Gestern hat Groupon die Übernahme von Citydeal bekanntgegeben, höchst beeindruckt von der Aufbauleistung der Samwers, die Citydeal in nicht mehr als 6 Monaten aus dem Boden gestampft und mit enormer Marketingpower in den Markt gedrückt haben.
Obwohl Groupon schon 2008 gestartet ist, kam die Groupon-Welle erst so richtig ins Rollen mit den Finanzierungsrunden von Groupon, das im September eine 5 Mio. Dollar Runde und Anfang Dezember dann eine 30 Mio. Dollar Runde bekannt gegeben hat.
Im Dezember starteten dann auch hierzulande die ersten Groupon-Klons. Rocket Internet hat CityDeal über die Weihnachtstage aus dem Boden gestampft und zum Jahreswechsel kurz nach DailyDeal als MyCityDeal online gebracht ("MyCityDeal legt los").
Das Gründerteam wurde aus dem gerade eingestellten BeautyDeal rekrutiert ("Wie aus BeautyDeal MyCityDeal wurde"). Es hielt zunächst ein Drittel der Anteile, musste jedoch schon in den ersten Finanzierungsrunden weichen ("CItyDeal verliert Gründerteam"), als Oliver Samwer und die Rocket Internet Crew um Arnt Jeschke selber das Ruder übernahmen.
Erst im Laufe des April konnte die Geschäftsführung aufgestockt werden und umfasst inzwischen fünf Geschäftsführer (Arnt Jeschke, Dr. Daniel P. Glasner, Philipp Magin, Sebastian Schmidt, Thorsten Schröppe).
Parallel zum Aufbau von CityDeal Deutschland hat Rocket Internet CityDeal Europe aufgebaut mit Dependancen von Holland bis in die Türkei.
In sehr schnellen Finanzierungsrunden kamen zunächst Holtzbrinck und Ottos eVenture Partners und später dann Kinnevik an Bord. Zuletzt wurde CityDeal mit 16,5 Mio. Euro bewertet.
Inzwischen hat Groupon nochmals 135 Mio. Dollar bekommen und der Gründer Andrew Mason freut sich über die Übernahme von CityDeal:
"Together, we are establishing Groupon as the company that not only invented, but now universally defines this new model of commerce."
In dem ausführlichen Statement erläutert er, warum sich Groupon für CityDeal entschieden hat
- Groupon-Gründer Andrew Mason im ausführlichen Interview
- Groupon startet das 'G' Bonusprogramm
- Design Rules! Wie sich das Groupon-Design entwickelt hat




Die Geschwindigkeit, mit der die Samwers CityDeal aufgebaut haben, ist schon wirklich extrem beeindruckend. Als Informatiker finde ich zwar Copycats immer ein wenig langweilig, aber in punkto Vermarktung haben die wirklich alles richtig gemacht.
Kommentiert von: Udo Gröbner | 17. Mai 10 um 11:09 Uhr
Der Erfolg gibt ihnen recht. Wobei sich das im nachhinein immer sehr leicht sagen lässt. Bei CityDeal wurde schon sehr hoch gepokert. Möchte nicht wissen, wieviele schlaflose Nächte das Team in den letzten Wochen hatte.
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 17. Mai 10 um 11:17 Uhr
Steckt hinter CityDeal ein Businessmodell, Break-Even-Point und so :-)
Die Samwer haben einen guten Riecher für CopyCats. Daneben Kapital und Know-How diese schnell und impulsiv im Markt zu positionieren.
Kann es sein, dass genau das, das Businessmodell bei aktuellen Samwer-StartUps ist? - siehe eDarling, zalando, CityDeal...
Kommentiert von: einfachso | 17. Mai 10 um 14:13 Uhr
Ich nenn das immer gerne "Investorenkonzepte" - das muss in erster Linie den Investoren gefallen und erst in zweiter Linie den Nutzern.
Da tun sich natürlich die Gründer/Unternehmer leichter, die wissen, wie man möglichst schnell Mitglieder, Kunden, etc. generiert.
