Im Rahmen seiner Asien-Expansion hat Samwers Rocket Internet erstmals Umsatzzahlen für Zalando veröffentlicht:
"We have built an e-commerce website in Europe which sells more than 30,000 pairs of shoes per day and generates 100mil Euros per month in revenue (see www.zalando.co.uk and www.zalando.de).
We have also introduced this model into other countries such as Brazil (www.dafiti.com.br), Japan (www.locondo.jp), Russia (www.lamoda.ru) and Australia (www.theiconic.com.au). In fact, we launched the Australian website in just 45 days, growing from 0 to 150 employees in that period.
We are now expanding into SE Asia, with a focus on Indonesia, Malaysia & Singapore, and aim to build the largest e-commerce website in the region."
Bei den Zalando-Einnahmen dürfte es sich um die Nachfrage handelt. Da Zalando kostenlos hin- und rückversenden lässt, ist von Retourenquoten von 50% (und mehr) auszugehen.
Eindrucksvoll auch die Zahl der Unternehmen, die Rocket Internet mittlerweile angibt zu betreiben:
"Rocket Internet (www.rocket-internet.de) is one of the biggest IT incubators in the world, with more than 200 portfolio companies globally and offices on every continent. We have investments in Groupon, Linkedin and Facebook."
Mehr über die Expansionspläne von Rocket Internet bei sgentrepreneurs und bei Deutsche Startups.
In Asien ist offenbar der "Blitzkrieg" in vollem Gange, den Oliver Samwer in seiner (internen) Mail angekündigt hat ("Oliver Samwer über seinen aggressiven Wachstumskurs").
Und bei diesen Zahlen wird auch nochmal ganz gut deutlich, warum dem Otto-Konzern die Muffe geht ("Hat Otto die Samwer-Crew aktiv angeworben?") und er Millionen für einen Rocket-Klon locker macht ("Otto bestätigt die Kampfansage an die Samwers")
Frührere Beiträge zum Thema:
- Oliver Samwer über seinen aggressiven Wachstumskurs
- Samwer Report: Wofür Rocket weitere Milliarden braucht
- Samwer Report: Zalando-Bewertung steigt auf 1,6 Mrd. Euro
- Zalando-Chef David Schneider über den Multi-Channel-Mythos
- Zalando-Analyse: Wo steht Zalando heute, wo kann es hin?
- Samwer Report: Wie Marketing bei Zalando & Co. funktioniert
- Samwer Report: Zalando rüstet Lagerkapazitäten für 2012




Naja, da duerften nach Retouren vielleicht 500-600 Mio. / Jahr bleiben, damit ist man sicher im Bereich Schuhe der groesste Player und im Bereich Fashion einer der groessten. Allerdings bin ich mir immer noch nicht sicher, ob der Laden profitabel laeuft. Trotzdem beeindruckend, was die in knapp 3 Jahren auf die Beine gestellt haben.
Kommentiert von: Claus Fahlbusch | 01. Februar 12 um 18:48 Uhr
Da ist aber auch gar nichts beeindruckend.
Bei einer wahrscheinlichen Retourenquote von 65% und höher und Marketingspendings von ca. €70 Mio. und mehr, allein nur in Deutschland, kann man sich ganz sicher sein, dass der Laden nicht profitabel läuft, auch nicht auf absehbare Zeit.
Ist ja auch nicht das primäre Ziel, sondern in erste Linie Markenaufbau und damit ein wertvolles Asset für den Exit zu schaffen. 90-95% gestützte brand-awareness sollte jemanden schon was wert sein, der selber keine Fashion-Kompetenz hat, aber mit diesem Markt liebäugelt.
Da würde mir der eine oder andere schon einfallen ;-)
Kommentiert von: Pierre | 02. Februar 12 um 01:05 Uhr
Nicht beeindruckend? Ich wette das die meisten, die hier rummeckern es nicht mal schaffen würden ihr Startup so bekannt zu machen und zu skalieren selbst wenn sie so viel Geld zur Verfügung hätten.
Kommentiert von: Andre | 02. Februar 12 um 10:08 Uhr
Da hier mal wie fast immer bei JK ins blaue spekuliert wird ("Bei den Zalando-Einnahmen dürfte es sich um die Nachfrage handelt.") muss man die Zahl nehmen wie sie ist. 100 Millionen pro Monat ist schon eindrucksvoll. Vor allem wenn man weiß, welche Margen bei dem Verkauf von Schuhen hängen bleiben...
