Gestern erreichte uns eine Schadensersatzforderung der Rechteverfolgung der Axel Springer AG zu einem Beitrag vom 27.10.2008 ("Otto gründet eVenture Capital Partners"), die wir zum Anlass nehmen, um auf die neue Policy gegenüber Publikationen der Axel Springer AG hinzuweisen.
In dem Schreiben heißt es:
"Unter www.excitingcommerce.de stellen Sie Inhalte aus der Publikation Die Welt in das Internet ein, obwohl Sie unseren Unterlagen zufolge zu keinem Zeitpunkt die für eine Online-Nutzung erforderlichen Rechte erworben haben.
Auf Basis unserer üblichen Tarife (siehe axelspringer.de/artikel/Axel-Springer-Infopool_40362.hml) haben wir eine Berechnung für die bisherige Nutzung der Artikel erstellt. Den Eingang des sich daraus ergebenden Schadensersatzbetrages in Höhe von 400,00 Euro auf das unten genannte Konto erwarten wir bis spätestens zum 13. Mai 2011.
Im übrigen werden wir Ihnen gerne, so Sie dies wünschen, ein Angebot für die zukünftige Nutzung der fraglichen (und/oder weiterer) Artikel auf Ihrer Website unterbreiten. Sollte es zum Abschluss eines längerfristigen Lizenzvertrags kommen, wären wir ggf. auch gerne bereit, Ihnen in der Höhe des Schadensersatzes entgegenzukommen."
Dieses freundliche "Angebot" lehnen wir dankend ab.
Bei Exciting Commerce ist es üblich, Abschnitte aus online verfügbaren Quellen lieber in klar erkennbarer Form im Wortlaut zu zitieren (und explitzit mit der Quelle zu verlinken) als, wie in der Medien- und Verlagsbranche üblich, ohne Quellenangabe ganze Passagen leicht umformuliert zu übernehmen. An dieser Vorgehensweise, die bei Weblogs gängige Praxis ist, hat sich bei inzwischen fast 4.500 Beiträgen in sechs Jahren noch nie jemand gestört.
Natürlich respektieren wir die Rechtsauffassung der Axel Springer AG. Um jedoch weiteren Konflikten mit der Axel Springer AG vorzubeugen, werden wir bei Exciting Commerce die Publikationen der Axel Springer AG künftig nicht mehr als Quelle nutzen und uns weder direkt noch indirekt auf online gestellte Inhalte der Axel Springer AG beziehen.
Auch werden wir künftig nicht mehr auf die Presseinformationen der Axel Springer AG zurückgreifen und kostenfrei auf die Aktivitäten der Axel Springer AG und ihrer Tochterunternehmen (Zanox, etc.) hinweisen. Den letzten Beitrag über den Bild-Shop haben wir kulanterweise auf Wunsch der Presseabteilung nachträglich abgeändert, obwohl er auf bereits veröffentlichten Presseinformationen beruhte.
Bei den Live Shopping Days war eine Publikation der Axel Springer AG die einzige, die wir von der Veranstaltung ausschließen mussten, nachdem sich der von der Redaktion beauftragte Vertreter statt des vereinbarten einen kostenfreien Pressetickets mit dem Pressecode zwei Tickets (im Wert von je 299 Euro) für sein eigenes Unternehmen besorgen wollte.
Dies nur als kurzer Hinweis in eigener Sache. Kurios ist so eine Schadensersatzforderung auch deshalb, da Die Welt (wie andere Publikationen der Axel Springer AG auch) den Facebook-Button und andere Share-Buttons einsetzt, um die Nutzer explizit zur Verbreitung ihrer "in das Internet eingestellten" Inhalte zu motivieren.





Lächerlich! Damit schießt sich der AS Verlag selber ins Abseits!!!
Kommentiert von: Sebastian | 06. Mai 11 um 11:19 Uhr
Man kann nur hoffen, dass irgendwann diese Dinosaurier aussterben.
Kommentiert von: Dirk | 06. Mai 11 um 11:25 Uhr
Mein Gott, was fuer ein armseeliger Haufen. So kann man auch fuer Negativ-Schlagzeilen sorgen. Die Rechtsabteilung von AS AG war da wohl etwas uebereifrig.
Kommentiert von: Claus | 06. Mai 11 um 11:27 Uhr
Es ist einfach immer wieder schade, dass die größten Verlage unseres Landes immer noch keinen Weg gefunden haben, die Mitarbeiter und angeschlossenen Subunternehmen und Töchter im Umgang mit den neuen Medien zu schulen.
