Ich bereite gerade zwei Gastvorlesungen für die Popakademie Baden-Württemberg zu den Themen "Social Shopping" und "Web Syndication" vor. Ein Thema, das in der Musikbranche eine besondere Rolle spielt, ist die Frage: Was sind eigentlich die umsatzrelevanten Produkte?
Die Musikindustrie muss lernen zu unterscheiden zwischen Musik und Musikprodukten. Während die Musik frei zugänglich sein muss, müssen die Produkte das Geld einspielen. Das hat sich durch das Internet nicht wesentlich geändert. Nur hat die Musikindustrie bisher keine zeitgemäßen Nachfolger für die Schallplatte und die CD gefunden. Ob es Downloads und Klingeltöne auf Dauer richten werden, scheint fraglich.
Wie die Musikbranche bzw. die Musikkünstler in digitalen Zeiten denken und handeln müssten, beschreibt Mike Masnick in seiner immer wieder lesenswerten "Grand Unified Theory On The Economics Of Free":
"So, the simple bulletpoint version:
- Redefine the market based on the benefits
- Break the benefits down into scarce and infinite components.
- Set the infinite components free, syndicate them, make them easy to get -- all to increase the value of the scarce components
- Charge for the scarce components that are tied to infinite components
- Redefine the market: The benefit is musical enjoyment
- Break the benefits down (not a complete list...): Infinite components: the music itself. Scarce components: access to the musicians, concert tickets, merchandise, creation of new songs, CDs, private concerts, backstage passes, time, anyone's attention, etc. etc. etc.
- Set the infinite components free: Put them on websites, file sharing networks, BitTorrent, social network sites wherever you can, while promoting the free songs and getting more publicity for the band itself -- all of which increases the value for the final step
- Charge for the scarce components: Concert tickets are more valuable. Access to the band is more valuable. Getting the band to write a special song (sponsorship?) is more valuable. Merchandise is more valuable."
Glücklicherweise gibt es inzwischen neben den alten Hasen durchaus auch junge Künstler, die die Zeichen der Zeit erkennen und auf dem richtigen Weg sind.
Frühere Beiträge zum Thema:
- