Die Otto-Gruppe erweitert ihren Jurassic Park um die Marke Neckermann und deren Kundenstamm:
"In einem offenen Bieterverfahren hat sich die Otto Group die Rechte an der Marke Neckermann.de und deren Eigenmarken in Deutschland gesichert.
Zudem erhält die Otto Group ein Recht zur Nutzung der Neckermann.de-Adressdaten in Deutschland nach den Maßgaben des deutschen Datenschutzrechts.
Die Unternehmen der Otto Group können daher mit attraktiven Angeboten um die ehemaligen Neckermann.de-Kunden werben."
Mit der neuen Zeit tut sich Otto hingegen weiter schwer, wie die aktuellen Erfahrungen in der Frankfurter Rundschau zeigen:
"Lieber Otto-Versand, meine Oma war einst den ganzen Tag daheim. Aber die Menschen heute sind tagsüber meist woanders."
Otto, Baur und Schwab befinden sich gerade in der Sanierung ("Otto-Versender wollen bis zu 760 Jobs steichen"); der Quelle-Marktplatz wird wieder eingestellt.
Die Neckermann-Tochter Happy-Size ging kürzlich schon an die Klingel-Gruppe.
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- Der nächste Otto-Chef soll ein Onliner werden
- Online wirkt: Otto-Versender wollen bis zu 760 Jobs streichen
- Neckermann: Marke, Domains und Kunden unterm Hammer
- StyleOn geht an Alternate, Happy Size an die Klingel-Gruppe
- Neckermann und das Armutszeugnis vom Insolvenzverwalter
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Wenn sie's wieder so machen wie mit Quelle, wird's wieder nichts.
Kommentiert von: CF | 22. November 12 um 19:19 Uhr
Ich vermute und spekuliere mal folgende Positionierungen der Marken:
Otto für Mode, Quelle für Technik und Neckermann für Home&Living, wobei Neckermann wie Quelle kein Marktplatz/Vertriebsplattform wird.
Kommentiert von: Hagen | 22. November 12 um 21:33 Uhr
Wieder ein neues Affiliate Modell im Otto Konzern um die Produkte aus dem OTTO Katalog unter einem anderem Namen zu verkaufen
Kommentiert von: Dennis | 22. November 12 um 22:00 Uhr
Tja. Gegen Amazon kommen sie zwar nicht an und werden das auch niemals schaffen. Aber wenigstens können sie mal wieder auf das Grab eines alten Feindes pink… oh… das sage ich lieber nicht. Das wäre sehr unfein.
Kommentiert von: ka.os | 22. November 12 um 22:22 Uhr
@Hagen Und Baur? Und Schwab? Und Heine? Und Witt? Und BonPrix? Und 3Pagen? Und was noch?
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 23. November 12 um 00:58 Uhr
Als alter Quelle-Mitarbeiter muss ich sagen: Danke OTTO, auch mit eurem Geld habe ich noch den ein oder anderen Euro von meinen Forderungen bekommen! Insofern kann sich jetzt auch jeder Neckermann-Mitarbeiter über diese Subventionsleistung freuen.
Für die neuen, alten Quelle-Mitarbeiter sicher eine nicht so tolle Nachricht. Scheinbar gibt OTTO immer lieber Geld für neue, unausgegorene Ideen aus, als langfristig eine Strategie zu verfolgen. So sei jeder gewarnt, der demnächst frische Stellenausschreibungen von Neckermann findet...
Kommentiert von: Klaus | 23. November 12 um 08:24 Uhr
Ich denke nicht, dass Neckermann / Quelle wegen einer irgendwie gearteten Geschäftsweiterführung gekauft wurden. Da ging es imho nur um die Marke und die Kunden, bevor sie jemand anderes bekommt und dann damit Konkurrenz macht. Wenn man gesehen hat, wie das mit Quelle gelaufen ist, ist es schwer vorstellbar, dass das Ziel war, damit langfristig Geld zu verdienen. Was auch die Frage nach der Positionierung neben den ganzen anderen Otto-Töchtern beantwortet. Das werden alles Affiliate-Portale i.W. Konzernprodukten. Der Kaufpreis wird dabei sicherlich wieder eingespielt, aber ansonsten ist das eher Konkurrenzvermeidung.
Kommentiert von: CF | 23. November 12 um 09:35 Uhr
Genau Konkurrenzvermeidung - da gab es sicher ganz viele die in den ruinösen Geschäftszweig einsteigen wollten und bei den Gesprächen mit dem Insolvenzverwalter nicht zum Zug gekommen sind - in Wahrheit wrd OTTO von der Konkurrenz überrolt. Und was macht OTTO: die Kriegskasse für Kudendaten plündern, die sie bereits haben.
Kommentiert von: Klaus | 23. November 12 um 09:50 Uhr
Wie CF denke ich auch, dass es nicht vorrangig um einen konsequenten Ausbau von neckermann.de geht. Noch ist der Name im Volk präsent und bekannt. Bevor ihn ein Mitbewerber nutzt, wird er eben lieber halbherzig aktiv auf Halde gelegt. So in etwa hat wohl auch OTTO selbst argumentiert, wie dem Hamburger Abendblatt zu entnehmen ist. Im Vergleich mit den sonstigen Baustellen im Otto-Konzern dürfte der Preis auch überschaubar sein. Kolportiert werden weniger als 65 Millionen.
Kommentiert von: Andreas Frank | 23. November 12 um 11:15 Uhr
65 Mio? Dann ist es imho kein gutes Geschäft. Ist aber auch egal, werden nicht die letzten Mio. sein, die verpulvert werden beim zwanghaften Versuch den Anschluss zu halten.
Kommentiert von: CF | 23. November 12 um 13:44 Uhr
@CF: "Kolportiert werden weniger als 65 Millionen.". Also können es auch 50, 30, 10 oder weniger Millionen sein. Wobei ich einen Betrag in diesen Größenordnungen für 7 Millionen Kunden (auch wenn ein paar Millionen inaktive dabei sind), das ganze Rechtepaket und die Abwehreffekte für akzeptabel halte. Zudem wird das sicherlich steuersenkend in die richtige Tochter geschoben.
Kommentiert von: Andreas Frank | 23. November 12 um 14:02 Uhr
@Jochen ehrlich gesagt: Ich hab' keinen Schimmer... Vor 4-5 Jahren hätte man bei Otto noch was aus Neckermann machen können... Im Living- und Möbel-Bereich ist die Marke aber gut positioniert, "Kompetenz" und hat dort auch 'ne recht gute "Adressqualiät" (wenn diese Begriffe in der heutigen Zeit noch einen Wert haben ;-)). Die Umsätze in diesem Bereich waren ja zudem auch ziemlich gut (daher wurde ja damals auch nach HappySize von Neckermann der Spezialversender Meine4Wände ins Leben gerufen) und Otto hat ja bisher nicht wirklich etwas gegen die ganzen Möbel-Versender, die gerade wie Pilze aus dem Boden schießen, entgegenzusetzen.
Finde übrigens Deine Formulierung mit "Jurassic Park" klasse :-)
Kommentiert von: Hagen | 23. November 12 um 17:30 Uhr
"Jurassic Parc" !! ganz groß!!
Kommentiert von: Florian | 24. November 12 um 00:17 Uhr
Nur mal ein Beispiel, wenns 60 Mio. wären: Damit hätte OTTO kosten- und gewinnneutral 10 Millionen Bestellungen versandkostenfrei ausliefern können!
Keine Ahnung wieviel die versenden, aber für ca. 2 Jahre hätte das sicher gereicht. Es ist halt alles eine Frage der Opportunitäten.
Sicher entscheidet der Vorstand in Zeiten von Fokus auch danach, welche Maßnahme am meißten Gewinn erwirtschaftet und damit Arbeitsplätze sichert.
Kommentiert von: Hans | 26. November 12 um 13:58 Uhr
Was mich viel mehr interessiert ist die Frage, wer wohl in ein paar Jahren die Rechte an der Marke Otto kauft...?
Kommentiert von: Nerd | 27. November 12 um 08:50 Uhr