Kommentiert von: Heiner | 02. Februar 12 um 10:31 Uhr
Stünde die Einschränkung mit der Nachfrage nicht da, würde jemand bemängeln, dass es sich dabei aber niemals um die Nettoumsätze handeln kann. Wie mans macht ...
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 02. Februar 12 um 15:11 Uhr
@Heiner:
"Vor allem wenn man weiß, welche Margen bei dem Verkauf von Schuhen hängen bleiben.."
Naja, so überragend sind die Margen im Handel eigentlich nicht. Nach Reduzierungen, Versand, Marketing etc. bleibt da nicht wirklich viel hängen...
Kommentiert von: Mario | 02. Februar 12 um 15:37 Uhr
Ich muß Andre recht geben, ich finde es durchaus beeindruckend, unabhängig davon ob Zalando nun profitabel läuft oder nicht.
Alleine das bei diesem Wachstum noch alles reibungslos abgewickelt wird ist wirklich beeindruckend. Wenn man sich überlegt wieviele neue Mitarbeiter permanent eingearbeitet werden müssen und das in einer Firma die gerade mal 3 Jahre besteht. Da müssen schon richtige Profis am Werk sein.
Kommentiert von: Mike | 02. Februar 12 um 19:21 Uhr
Wer sagt denn, dass die mit den Schuhen überhaupt richtig Geld "verdienen" wollen ? Geht es nicht viel mehr um die Daten, um die Profilierung der User, um das Verstehen und Analysieren, Wann kauft Wer welches Produkt, schließlich lassen sich doch Eigenmarken produzieren, also die gesamte Herstellungs- und Vertriebsstrecke beherrschen. Home is were your data is....das kann man dann mit Möbel erweitern, etc....ne, ich glaube denen geht es ausschließlich um die Daten und die Eigenprodukte...einen Exit suchen die hier nicht, dafür haben die Jungs doch schon viel zu viele Kohle, dass ist doch schon erreicht und ausoptimiert.
Kommentiert von: Hendrik | 03. Februar 12 um 10:58 Uhr
Eben, Zalando hat mittlerweile durch seine Groesse noch viele weitere Assets, die weit ueber den einfachen Online-Verkauf von Ware hinaus gehen.
Kommentiert von: Claus Fahlbusch | 03. Februar 12 um 11:22 Uhr
Ich gebe Henrik in punkto Eigenmarken und Daten recht. Bei entsprechender Kundensegmentierung läßt sich die Retourenquote signifikant verringern. Marge wie bekannt, kommt von Private Label Expansion, ohne auf Hersteller-Marken und dessen Goodvill angewiesen zu sein. Interessant wäre zu wissen: Auf wieviel Modelle und verfügbaren Größen sich die 30.000 Paar täglich verkaufte Schuhe beziehen und wie hoch der durchschnittliche Lagerbestand ist, um auf den LUG zu kommen.
Vielleicht kennt jemand die Zahlen?
Kommentiert von: R.R. | 03. Februar 12 um 16:18 Uhr
Gehen wir mal davon aus, dass Zalando jeden Monat 10 Mio. Euro Verlust schreibt. So what? Das Lamento gab es vor 12 Jahren genauso bei Amazon. Im übrigen: Selbst wenn die Retourenquote bei 74 % liegt, dann kann das Geschäft immer noch funktionieren. Bei modischen Katalogen liegen die Werte ähnlich, nur gibts da keine Werbung für Equity. Sieht die Kalkulation da so viel besser aus? Und von Zalandos Marketing-Dashboards können neun von zehn Online-Händler wohl nur feucht träumen... Oder sie sich kaufen, wie mit Project A geschehen.
Kommentiert von: Martin Gross-Albenhausen | 03. Februar 12 um 19:23 Uhr
Mein Name ist Mariana. Ich bin Geschäftsfrau und vor 6 Jahren, verließ ich das Büro, damit ich auf dem Gebiet der Mode und Accessoires arbeiten konnte. Also wechselte ich zu dem Bereich der Mode und entstand http://www.roupas.com. Ich schliesse mich an dem Kommentar von Martin an. Bei modischen Katalogen liegen die Werte genauso oder ähnlich. Die Tatsache, dass es nur da keine Werbung für Equity gibt, finde ich von große Bedeutung.
Kommentiert von: Mari | 20. Februar 12 um 10:23 Uhr