Von uns ein klares: Pfui! zu dieser Aktion.
Kommentiert von: Rico Neitzel | 06. Mai 11 um 11:30 Uhr
Genau die richtige Antwort von Euch! Hat mir den Tag weiter versüßt...
Kommentiert von: Ole | 06. Mai 11 um 11:33 Uhr
Da es sich bei dem besagten Artikel um einen aus dem Jahr 2008 handelt, liegt doch die Vermutung nahe, dass hier jemand bewusst diese Seite durchforstet hat und systematisch Blogs abmahnt.
Arme alte Medienwelt!
Kommentiert von: Ingo | 06. Mai 11 um 11:41 Uhr
Kann Eure Verärgerung durchaus verstehen ;)
Bin in dem speziellen Fall aber hin- und hergerissen: Ist schon ein ziemlich großer Absatz aus dem Beitrag quoted worden. Sogar länger als der eigene zusätzliche Beitrag...
Teilweise beschränken Verleger die Zitatgröße (selbst schon in AGB gesehen). Hat AS dazu etwas geregelt? Witzigerweise geht deren Link zu den Tarifen ins Leere ;)
Hier wäre eine generelle Regel für den Umgang mit Quotes hilfreich (ich will auch nicht erst in jede individuelle AGB schauen müssen, um zu sehen was geregelt wurde).
Übrigens: Facebook und andere Sharebuttons zitieren auch keine 5 Absätze ;)
Kommentiert von: Dirk_S | 06. Mai 11 um 11:45 Uhr
Das ist Krank, anstatt froh darüber zu sein, dass einer der renommiertesten E-commerce Blogs über Sie berichtet und Chancen,Gründer und Geld anzieht, wird versucht Geld zu machen.
Beschämend..
Vielleicht hat ja auch ein Konkurrenz-Blog gepetzt?
Kommentiert von: Amir | 06. Mai 11 um 11:46 Uhr
Löbliches Unterfangen, aber ich bin mal gespannt, wie lange Ihr das Ignorieren der kompletten Axel Springer AG durchhaltet.
Kommentiert von: drikkes | 06. Mai 11 um 11:47 Uhr
Sehe das differenzierter. Wenn ihr 1-2 Sätze übernommen hättet, wäre die Kostennote natürlich ein Witz & wohl auch rechtlich fragwürdig gewesen. Aber die Fullquote von fünf Absätzen (!) ist hier schon eine andere Kategorie und in meinen Augen auch nicht "bei Weblogs gängige Praxis". Ihr macht euch hier in größerem Umfang die journalistische Arbeit der Springer-Leute zu Eigen, eine Vergütung finde ich dafür grundsätzlich angemessen, nicht anders funktioniert ja das Agenturgeschäft.
Ciao
Johannes
Kommentiert von: Johannes | 06. Mai 11 um 11:47 Uhr
"Systematisch Blogs" abzumahnen wäre bei den genannten Forderungen unwirtschaftlich und erscheint in meinen Augen deshalb eher als unrealistisch. Die bei diesen Machenschaften geforderten Beträge bewegen sich in ganz anderen Regionen.
Ich für meinen Teil drücke Dir, Jochen, die Daumen, dass sich die 400 Euro durch das hoffentlich gesteigerte (Presse-)Echo für excitingcommerce zig-fach auszahlen.
Grüße aus Stuttgart
Kommentiert von: Michael Krause | 06. Mai 11 um 11:52 Uhr
Ergänzung: falls Du mit "systematisch" meintest, dass AS einfach prinzipiell Blogs "ärgern" will, die "wertvolle" AS-Inhalte "unrechtmäßig" verwerten, gebe ich Dir natürlich vollkommen recht.
Kommentiert von: Michael Krause | 06. Mai 11 um 11:56 Uhr
Erinnert mich an diese "Wir-sind-Helden"-Bild-Kampagne bzw. das Abdrucken dieses kritischen Briefs von Judith Holofernes. Nach dem Motto: Wir provozieren Negativ-Marketing weil wir's können. Weil wir sind Bild.
