld zu verdienen?
Frank Levita: "Das haben wir eigentlich
bis heute noch nicht, weil wir ständig reinvestieren.
Das ist der Tribut, den wir unserer
Wachstumsorientierung zollen
müssen."
Daher halte ich es für unwahrscheinlich, dass extrem hohe Gehälter geflossen sind.
Kommentiert von: Manuel | 13. Januar 13 um 11:20 Uhr
@ Manuel
Dirk von Design3000 hat es richtig beschrieben Kundenbeziehung,...
Und Design3000 verkauft Produkte die eben nicht jeder hat, bzw. verkauft.
Wer im Jahr 2013 ein ecommerce Business aufbaut und meint Google oder SEO sei das Allheilmittel, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit scheitern.
Und wer im Jahr 2013 anfängt austauschbare Konsumgüter wie Schuhe/Fashion, weiße Ware oder Elektrokram, u.s.w. zu verkaufen wird scheitern.
1-2 Amazon, ebay, zalando reichen vollkommen.
60-70% der Onlineshops sind überflüssig.
Kommentiert von: Michael | 13. Januar 13 um 13:08 Uhr
@Michael
Manuel: Und Design3000 verkauft Produkte die eben nicht jeder hat, bzw. verkauft.
Genau das ist der Grund, warum Google Suggest in den Top 10 zu Design3000 Begriffe wie: "Design3000 Alternative" und "Design3000 ähnliche Seite" hat.
Daran siehst du schon wie weit es um die Kundentreue bestellt ist.
Sicherlich ist Kundenbindung extrem wichtig, besonders für einen Shop wie Design3000. Dennoch wird der Kunde bei Amazon kaufen, wenn er dort das gleiche Produkt für einen Euro weniger findet. So ist es nunmal, Kundentreue hin oder her.
Manuel: Und wer im Jahr 2013 anfängt austauschbare Konsumgüter wie Schuhe/Fashion, weiße Ware oder Elektrokram, u.s.w. zu verkaufen wird scheitern.
Das ist viel zu pauschal und trifft nicht zu. In jedem Bereich ist es weiterhin möglich profitabel zu arbeiten, wenn man es richtig angeht oder vielleicht nur eine Nische beackert. Die Möglichkeiten sind da mannigfaltig.
Wenn dem so wäre wie du schreibst, dann würde sich das Internet und der E-Commerce nicht mehr weiterentwickeln und das wäre doch sehr schade.
Manuel:60-70% der Onlineshops sind überflüssig.
Unter anderem aus diesem Grund entstand diese Diskussion, das man eben nicht zu den 60-70% der Onlineshops gehört, die hinten runter fallen und zum Schluss mit leeren Händen dasteht.
Kommentiert von: Manuel | 13. Januar 13 um 13:33 Uhr
>> @Steffen: "Design3000 verkauft doch überwiegend Produkte, nach denen niemand googelt ... das wird nicht Trafficquelle Nr.1 sein."
> @Manuel: "Sorry, aber das ist quatsch."
In unserem Fall liegt Steffen da schon ganz richtig. Der Umsatz-Anteil aus generischen Suchanfragen (Produktnamen, Kategorien sowie die oben genannten Keywords "Geschenke" etc.) ist bei uns tatsächlich verhältnismäßig gering.
Das ist ja gerade auch ein Teil der beschriebenen Nachhaltigkeit: Ein gesunder Mix aus SEA, SEO, Affiliate, individueller Kooperationen und, ja, durchaus auch klassischer PR -- zunehmend in Verbindung mit einem Fokus auf Kundenbindung und -entwicklung.
Kommentiert von: Dirk | 13. Januar 13 um 13:35 Uhr
"Dennoch wird der Kunde bei Amazon kaufen, wenn er dort das gleiche Produkt für einen Euro weniger findet. So ist es nunmal, Kundentreue hin oder her." [Manuel]
Wir sind der lebende Beweis dafür, dass das nicht zutrifft, sofern man sich z. B. durch ein besonderes Sortiment, überraschend guten (Kunden-) Service und emotionale Ansprache / Aufbereitung des Contents von Amazon abhebt.
Wir halten uns grundsätzlich an die empfohlenen VKs der Hersteller, stehen damit ziemlich alleine da und trotzdem bestellt hin und wieder mal ;) ein Kunde bei uns.
Kommentiert von: Dirk | 13. Januar 13 um 14:03 Uhr
Ihr solltet bei euren Spekulationen bedenken, dass es modus operandi bei Kaufleuten ist,sich möglichst arm zu rechnen. Würde man rumposaunen,wie viel Geld in einer Nische zu verdienen ist,ruft das sofort die Konkurrenz auf den plan.
Interessant ist in jedem Fall dieser online Tierfutter shop der bei 20 Mio. Umsatz nach steuern 5 Mio Gewinn macht. Yeah baby yeah
Kommentiert von: tatort | 13. Januar 13 um 14:06 Uhr
Hallo Manuel,
ich habe oben geschrieben das ich glaube das die 60-70% Onlineshops überflüssig sind, weil Sie die gleichen Produkte oder Dienstleistungen anbieten und nur den Preis als Unterscheidung haben.
Und nicht weil Sie kein SEO machen.
Nochmal;
wenn Du ein ehrliches und nachhaltiges, faires Geschäft aufbauen willst, sind Kundenbeziehungen und Lieferantenbeziehungen das A&O, plus Produkte/Dienstleistungen mit USP.
Vergiss Google!!
Wie bescheurt muss man den sein um sein Geschäft auf SEO oder Google aufzubauen?
Außer also SEO Agentur;-)
Es gibt genügend Beispiele von erfolgreichen Unternehmen die ohne Google ein Geschäft aufgebaut haben.
etsy und DaWanda hatte ich als Marktplätze aufgeführt.
Das Internet ist nur ein weiterer Vertriebskanal und nicht Google.
Du hast einen USP in deiner Dienstleistung oder im Produkt ansonsten macht es keinen Sinn
ein Business aufzubauen.
Nur über den Preis oder Google, No Way.
Das Problem ist das es leider zu wenige gute neue Produkte und Dienstleistungen gibt.;-)
Die Unternehmen die neue Produkte entwickeln, plus dem entsprechendem CI/CD, haben Erfolg,
siehe Apple, Samsung, Dedon (sehr schönes Beispiel) oder der bei Design3000 angesprochene Koziol.
Wobei das Thema CI/CD/Branding u.s.w. bei den meisten Onlinehändlern offensichtlich so gut wie überhaupt nicht bekannt zu sein scheint.
Ich kann Design3000 nur raten diese Strategie so weiter zufahren, plus
kein Mainstream, VK treu bleiben, no Copys, ausgesuchte Hersteller und Produkte.
Umsatz ist nicht die Kirche und Gewinn nicht der selig machende Gott ;-)
Kommentiert von: Michael | 13. Januar 13 um 15:25 Uhr
@Dirk
Also gehe ich recht in der Annahme, das ihr ohne den kompletten Google Traffic noch profitabel arbeiten würdet? Wenn ja, dann habt ihr mit Sicherheit alles richtig gemacht und ein extrem wichtiges Ziel im Online Handel erreicht - die Lösung der Googleabhängigkeit. Dieses Ziel ist wirklich harte Arbeit für einen Online Shop und steht z.B. bei uns ganz oben auf der Agenda 2013.
Was du zu der Kundenbindung sagst: Woher weißt du, dass ein Kunde, der ein Produkt bei euch gesehen hat und bei Amazon günstiger sieht, dennoch bei euch bestellt? Trackt ihr das oder sind das reine Vermutungen, weil ihr Umsatz generiert? Wir sind in unserem Online Shops auch teils teurer als Mitbewerber, aber dennoch verkaufen wir "sehr gut". Allerdings ist der Begriff "sehr gut verkaufen" und "ab und an bestellt ein Kunde bei uns" (sicher ironisch von dir geschrieben) ein Topfen auf den heißen Stein, wenn man sieht wie groß das Gesamtvolumen in unseren Bereichen sind. Das sollte man immer im Verhältnis zueinander sehen.