Und die Samwers haben das sicherlich perfektioniert und jetzt erstmals bewiesen, dass sie es auch pan-europäisch können.
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 17. Mai 10 um 14:28 Uhr
Entscheidender Vorteil bei den Samwers sind Ihre Connections in USA. Das wird oft unterschaetzt! Der Groupon move nach Europa war schon abzusehen...wie ich in einem Kommentar hier vor einigen Wochen geschrieben hatte. Gross gepokert hat man hier meiner Meinung nach nicht. Die Evaluierung von Groupon stand ja schon lange im Raum.
Kommentiert von: Sebastian | 17. Mai 10 um 16:57 Uhr
Das klingt so, als ob das Ganze ein Klacks gewesen wäre. Das glaube ich eben nicht. Das hätte genauso gut schiefgehen können, wenn man sich mit Groupon nicht einig geworden wäre.
Aber da hat man sicherlich aus den gescheiterten StudiVZ-Verhandlungen mit Facebook gelernt ;-)
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 17. Mai 10 um 20:41 Uhr
Jetzt bin ich mal gespannt, wann zalando verkauft wird.
Kommentiert von: jo | 17. Mai 10 um 21:10 Uhr
Tja, da hat eben dummerweise Amazon im letzten Sommer Zappos vom Markt gekauft. Da ist die Rechnung eben nicht aufgegangen ... Vielleicht klappts ja nach der Repositionierung zum Fashionhaus.
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 17. Mai 10 um 21:14 Uhr
Bei Zalando muss man mE nicht so weit schauen. In diesem Bereich gibt es große stationäre, nationale Player die mit einem Zukauf ihr Online Problem (alles 10 Jahre verschlafen) lösen können.
Kommentiert von: Alexander Graf | 18. Mai 10 um 09:50 Uhr
Bringt Zalando soviel Substanz mit? Denn dann müsste Zalando ja mehr sein als ein "Investorenkonzept", das einem internationalen Player die Möglichkeit für einen schnellen Markteintritt bietet, sondern sich auch langfristig selber tragen können. Harte Arbeit.
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 18. Mai 10 um 10:30 Uhr
Von den paar wirren Anekdoten die ich habe <- behaupte gar nicht das dieser Kommentar seriöse Quellen hat -- ist Zalandos Marketing Strategie sehr auf aktuelle Conversion zu möglichst günstigen Preise bedacht ... sehr niedrige Wertigkeit des Customer Lifetime Value ... d.h. Jochens Meinung wäre richtig, möglichst schnell Volumen aufbauen, das sich aber nur schwer halten lässt.
Kommentiert von: Florian | 18. Mai 10 um 10:50 Uhr
Genau: Eine klassische Window Dressing Strategie. Aber Anbieter aus dem Nonlinern Umfeld finden 100Mio+ Umsatz (geraten!) einfach sexy und zahlen dafür entsprechende Preise. Da muss sich das Modell gar nicht selber tragen.
Kommentiert von: Alexander Graf | 18. Mai 10 um 16:45 Uhr
Mal sehen, wer zuschnappt, und wann. Gefühlsmäßig sollte es vorher noch die Fusion mit 7Trends/Enamora geben.
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 18. Mai 10 um 18:41 Uhr
schuhe sind echt ein grausames e-commerce sortiment: 2 mal im jahr wechselt die ware total, 50% retouren, sehr trendabhängig im fashion bereich, so gut wie keine wiederbeschaffungsmöglichkeiten innerhalb der saison etc. etc. ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass dies zalando beherrscht. mag sein, dass die jetzt viele Schuhe online haben. auch haben die sehr viel sehr viel traffic. aber ich kann mir trotzdem nicht vorstellen, dass bei zalando schon im oktober/november im letzten jahr die mengen der beschaffung richtig eingeschätzt wurden... möchte "nicht" wissen welche risiken hier im lager schlummern. citydeal ist ein geschäftmodell zum "gelddrucken" keinerlei lagerriskio... ...zalando sollte aber jeder investor nicht nur auf herz und nieren prüfen!
Kommentiert von: Schuheinkäufer | 19. Mai 10 um 20:51 Uhr