Kommentiert von: Roman Zenner | 06. Mai 11 um 12:16 Uhr
@Johannes @Dirk S Ob der Abschnitt zu lange ist, darüber muss man nicht streiten. Bei einem Blog ist das erfahrungsgemäß kein Problem, wenn er wie hier explizit mit Quellangabe auf die Quelle verlinkt ist. Aber wie im Beitrag geschrieben "respektieren wir die Rechtsauffassung der Axel Springer AG". Nichtsdestotrotz ist dies ein Anstoß zu überdenken, wie wir künftig mit traditionellen Medien umgehen wollen.
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 06. Mai 11 um 12:17 Uhr
Mehr zum Thema auch von Marcel bei Neunetz http://www.neunetz.com/2011/05/06/springer-verlag-will-geld-fuer-zitate-von-exciting-commerce-und-anderen-sites/
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 06. Mai 11 um 12:26 Uhr
Guttenberg bei seinen Plagiaten unterstützen, Holofernes Brief komplett übernehmen ... ich frage mich, wie man bei diesem Hintergrund, solche Briefe verschicken kann.
Hier hat noch jemand einen solchen Brief erhalten: http://www.heise.de/tp/blogs/6/149789
Kommentiert von: paulinepauline | 06. Mai 11 um 12:28 Uhr
Ich kann den Springer-Verlag verstehen. Einen Blog-Beitrag zu schreiben, der zu 2/3 aus einem 1:1 Zitat besteht, geht dann doch etwas zu weit...
Jetzt nutzt man hier das Web 2.0 um die unvermeintliche Empörungswelle auszulösen und wird damit wohl auch "Erfolg" haben. Aber bei Lichte betrachtet habt ihr einfach übertrieben. Möchte euch mal sehen, wenn man eure Blog-Beiträge 1:1 übernimmt und dann nur noch in 2-3 Sätzen eigenen Content dazu schreibt.
Kommentiert von: B.W. | 06. Mai 11 um 12:44 Uhr
Kein Problem damit, solange die Quelle angegeben ist. http://blog.carpathia.ch und andere Blogs übernehmen regelmäßig sehr ausführliche Auszüge aus Exciting Commerce.
Viel problematischer finde ich, wenn (Fach-)Zeitschriften exklusive Exciting Commerce Meldungen als ihre eigenen ausgeben (ohne auf Exciting Commerce zu verweisen).
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 06. Mai 11 um 12:55 Uhr
Und was macht ihr jetzt? Werdet ihr die Kostennote begleichen oder lasst ihr es, im Fall der Fälle, auch auf ein Verfahren ankommen?
Kommentiert von: Matthias | 06. Mai 11 um 12:55 Uhr
Ich sage nur:
Döpfner 08/15 ... und nicht web 2.0
setzen sechs!
Kommentiert von: Tim | 06. Mai 11 um 13:13 Uhr
@Matthias Das ist in dem Fall keine Frage, oder?
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 06. Mai 11 um 13:17 Uhr
IMHO ist die Reaktion auf beiden Seiten etwas übertrieben.
Kommentiert von: Oliver | 06. Mai 11 um 13:22 Uhr
Hallo Jochen,
dann wünsche ich Euch viel Erfolg. Ich habe eben mein gesamtes Forum offline genommen da dort auch immer mal wieder Zitate von Springer (welt.de) verwendet wurden. Es sind zwar nur max. 2 Sätze + Link zum Artikel aber man weiß ja nie. Finanziell bin ich nämlich momentan nicht so gesegnet, dass ich mich groß und lange mit der Springer AG streiten könnte.
Viel Erfolg Euch!!!
Kommentiert von: Matthias | 06. Mai 11 um 13:23 Uhr
da ist bei Springer wohl System dahinter. Ich habe ebenfalls eine solche Schadensersatzforderung von dieser Abteilung bekommen (telepolis hat bereits gestern darüber berichtet). Der Umfang des Zitats (ebenfalls aus DIE WELT und als solches kenntlich gemacht): 397 Zeichen = 2 Sätze. Die Forderung: 500 Euro.
Das Anschreiben gleich lautend wie bei Euch (Serienbrief?). Mal sehn, wo die Post noch eingeschlagen ist.
Kommentiert von: Claus Vester | 06. Mai 11 um 13:47 Uhr
Sieht auf jeden Fall nach einer Kampagne aus, wobei mich am meisten stört, wie hier die Schadensersatzforderung mit dem "Abschluss eines längerfristigen Lizenzvertrags" kombiniert wird. Wenn man schon neue Lizenznehmer sucht, dann muss man nicht mit der Pistole kommen, sondern kann auch gesittet anfragen.
