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Folgende Weblogs beziehen sich auf Shopbörse: Otto übernimmt Quelle.de und rüstet Systeme auf:

Kommentare

Sven

Wow!, richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt: Den derzeit etwas ramponierten, aber immer noch wertvollen Markennamen QUELLE sichern und alle händereibenden Diskussionen darüber, wie sich die durch die Abwicklung "frei werdende" Nachfrage im nächsten Jahr wohl auf den Rest der Branche "verteilen" wird, abkürzen und frech signalisieren: "Otto kriegt's!"

So manch ein anderer, universalistischer Versandhändler wird das glatt als Stinkefinger aus Hamburg interpretieren (müssen) und heute relativ schlechte Laune haben.

Spannend bleibt, was aus dem Shop quelle.de nun wird: Ein Parallelshop der Otto Group für die einstige Quelle-Stammkundschaft, für ganz neue Zielgruppen, mit anderem Sortimentsfokus, oder oder...?

Das sich Otto auch gleich noch Privileg gezogen hat, lässt darauf schließen, das auch das MDA Sortiment ausgebaut werden soll. Potential ist da, ob's was wird, muss sich natürlich erst zeigen.

Ein Quelle-Big-Book werden die Hamburger aber wohl nicht reaktivieren, oder? Über sortiments- oder zielgruppenspitzere Kataloge mit Quelle-Logo würde ich mich persönlich aber nicht wundern, denn da gibt es im einen oder anderen Sortiment sicher noch Potential bei bestimmten Zielgruppen.

Der König ist tot, es lebe der König.

Business On Mittelfranken

Schade, dass sich die Einkaufs-Fraktion in Koalition mit einigen Lieferanten nicht durchsetzen konnte. Ich denke, "Quelle Deutschland ligth" hätte durchaus Potenzial gehabt. Nach der Übernahme durch Otto bleibt weiterhin offen, ob Arbeitsplätze in Nürnberg-Fürth erhalten bleiben.

CF

Es wird evtl. nicht reichen, einfach die Domain Quelle.de auf Otto.de weiterzuleiten, um das Umsatzpotenzial abzugreifen.

Bjiane

Spannend bleibt noch, was aus den profitablen Töchtern in CH und AT wird, da ja OTTO kein Interesse bekundet hat.

Martin Gross-Albenhausen

An A und CH haben vielleicht La Redoute und Charles Vögele Interesse. Zu hören ist auch, dass Martin Lenz mit Investoren über ein Engagement gesprochen hat. Aber das Blöde ist: Ohne Ware sind die auch nix mehr wert. Und die könnte wohl nur La Redoute so schnell liefern.

Netter Satz übrigens von Otto: "Des Weiteren ist die Otto Group gegenüber möglichen Investoren weiterer Quelle-Auslandsgesellschaften bereit, über die weitere Nutzung der Marken zu sprechen." Ohne deren Plazet geht jetzt nix mehr.

Ich frage mich, ob Otto wirklich Quelle weiterführen will. Ich habe selbst am Anfang gedacht, das wäre nach Schwab-Modell möglich. Inzwischen bin ich skeptisch: Man hat keine Leute mitgenommen. Eine prominente Marke wie Quelle kann man aber nicht aus einer Hand mitmachen - das ging ja schon bei Quelle und Neckermann nicht. Wäre Schizophrenie. Und bei der Zielgruppe nur auf online zu setzen ist ja auch eine Beerdigung auf Raten. Wie schwer das ist, hat plus.de ja nach Abflug der Filialen mitbekommen.

Deshalb ist es eigentlich clever: Man hält dritte "Störenfriede" raus und kann mit den bestehenden Marken ja ohnehin die Ziel- und Stilgruppen bewerben.

Im übrigen geht das auf Kosten von neckermann.de, fürchte ich. Die müssen jetzt mit 70 % Rabatten im gerade eben erfundenen "Herbst-Schlussverkauf" die HW-Kollektion rauskloppen. Dass sie von den Quelle-Kunden was abbekommen, ist dagegen fraglich. Kann ich nur viel Glück wünschen.

Thomas Voigt

Tatsächlich leiten wir Quelle-Umsätze auf die Otto Group um – in Russland. Wie wir in den anderen Ländern inklusive Deutschland mit dem Kauf von Markenrechten Umsätze umlenken sollen, bleibt Ihr Geheimnis.

Thomas Voigt, Direktor Wirtschaftspolitik und Kommunikation Otto Group

Sven

@ Thomas Voigt: Wie Sie auch in Deutschland Quelle-Nachfrage umlenken können? Kunden, die an der Marke hängen, gibt es ja noch, denke ich mal. Also beispielsweise einfach die besten Geschäftsideen dafür hier im Blog und in den Kommentaren einsammeln, evaluieren und dann umsetzen. So praktisch ist Web 2.0 :-))

Jochen (Exciting Commerce)

@Thomas Voigt: Online geht das eigentlich ganz einfach. Den Otto-Shop und sein Sortiment im Quelle-Design unter die Domain quelle.de hängen und die Otto-Produkte dann möglichst in Quelle-Päckchen verpackt an die Kunden verschicken ... also im Prinzip das, was mit den Otto-Produkten bei Schwab passiert.

[Entschuldigung für diesen Kommentar!]

