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Schon über 1000 Mal bestellt

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Folgende Weblogs beziehen sich auf Zalando macht 159 Mio. € (2010), 200 Mio. € im 1. Hj. 2011:

Kommentare

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Vielleicht habe ich irgendwo mal nicht aufgepasst, aber etwas passt da für mich rechnerisch nicht.

"Bei einem Netto-Umsatz von 200 Mio. Euro im ersten Halbjahr kann man davon ausgehen, dass Zalando für das Gesamtjahr die 500 bis 600 Mio. Euro erreicht hat, die für Brutto-Umsätze von über einer Milliarde Euro notwendig wären."

600*1,19=714, fehlen also knapp 286 Millionen zur Milliarde (brutto), oder?

Die Angabe "Zalando selber sprach zuletzt davon, dass es (Brutto-)Umsätze von 100 Mio. Euro pro Monat generiert." würde aber bedeuten das Sie 1,2 Milliarden brutto machen, was dann aber Netto schon knapp 1 Milliarde sein müsste...

Brutto meint hier vermutlich nicht Netto + Steuer, sondern Umsatz vor Retouren ;-)

Kurz zur Erklärung:
Brutto = was der Kunde bestellt
Netto = was der Kunde behält/bezahlt (also Brutto abzgl. Retouren, Stornos etc.); MWST enthalten

Im Textilhandel (u.a. auch Schuhe) ist die entsprechende Quote im Schnitt ca. 40%; d.h. von 100 € Brutto bleiben 40 € Netto (inkl. MWST) übrig. Haupteinfluss sind die Retouren.

Für Zalando heisst dies in 2011 also:
100 Mio. Brutto pro Monat = 1.200 Mio. € p.a.
40% Netto/Brutto = 480 Mio. € p.a. Netto-Umsatz

Versucht man da mal ein operatives Ergebnis abzuleiten, so würde ich folgendes vermuten (alles grobe Schätzung eines Außenstehenden):
Warenrohertrag aus Ware (540 Mio. €): Im Schnitt 50% exkl. der MWST = 480 Mio. €/1,19 * 50% = 202 Mio. €
abzüglich Personalkosten: ca. 200 Mitarbeiter a 100 T€ (inkl. Nebenkosten, Büro etc.) = -20 Mio. €
abzüglich Abwicklungskosten (25% v. Umsatz exkl. MWST): -115 Mio.
abzüglich Werbebudget TV: ca. -20 Mio. €
abzüglich Werbebudget Online: ca. -70 Mio. €
Ertrag: -23 Mio. € p.a.

Prinzipiell kann ein solches Geschäftsmodell im 3./4. Jahr noch keine entsprechende Rendite abwerfen, die Weichen für eine isolierte Profitabilität sind aber gestellt (wenn es Zalando gelingt, die Marketing-Spendings derart anzupassen).

Hallo Christian, Danke für die Erklärungen!

Mich würde von weiteren "Experten" interessieren, ob die hier getroffenen Annahmen (Abwicklungskosten; Brutto/Netto-Wert) im Groben zutreffen... Danke.
BG

Ich denke ein Unternehmen wie zalando.de darf nicht über der Marke von 15% Abwicklungskosten (inkl. Call Center) hinaus kommen...Ausser das schnelle Wachstum ließ nicht zu den Fokus auf die Konsolidieruing der Operations zu legen...

Ergänzende Info: Laut Jahresabschluss im Handelsregister betrug der Jahresfehlbetrag im Geschäftsjahr 2010 rund 20,4 Mio. Euro.

Grundsaetzlich ist Handel mit Klamotten / Schuhen ein eintraegliches Geschaeft. Wenn die Reichweite und der Kundenstamm und damit der Umsatz erst mal gross genug sind, kann man die Wertschoefung an allen moeglichen Stellen optimieren und dann sind die bisher aufgelaufenen Verluste relativ schnell wieder drin.

Gute Rechnung, Christian.

Das Werbebudget online frisst aber bestimmt keine 70 Mio. Vieles hat Zalando intern gemacht - es geht also "nur" um "Werbeflächen" kaufen.
Nach deiner Rechnung könnten sie - wenn die anderen Zahlen so stimmen - tatsächlich schon profitabel aus dem Jahr gehen.

denke dass die Werbeausgaben mit 70+20 Mio sogar zu konservativ sind.

Bei 1,2 Mrd Bruttoumsatz und einem durschschnittlichen Warenkorb von 100€ (wohl eher 80) wären das 12 Mio Orders. Denke Cost per order von 10€ nicht unrealistisch, von daher Marketingspend wohl eher >100 Mio

Hey Christian,
guter Kommentar! Kleine Anmerkung: mich würde es etwas überraschen, wenn die Abwicklungs-Kosten-KUR (Deine Annahme 25%) in der aktuellen Phase des "Geschäfts-Lebenszyklus" (Wachstums-Phase) über der Werbekosten-KUR liegen würde. Bei 90 Mio. Werbekosten läge die KUR rein rechnerisch bei 22% (90 Mio. / (480/1,19)). Der Einfachheit halber liegt hier die deutsche MwSt zugrunde. Der genannte Umsatz müsste sich aber aus allen 7 Ländern in Summe zusammensetzen.
Schliesse mich daher Tom an, dass die 90 Mio. eher konservativ angesetzt sind.

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