@tatort
Das sind auch eher Erfahrungswerte bei Wachstumsfirmen im Internet, auf die ich meine Spekulationen beziehe. Es ist natürlich nicht mit einer normalen GmbH im Offlinebereich zu vergleichen.
Du redest sicher von vet-concept.com. Das ist wirklich ein enorm gutes Verhältnis, wie auch immer es zustande kommt.
Kommentiert von: Manuel | 13. Januar 13 um 15:27 Uhr
Frage an alle woher der Glaube kommt das Amazon immer günstiger ist (Preis). Diese Erfahrung mache ich nämlich in keinster Weise. Unsere Produktsuche zeigt Amazon eher im vorderen Mittelfeld im Preis. Bei einer Einheitsprovisipn von 15% im Marketplace auch nicht verwunderlich.
Kommentiert von: Torsten | 13. Januar 13 um 16:25 Uhr
Was vet-concept angeht: Die 20 Mio. Euro sind nicht der Umsatz, sondern das Rohergebnis; der Umsatz liegt also entsprechend höher und - abhängig von den Margen im Tierfutterhandel - eher bei 30 Mio. Euro http://www.logistik-journal.de/index.cfm?pid=1668&pk=113355 Das Ergebnis ist aber natürlich trotzdem eindrucksvoll.
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 13. Januar 13 um 17:36 Uhr
Sehr schöne Diskussion! Ich bin froh, dass es Shops wie Design3000 gibt, die einem zeigen, dass es ohne die große VC-Spritze noch funktioniert. Ein Shop, wo ein lernfähiges, flexibles Team arbeitet, wo anscheinend eine ordentliche Führungskultur herrscht.
Meiner Ansicht nach macht sich die Pflege des Produktportfolios a la Design3000 langfristig bezahlt, auch wenn ggf. die Preise leicht höher sind als die von Amazon. Ist auch die Frage, ob die Sortimente überhaupt vergleichbar sind, bzw. das subjektive Empfinden für Kunden das Gleiche ist. Amazon hat sicherlich ein Großteil der Produkte auch im Programm. Dort werden die Produkte aber schwierige zu finden sein, nicht so effektiv in Szene gesetzt sein und sie hängen in einem gänzlich anderen Markenumfeld. Eben viel verwaschener aufgrund der Masse. Auf design3000.de ist das Vekaufsumfeld einfach stimmiger.
Ein paar Studenten von mir haben sich den Shop letztes Jahr angeschaut, worauf hin wir ein paar Vergleiche zum heutigen Stand gezogen haben und eine kleine, pragmatische Untersuchung des Shops zusammengeschrieben haben:
http://shopanprobe.de/2013/01/design3000-gute-geschenke-guter-shop-bits/
Kommentiert von: Denis | 14. Januar 13 um 09:37 Uhr
@tatort: die Bilanz ist aber nunmal Grundlage für die Beurteilung der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens, und es ist insofern schon relevant (@mike), ob ein Onlineshop Gewinn macht oder nicht. Bei ausbleibenden Gewinnen oder nachhaltigen Verlusten, wird kein Warenkreditversicherer das Risiko des Zahlungsausfalls versichern und dann wird es auch bei besten persönlichen Kontakten sehr schwer, z.B. mit Ware auf Ziel beliefert zu werden und insgesamt den für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung erforderlichen finanziellen Handlungsspielraum des Unternehmens aufrechtzuerhalten. Wachstum kostet nunmal Geld bzw. erfordert Liquidität und die muss irgendwoher kommen.
@Michael: ich denke schon, dass es noch genügend bestehende Produkte gibt, bei denen es sich lohnen kann, diese erfolgreich online zu vermarkten. Und es gibt genügend Händler, die eindrucksvoll unter Beweis stellen, wie man mit Liebe zum Detail und zum Produkt, mit pfiffigen Ideen und vor allem mit Blick auf den Kunden eine Menge bewegen kann. Auf der letzten K5 hat mich z.B. gartenvideo.com fasziniert.
Kommentiert von: Rainer | 14. Januar 13 um 17:55 Uhr