Jochen (Exciting Commerce)

@Sven (zum ersten Kommentar): Das habe ich mir auch gedacht. Strategisch extrem geschickt! Wobei es natürlich auch absehbar war, dass es so kommt. Aus Wettbewerbsgründen hätte die Marken natürlich jemand anderes bekommen müssen. Mal sehen, was das Kartellamt sagt. Der Insolvenzverwalter gibt ja nachvollziehbarerweise erstmal dem Höchstbietenden den Zuschlag.

peOn

@Jochen: Zu Deinem vorletzten Posting - ist natürlich eine profitable Strategie, da im Hintergrund die Otto-Infrastraktur samt Produktsortiment, Logistik, Buchhaltung und Versand läuft. Allerdings wird man sich langfristig fragen müssen, wie man Quelle aus Markensicht positionieren will. Den ein Otto 2.1 unter dem Quelle-Flägchen - da bin ich skeptisch, ob hier nicht die die bisherige Otto-Kundschaft kanibalisiert wird.

Jochen (Exciting Commerce)

Klar, langfristig braucht es eine andere Strategie, wie von MGA angedeutet. Aber es geht ja jetzt erstmal darum, kurzfristig von der Aufmerksamkeit zu profitieren, die Seite nicht sterben zu lassen und die Umsätze im Weihnachtsgeschäft noch mitzunehmen.

YinYang

Auf den ersten Blick ein guter Schachzug von Otto und irgendwie logisch.
Leider haben solche Konsolidierungen zur Folge, dass sie Innovationsarmut bedeuten. Ein weiterer Wettbewerber weg bzw. in der Eigensteuerung und man kann weiter wurschteln wie bisher...
Lachender Dritter im Bunde dürfte amazon sein.
Eine neue Quelle hätte E-Commerce neu denken können und - wenn von allen Intershop, Atos etc.-Altlasten befreit - für Amazon eine echte Gefahr werden können - mit den richtigen Unternehmern und Investoren an Bord... Die Chance war da... Multibranding/Multimatching hilft natürlich - also Otto, Baur oder wen auch immer einfach mit Quelle eine neue zusätzliche Optik verschaffen und dasselbe Sortiment an eine andere Zielgruppe, die durch den originären Markennamen nicht zu erreichen wäre, zu verkaufen.
Hinzu kommt natürlich noch der nicht zu unterschätzende Traffic über die recht gute Suchmaschinen-Indizierung... Soweit so gut...

Mit Innovation oder einem Angriff auf die E-Commerce Pure-Player wie Amazon hat dies wenig zu tun und die Frage ist, ob nicht so einfach nur die Probleme des Traditionsgeschäfts nur auf mehrere Schultern verteilt werden, denn auch Otto ist in seinem Kernbereich alles andere als Profitabel und hat mit vielen Altlasten (auch systemseitig) zu kämpfen... Einen Entwicklungsschub im E-Commerce auf neues Wachstum durch die jetzt einmalige Chance E-Commerce von Grund auf neu zu definieren und proaktiv die E-Commerce-Entwicklung zu gestalten, amazon und Co. die Stirn zu bieten und ohne Altlasten mitschleifen zu müssen, sehe ich noch nicht...

Schade... Innovationen und spannende neue E-Commerce-Geschäftsmodelle werden wohl so auf absehbare Zeit nicht kommen... E-Commerce wird hierzulande somit wohl noch weiter an Innovationsarmut leiden... Der Marktdruck fehlt... Einer weniger, der einem beim Weiterwurschteln wie bisher stört... Ich hätte mich sehr auf den Einstieg in eine neue E-Commerce-Dimension mit einer neuen Quelle gefreut...

Aber vielleicht denke ich zu negativ und Otto ergreift ja doch noch die einmalige Gelegenheit, ein gewaltiges Wort im E-Commerce mitreden zu wollen und geht ganz neue Wege... Der Branche täte es mehr als gut!
Ein "positives" bleibt natürlich für die gesamte Branche - der Veränderungsdruck im Online-Marketing sinkt auch, da die SEM-Preise sicherlich auch ein wenig fallen dürften - einer weniger, der mit Millionen im Monat um die Keywords mitbietet ;-) Google wird's nicht gefallen...

Oliver

Eine, vermute ich, sehr dumme Frage: bedeutet die Übernahme der Marke Privileg nicht, daß OTTO auch Garantie-Ansprüche der Privileggerätenbesitzer befriedigen muß?

Also, wenn ich bei QUELLE eine Maschine kaufte und die Garantiefrist noch nicht abgelaufen ist, muß ich i.g.F. zu OTTO?

Oder bin ich zu naiv?

Jochen (Exciting Commerce)

@YinYang Ich denke, Otto hatte keine andere Wahl als die Markenrechte der Konkurrenz wegzuschnappen.

Generell sehe ich es auch als Schwächung. Otto bekommt noch mehr Nebenkriegsschauplätze.

Der "Einstieg in eine neue E-Commerce Dimension" ist aber von Otto & Co ohnehin nicht zu erwarten.

Aber da stehen ja inzwischen genügend andere bereit, die die Chance nutzen werden und den Online-Handel in den nächsten 10 Jahren revolutionieren werden.

Um die Zukunft des E-Commerce mache ich mir die allerwenigsten Sorgen ...

YinYang

@Jochen Ein anderer hätte mit Quelle nur auf einer ganz anderen Flughöhe mit dem neu definiertem E-Commerce loslegen und neue Konzepte gleich in der breiteren Masse etablieren können...

Hoffen wir auf die vielen neuen kleinen ;-)

Jochen (Exciting Commerce)

Ich würds anders formulieren: Bauen wir auf die kleinen Wachstumsstarken, die das Feld von hinten aufrollen :-)

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