Nach dem Ausscheiden von Geschäftsführer Gunnar Piening im Dezember hat Anfang Februar auch Ralph Werner Swoopo nach nur 8 Monaten wieder verlassen.
Geleitet wird Swoopo aktuell vom US-Amerikaner Frank Han. Seit dem Einstieg von August Capital im April letzten Jahres kommt Swoopo nicht mehr zur Ruhe.
Swoopo gilt mit seinem innovativen Geschäftsmodell als einer der Vorreiter des Extreme Retailing und als Auslöser des weltweiten Penny Auction Booms.
Zuletzt mussten Swoopo & Co. ihre Geschäftsmodelle entschärfen und die Nutzer bekommen ihre Einsätze beim Kauf eines Produktes angerechnet.
Frühere Beiträge zum Thema:





Wieso MUSSTE swoopo das Geschäftsmodell entschärfen? Mir ist nicht bekannt daß es hierfür zwingende Gründe gbe.
Kommentiert von: dmi | 11. März 10 um 09:08 Uhr
Zumindest hat sich Swoopo der öffentlichen Kritik gebeugt und sein Geschäftsmodell entschärft. Ob das ein Muss war, darüber kann man sicherlich streiten.
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 11. März 10 um 09:20 Uhr
Sehr interessante News! Swoopo wurde nicht zur Einführung des sog. Direktkaufs gezwungen, sondern der zuständige Partner Howard Hartenbaum vom VC-Investor August Capital hat diese Idee mit dem Einstieg seiner Gesellschaft "mitgebracht", weil man das Geschäftsmodell "fairer" machen wollte.
Swoopo, das in 2008 bereits profitabel war, hat hierdurch viel an Marge bei einem zugleich steigenden Kostenapparat verloren, ohne dass Swoopo sein Image wirklich verbessern konnte.
Dafür spricht auch, dass Swoopo das letzte Mal Ende 2008 Zahlen veröffentlicht hat.
Zuletzt kritisierte die Verbraucherzentrale erneut das Geschäftsmodell von Swoopo & Co. und vor allem die viel zu hohen Direktkaufpreise:
http://www.n-tv.de/technik/Vorsicht-Abzock-Auktionen-article717343.html
Ohne die viel zu hohen Direktkaufpreise läuft Swoopo aber Gefahr, gar nichts mehr zu verdienen. Das kann man an dem Samwer-Klon DealStreet sehen, der ja alles von Swoopo 1:1 kopiert hat.
Leider läuft auch der im Dezember gestartete Einstieg in den koreanischen Markt offenbar alles andere als positiv - ich habe noch nie einen koreanisch anmutenden User auf Swoopo gesehen:
http://www.alexa.com/siteinfo/swoopo.kr#trafficstats
Jochen, vielleicht gelingt es Dir ja mal, den neuen Vorstand Frank Han zu einem Interview zu bewegen - wäre auf jeden Fall sehr interessant!
Kommentiert von: Arno | 11. März 10 um 10:47 Uhr
Wäre ja noch schöner, wenn diese auf der Dummheit der Teilnehmer basierende Idee auch noch auf Dauer erfolgreicher wäre als ne durchschnittlich Abzockmasche ;)
Kommentiert von: Johann | 11. März 10 um 15:03 Uhr
Swoopoo ist und bleibt ein "Brandrodungs"-Geschäftsmodell. Hebt extrem schnell ab und geht genau so schnell in den Tiefflug.
Das ist das Problem, wenn man Geschäftsmodelle auf all dem aufbaut, was gegen die Prinzipien verstößt, die das Medium Internet ausmachen - markets are conversations - not superhyped impulse purchases.
Ich gehe davon aus, dass swoopoo eine retention (month2month) von höchstens 15% hat. Sprich ind 40 Tagen tauschen die einmal Ihre komplette customerbase aus. Wenn ich also die relevante Zielgruppe, die sich auf sowas einlässt einmal "gebrandrodet" habe, wird Neukundengewinnung zu einem ausgesprochen kostspieligen Unterfangen. Google freut sich - und die Billig-Spots im TV werdens nicht sichern.
Es muß ein Grundanliegen aller Verfechter eines cluetrain manifestos sein, dass Unternehmen wie diese aussterben - und ja: zurecht.
Kommentiert von: Timo Schneider | 12. März 10 um 10:50 Uhr
Wahrscheinlich ging den beiden Geschäftsführern die Staatsanwaltschaft auf den Sack, drum sind sie rechtzeitig abgehauen. Kann ich ihnen nicht verdenken. Rette sich wer kann.
Kommentiert von: Peter Lamm | 12. März 10 um 14:19 Uhr
Und schon ist es passiert!
Swoopo hat doch tatsächlich den Direktkauf über Nacht so gut wie abgeschafft!
Man kann sich nur maximal 25% seiner eingesetzten Gebote anrechnen lassen.
Insofern ist das Geschäftsmodell jetzt nicht mehr wirklich entschärft.
Kommentiert von: Roland | 22. März 10 um 13:00 Uhr
Interessant. Danke für den Hinweis!
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 23. März 10 um 15:23 Uhr
Mir erscheint diese Vorgehensweise der Geschäftsführung wie die von unseriösen MLM (MultiLevelMarketing, Pyramidenspiele).
Erst baut man etwas auf, was die Kunden um deren Bares bringt, ohne das eine relevante Gegenleistung erbracht wird. Wenn der Markt (die Kunden) dann gemerkt haben, daß sie abgezockt wurden, verlässt man schnell noch das sinkende Schiff...
Swoopo ist kein Geschäftsmodell, es ist in meinen Augen eine unseriöse Abzockmasche, welche fast schon kriminell ist.
Kommentiert von: reality-shock | 06. Mai 10 um 10:07 Uhr
Wenn man das System mal ganz genau anschaut, weird man merken, daß es am ehesten mit dem illegalen Hütchenspiel vergleichbar ist.
Analogien:
Wer spielt mit?
Idioten, welche GLAUBEN man könnte gewinnen, oder Lockvögel, welche die Idioten glauben machen sollen, daß man gewinnen könnte.
Beispiele/Indizien: Es "gewinnen" oft dieselben Personen, teilweise sogar identische Produkte, welche ein privater Mitspieler in aller Regel nicht mehrfach braucht, bzw. nicht soo überhöht mitbieten würde.
Wer kann den Ausgang des Spieles so manipulieren, daß es niemand merkt und hat gleichzeitig ein fundamentales Interesse daran?
Der Anbieter, bzw. der Hütchenspieler!
Kommentiert von: Think! | 29. Juni 10 um 15:26 Uhr