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 06. Mai 11 um 14:08 Uhr
He Jochen,
jetzt gibs doch endlich zu, dass du das alles zu PR-Zwecken initiiert hast und dafür das Geld zu zahlen hast ;-)
Congrats!
Peter
Kommentiert von: Peter | 06. Mai 11 um 15:26 Uhr
Sowas würdest Du mir zutrauen?
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 06. Mai 11 um 15:54 Uhr
Quatsch. War nur ein Spaß. Ich freue mich aber trotzdem, dass es dir PR bringt - die hast du dir nämlich verdient.
Kommentiert von: Peter | 06. Mai 11 um 17:20 Uhr
ist vielleicht auch ne retourkutsche, dass die keine sonderbehandlung bei den tickets bekommen haben
Kommentiert von: steffen | 06. Mai 11 um 18:39 Uhr
linkbait, linkbait.... heheh... die Frage ist nur von wem?
Sehr armselige Aktion von Axel Springer! Wie wäre ist mit Google Bombing als Rache - ich schlage "Armseliges Würstchen" mit Link auf die AS Corporate Seite vor ;-p
Kommentiert von: Thorsten | 06. Mai 11 um 20:31 Uhr
den geht wohl die Kohle aus...
Kommentiert von: Wowa | 06. Mai 11 um 20:44 Uhr
Schon ziemlich frech, sehr ausführlich einen fremden Artikel in einen eigenen Blog zu kopieren und sich dann zu wundern, wenn der Rechteinhaber das nicht so witzig findet. Ein Absatz plus Link auf das Original, Springer hätte seinen Klick bekommen und alles wäre ok gewesen. Hier putzig einen auf David gegen den bösen Springer-Goliath zu machen, ist zwar unheimlich populär wie man an den Kommentaren sieht, aber am Ende eben nur falsch und peinlich...
Kommentiert von: geert wohlraabe | 06. Mai 11 um 22:14 Uhr
Tja, da müsst Ihr Euer Angebot aber schon etwas beschneiden, Axel Springer ist online durchaus zum Schwergewicht geworden wenn man mal die ganzen Buden die der Verlag gekauft hat bzw. an denen er beteiligt ist ansieht. Wird schwierig werden alle aus dem Blog heraus zu halten.
Auf der anderen Seite zeugt es schon von einem tiefen Unverständnis der Materie seitens des Axel Springer Verlages sich so zu verhalten. Der Betrag der Kostennote ist lächerlich, somit das Ganze wohl eher dazu geeignet sich, zumindest in der Fachwelt, komplett lächerlich zu machen. Aber da wir hier ja vom Axel Springer Verlag reden dürfte da sowieso nicht wirklich ein Ruf zu verteidigen sein, nicht? Nur schade für die Tochterunternehmen auf die das ja auch abfärbt.
Vielleicht hat auch bloß einer aus der Rechtsabteilung Langeweile gehabt?
Kommentiert von: H.P. | 06. Mai 11 um 22:31 Uhr
Wer vergibt denn bei denen die jobs?
Kommentiert von: Serpico | 06. Mai 11 um 22:54 Uhr
So kann man sich als Verlag auch nochmal weiter als Feindbild profilieren... war doch eigentlich gerade garnicht nötig.
Kommentiert von: JohannQ | 06. Mai 11 um 23:45 Uhr
Beim Springer-Verlag wundert mich eigentlich nichts mehr.
Dass nun auch schon Abmahnungen bei Zitat aus entsprechender Quelle gemacht werden ist allerdings dennoch etwas verwunderlich...die wollen wohl nicht ernst genommen werden.
Sind aber auch wirklich früh dran mit ihrer Beschwerde...der Artikel von 2008 und 2011 wird endlich Einspruch eingelegt. Braucht die Post inzwischen so lange oder ist nur die Bürokratie im Springer-Verlag besonders langsam?
Kommentiert von: Largos | 07. Mai 11 um 01:51 Uhr
Ist das zitieren von AS-Quellen in wissenschaftlichen Arbeiten/Publikationen auch kostenpflichtig? Da ist das ja ein neues Geschäftsmodell. ;)
Kommentiert von: Andreas | 07. Mai 11 um 06:34 Uhr
"Ich kann den Springer-Verlag verstehen. Einen Blog-Beitrag zu schreiben, der zu 2/3 aus einem 1:1 Zitat besteht, geht dann doch etwas zu weit..."
