Diese plastische Formulierung eines Arcandor-Managers gegenüber Exciting Commerce beschreibt eigentlich ganz gut, wie sich Arcandor gerade dem Showdown nähert ("Fluchttendenzen bei Arcandor"):
"Der Karstadt-Mutterkonzern beginnt, sich aufzulösen. Erste Teilbereiche suchen auf eigene Faust Käufer. Die Entscheidung über die Zukunft fällt bald.
Der Tagesspiegel schreibt weiter:
Die Suche nach interessierten Investoren wird für Eick immer schwieriger. Vor allem die finanzstarken Eigentümer des Konzerns scheinen nicht mehr an die Pläne des Managers zu glauben.
Die profitablen Teile von Arcandor beginnen derweil bereits, sich vom Konzern zu lösen. Die Insolvenzverwaltung bereitet den Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an dem britischen Touristikunternehmen Thomas Cook vor, wie ein Sprecher bestätigte.
Mehrere Gläubigerbanken, an die die Aktien bereits vor längerer Zeit verpfändet wurden, sollen die Beteiligung nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ in den kommenden Tagen abgeben.
Ebenso sollen sich mehrere Spezialversender, die zur Arcandor-Sparte Primondo gehören, inzwischen selbst auf die Suche nach Käufern gemacht haben."
Bezeichnend für die Lage: Die Verantwortungsbewussten unter den Versandmanagern, die selbst initiativ werden und sich von Arcandor nicht ähnlich wehrlos zum Schaffott führen lassen wollen wie Quelle, werden umgehend aus der Zentrale abgekanzelt ("Heimliche Suche nach Käufern"):
- Arcandor-Zerschlagung: Das Interessengeflecht im Überblick
- Sanierung unerwünscht: Arcandor steht vor der Zerschlagung
- Beginnt jetzt die Zukunft des deutschen Versandhandels?





Das heißt ja, Arcandor & Primondo explodieren in viele kleine Einzelteile, und in Form diverser fragmentierter Trümmer verteilt sich ein Teil deren großer Massenmärkte dann auf viele (kleinere) Nischenmärkte. Das wäre ja ganz im Sinne von Andersons Long Tail Konzept ("Scattered interests: Infinite choice equals ultimate fragmentation!") und damit die Zukunftschance schlechthin für das einst so kafkaesk wirkende Handelsministerium in Essen/Fürth. Damit sind die Einzelteile wieder besser aufgestellt als das Ganze. Ich halte den Atem an und staune!
(OK, nicht ganz ernst gemeinter Kommentar, aber wer weiß... ;-)
Kommentiert von: Sven | 27. Juli 09 um 18:26 Uhr
gnahahaha - eine absolut präzise Analyse der Situation der Herr - Respekt.
It´s atomized commerce - microchunked and highly relevant.
Jedem Bürger sein Quelle-Atom sag ich da mal.
Kommentiert von: xenon | 27. Juli 09 um 19:56 Uhr
Super Kommentar, ich wünsche den oben schreibenden Zynikern, daß Sie auch jobmässig " fragmentiert" werden.
Unglaublich....
Kommentiert von: MasterB | 10. August 09 um 15:57 Uhr