Das geht nicht nur zu weit, das ist schlicht gegen das Gesetz. Unter das Recht, zu "zitieren", fiel das nicht mehr.
Wer so dreist klaut (ja, klaut), der muss mit Abmahnung und Strafe rechnen. So sehr ich den Springer-Verlag resp. seine schreklichen Erzeugnisse verabscheue. Hier agierte er rechtens.
Kommentiert von: Jeeves | 07. Mai 11 um 11:34 Uhr
Rechtens? Ja, vielleicht. Klug? Nein, sondern eher wie ein typischer Mediendinosaurier.
Kommentiert von: JohannQ | 07. Mai 11 um 11:54 Uhr
Einfach unsäglich was da passiert… Offensichtlich gibt’s bei einigen Firmen nach wie vor ein wenig Aufholbedarf in Sachen dieses komischen Internets.
Ich habe ja mal irgendwo gehört, dass es im Internet Unternehmen gibt, die andere Webseiten/Blogs tatsächlich dafür bezahlen zitiert zu werden und so komische Internetverweise (heißt neudeutsch glaube ich Links) auf die Quelle zu setzen. Die abstruse Idee dahinter: Je öfter ich zitiert werde, desto besser: Weil zum einen werden meine Inhalte verbreitet und damit auch auf anderen Plattformen gelesen; ganz vielleicht klickt jemand auf den Quelllink und schups ist ein Seitenaufruf meiner Seite da und ganz vielleicht wird so eine Onlinewerbung eingeblendet - hm, und dafür bekomme ich doch Geld oder? Ach und da gibt es ja auch noch Google und die machen einen nicht unwesentlichen Teil des Traffics auf Webseiten aus – habe ich mal so gehört. Wer weiß, vielleicht wurde Google auch schon für unflätiges „zitieren“ von Axel Springer abgemahnt. Oder will Axel Springer nicht doch ein „wenig“ zitiert werden? Bei einem auf www.welt.de/robots.txt schauts so aus, als wollten die das…. Und dann bietet die Welt auch noch die Möglichkeit RSS-Feeds zu abonnieren. Die könnte man in Widgets packen und auf der eigenen Website darstellen.. Wäre das unerlaubtes zitieren??
Hm, jetzt bin ich ein wenig verwirrt. Vielleicht hat die Rechtsabteilung das alles falsch verstanden und wollte für Backlinks und Trafficgenerierung doch die Unterstützer zahlen. Quasi Abmahnung nur flasch rum...
Wie auch immer die das gemeint haben könnten - Dir und den anderen viel Erfolg in der Sache!!
Kommentiert von: Pit | 07. Mai 11 um 12:24 Uhr
Hehe, jo, mittelfristig ist's definitiv ein echter SEO-Killer. Kurzfristig vielleicht gut, denn vielleicht verlinkt der ein- oder andere AS-Rant dann auch auf AS-Publikationen... Möglicherweise denkt man da jetzt nurnoch so an die nächsten 2 Wochen, wer weiss. ;)
Kommentiert von: JohannQ | 07. Mai 11 um 13:12 Uhr
Springer mahnt wohl großflächig ab, die Länge des Zitats spielt keine Rolle:
http://www.heise.de/tp/blogs/6/149789
Kommentiert von: Michael | 07. Mai 11 um 16:41 Uhr
@Jeeves Dass der Verlag formal "im Recht" ist, hat auch nie jemand angezweifelt (s. meinen früheren Kommentar und den Beitrag).
Die Verlagshäuser würden ja auch am liebsten von Google & Co. "Schadensersatz" fordern, weil sie in den Suchergebnissen und in den Suchvorschauen doch tatsächlich hochwertige Verlagsinhalte anzeigen (zitieren?).
Trotzdem hat die Axel Springer AG ein Problem, wenn sie Offline-Recht auf Online-Angebote anwendet. Und Online-Seiten haben die Möglichkeit, Offliner zu boykottieren, die das Internet nicht verstanden haben, indem sie eben bewusst nicht mehr verlinken.
Exciting Commerce jedenfalls wird die Springer-Angebote von Bild bis Zanox künftig durchwegs boykottieren.
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 07. Mai 11 um 18:40 Uhr
Ob AS wohl auch Google abmahnt?
Kommentiert von: Oliver | 08. Mai 11 um 14:42 Uhr
Web 2.0 heißt nicht, dass ich fremde Texte klauen kann. Versteht Ihr aber ganz offensichtlich nicht, sondern macht hier noch einen auf dicke Hose.
Ist aber das übliche Verhalten des Täters, laut zu schreien als die eigene Schuld zuzugeben. Ist auch wieder typisch Web 2.0 ;-)
Kommentiert von: Tobias Gräber | 08. Mai 11 um 16:25 Uhr
Hätten wir fremde Texte "klauen wollen", hätten wir sie garantiert dick und breit verlinkt, oder?
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 08. Mai 11 um 16:34 Uhr
@Jochen: QED. Deine Anwort ist ein sehr schöner Beweis für Eure Uneinsichtigkeit.
Kommentiert von: Tobias Gräber | 08. Mai 11 um 17:55 Uhr
Der berühmte Tropfen, in diesem Fall ein guter Grund endlich Abschied zu nehmen von Springer. Damit fliegt AutoBild aus dem NewsAggreagator für "www.Die-Testfahrer.de" und "Zanox" aus dem Partnerprogramm für "www.Bestbuzz.de".
Ich hab ja so die Schnauze voll von diesen old school Medienmachern.
Kommentiert von: Bjoern Habegger | 09. Mai 11 um 09:03 Uhr
verkauf denen halt einfach excitingcommerce - dann hast du ruhe ;-)
Kommentiert von: Guuter Freund | 09. Mai 11 um 09:23 Uhr
Ich applaudiere!
Seid konsequent und stark.
Kommentiert von: Ben | 09. Mai 11 um 10:01 Uhr
Ich glaube, dass die Axel Springer AG Eure neue "Policy" nicht im Ansatz interessiert. Und das zurecht. Es kann doch wirklich nicht sein, dass Ihr Euch kostenlos und umfangreich bei Texten bedient, für deren Erstellung jemand anderes großen Aufwand getrieben hat, hochwertige Journalisten bezahlt hat etc. Das Urherberrecht hat seine Berechtigung u.a. aus diesem Grunde - damit professionelle Journalisten auch in Zukunft für Ihre Arbei noch angemessen bezahlt werden können. Die Regelungen sind so sinnvoll wie klar und Ihr habt nun einmal klar dagegen verstoßen (wenn nicht, hättet Ihr ja einfach die Zahlung verweigern können und Euch verklagen lassen können). Ich finde das Verhalten und die Kommentare doch recht scheinheilig. Ihr könnt ja über die Axel Springer AG denken, wie Ihr wollt. Das Urheberrecht schützt auch sie - und die Mitarbeiter dieses Verlages.
Kommentiert von: Moritz v. L. | 09. Mai 11 um 10:59 Uhr
"Dass der Verlag formal "im Recht" ist, hat auch nie jemand angezweifelt (s. meinen früheren Kommentar und den Beitrag)."
.
Sorry, wozu dann aber dieses eingeschnappt & durchsichtige "David gegen Goliath"-Spielchen? Ihr habt einen vulminanten Gesetzesbruch begangen. Und da schreiten nun mal die Anwälte ein. Wenn's nicht gegen den achso pösen Springerverlag ginge und Ihr deshalb mit dem Zuspruch bestimmter Leute rechnen konntet...
Kommentiert von: Diebstahlgegner | 09. Mai 11 um 11:12 Uhr
Wie wäre es eigentlich, wenn der Beitrag nicht von einer großen (= bösen ) Zeitung wäre, sondern von einem anderem Fachportal über E-Commerce? Die rechtliche Position und die Fakten wären dieselben, doch niemand würde gleich von Abzocke sprechen. Das Schreiben ist keine Abmahnung und moderat.
Ein Anwalt würde eine Abmahnung mit saftiger Kostennote schicken. ist hier aber nicht passiert. Springer scheint einfach nur die Policy zu verfolgen, dass Urheberrechtsverstöße nicht abgemahnt, sondern mit einer Lizensierung nachträglich geheilt werden sollen.
Das errinnert mich an so manche Expertenempfehlung aus dem AKEP (Arbeits für elektronisches Publizieren im Börsenverein des deutschen Buchhandels).
Die Tonalität ist halt noch nicht gelungen, weil jeder sich fragt,
warum jetzt 400 € zahlen, wenn es jahrelang nicht gestört hat.
Doch lohnt es sich so kleinlich zu sein, wenn es um ein mehrfaches hätte schlimmer kommen können. Ich würde einfach
mit denen reden und die Sache erledigen.
Kommentiert von: Christian Hoffmann | 09. Mai 11 um 11:13 Uhr
Verlierer des Tages:
Axel Springer Verlag AG. (65, CDU/CSU/FDP/NPD)
Anstatt sich kostenlos bewerben zu lassen, verlangen sie für schlecht recherchierte Artikel mehr als einen Cent.
Klausiii meint:
Wer einen Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Kommentiert von: Klausiii | 09. Mai 11 um 12:55 Uhr
...warum bietet der Verlag eigentlich RSS-Feeds an? Mahnen sie mich bei deren Nutzung auch ab?
Dinosaurier haben definitiv mehr Daseinsberechtigung als Entscheider solcher Entscheidungen.
Kommentiert von: Ralf Zmölnig | 09. Mai 11 um 15:48 Uhr
AFP verschickt ja auch schon eine ganze Weile ähnlich lautende Schreiben.
Kommentiert von: Christian Bücherl | 09. Mai 11 um 16:24 Uhr
Danke für Euer Einverständnis. Ich werde mich jetzt auch mal kräftig bei Euren Texten bedinen und dann ne AdWords-Schleuder draus machen.
Ich denke, Ihr habt da ja rein gar nichts dagegen. Denn Abmahnen ist ja so was von böse... jedenfalls nach Eurer Meinung.
Kommentiert von: Tobias Gräber | 09. Mai 11 um 20:00 Uhr
Ich schreibe derzeit an einer Magisterarbeit über die Darstellung von Korruption in Griechenland. Sowohl für den Spiegel als auch für die FAZ lermöglichten mir Zugriff auf digitale Archive, die mir die entsprechenden Artikel kostenlos zur Verfügung astellten.
Der Axel Springer-Verlag hat kein kostenloses Archiv; über die Unibibliotheken ist er nur in umständlicher Mirkrofilmform zu bestellen. Axel Springer sendete mir für meine wissenschaftliche Arbeit folgendes Angebot:
"Es besteht die Möglichkeit, dass wir Sie auf unsere Datenbank
freischalten. Der Zugang ist allerdings nicht kostenlos. Die monatliche
Grundgebühr beträgt 30 Euro, es werden die Suchanfragen/Ergebnislisten
(jeweils 1,50 Euro) und die im Volltext angezeigten Artikel (jeweils 1,50
Euro je Artikel) berechnet. Die Grundgebühr wird auf die Nutzungsgebühren
angerechnet. Die angegebenen Preise sind reduzierte Preise, welche Sie
gegen Vorlage einer Immatrikulationsbescheinigung erhalten. Der
Online-Vertrag hat eine Mindestlaufzeit von 3 Monaten."
Allerdings habe ich nach ein paar Tagen Mikrofilm-Durchsicht der Bild auch so eine Ahnung, warum es dem Verlag gar nicht sooo recht ist, wenn sih wissenschaftliche Arbeiten mit seinen Werken befassen...
Kommentiert von: Manuel Ha. | 09. Mai 11 um 20:01 Uhr
Was für ein scheinheiliger Vortrag, lieber Jochen (Exciting Commerce). Wer selbst mal nachschauen möchte - Google Cache: http://bit.ly/iGn3eT
Das aus dem Angebot von Welt Online geklaute Stück hat 1535 Zeichen. Was Ihr, lieber Jochen (Exciting Commerce), dazugeschrieben habt, inklusive Überschrift, Vorspann etc., hat 754. Mehr als 60 Prozent des Artikels sind kopiert. Und wie finden wir das? Genau.
An dem Welt-Online-Artikel hängt keine CC-Lizenz. Und die kommerzielle Nutzung (wie in Eurem Fall) wird auch nicht gestattet. Und dann vertrittst Du, Jochen (Exciting Commerce), ernsthaft die Auffassung: Die anderen machen das mit unseren Texten auch. Puh.
Sie haben Euch erwischt. Und sie rücken Euch berechtigterweise auf die Pelle. Trag's wie ein Mann, Jochen (Exciting Commerce). Und das heißt auch: Auf durchsichtige und verlogene Verteidugungsepisteln nach dem Strickmuster "Der böse Mediengigant will uns töten - aber wir setzen uns auf eine unheimlich pfiffige, nachgerade freche Art zur Wehr" verzichten. Was wird nur Chuck Norris dazu sagen.
Kommentiert von: The Bud | 09. Mai 11 um 22:05 Uhr
@The Bud: Chuck Norris kopiert ganze Artikel von Springer - und das gebührenfrei!
Kommentiert von: Keynes | 10. Mai 11 um 10:13 Uhr
Dem Beispiel sollten auch andere Blogs folgen und KEINEN EINZIGEN LINK mehr zu Springer-Publikationen setzen.
Ich fand es schon immer ärgerlich, dass Blogs (völlig zurecht) diverse Falschaussagen, Lügengeschichten und menschenverachtende Artikel der BILD kritisieren, aber mit jedem Post darüber immer gleich fröhlich einen direkten Link zu BILD-Online setzen (damit die über diesen Link mehr Page-Impressions bekommen und über Werbung dadurch mehr Geld verdienen). In Ausnahmefällen, wenn man unbedingt ein Schandblatt der Springer-Presse als Quelle angeben muß verwede ich keinen Link, sondern einen SCREENSHOT.
Ansonsten gilt: Es gibt keinen einzigen wirklich wichtigen Artikel, dessen Inhalt man nicht genauso bei anderen Publikationen, Online-Angeboten, Blogs, Nachrichten-Seiten etc. finden kann. Das zitieren von Springer-Artikeln ist somit völlig überflüssig!!
Kommentiert von: Paul | 10. Mai 11 um 13:59 Uhr
Dem Springer verlag zittern ob Eures Boykotts sicher schon die Knie. Die Millionen Links auf seine Seiten, die jetzt ausbleiben, wird er schwer verkraften. Schön Dein Satz, dass Du nie bestritten hättest, dass Axel Springer formal im Recht sei, dieses geltende Recht Euch Web-Evangelisten aber scheißegal ist. Morgen klau ich in einem geschäft einen fernseher, und wenn ich dann angezeigt werde, sage ich, formal sei der Ladeninhaber im Recht, aber für mich gelten andere Regeln.
Ich kann es nicht mehr hören, dieses "Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt, und wer es nicht akzeptiert, den stellen wir online an den Pranger."
Wenn Euch das geltende Recht nicht gefällt, dann sucht nach Mehrheiten, um es zu ändern. Und bis dahin: Haltet Euch dran und spielt nicht Robin Hood.
Kommentiert von: Hubertus | 11. Mai 11 um 09:14 Uhr
Großartig! Wie blind ist ASV denn?
Ich lach mich schlapp - und ich dachte ich habe schon alles an Hirnfreiheit gesehen, was es so gibt...
Ohne Worte
Kommentiert von: Don | 11. Mai 11 um 17:28 Uhr
Wie sieht die Situation eigentlich rechtlich aus, wenn jmd. in die KOMMENTARE eines Blogs vollständige Artikel des ASV reinkopiert? Z.B. ein Troll, der meine Blog-Kommentare mit Volltextkopien von Springer-Artikeln vollspamt? Kann ich deswegen auch abgemahnt werden?
Mir kommt da gerade eine teuflisch Idee...
Kommentiert von: Richie Hawtin | 12. Mai 11 um 10:54 Uhr
Wie läuft es jetzt weiter, habt ihr schon bezahlt oder wartet noch ab?
Kommentiert von: tuple | 10. Juni 11 um 11:51 Uhr
Die erste Mahnung ist zumindest schon da
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 10. Juni 11 um 12:00 Uhr
Mahnung? meinst du bestimmt "Zahlungserinnerung". Das habe ich auch erhalten. Nun, ich habe mir einen Anwalt besorgt. Einfach zahlen will ich nicht. Weiter spielen schon. Lt. Anwalt ist die Summe durchaus übertrieben. Wenn Gericht bei irgendeinem solchen Fall anders entscheidet, dann müsste AS allen, die schon bezahlt haben, Geld zurück zahlen, oder? Mal sehen, was passiert.
Kommentiert von: mehen | 14. Juni 11 um 15:39 Uhr
Jetzt auch Mahnung von Media Inkasso(von AS beauftragt) erhalten, mir drohen Sie mit den Satz wie "erhebliche gerichtliche Kosten...". Tja, was für eine harte Nuss is AS. Ich ergebe mich in diesem monatlangen Krieg gegen einen Dino.
Nie mehr möchte ich mit AS & Co. zu tun...
Kommentiert von: loser | 08. August 11 um 17:14 Uhr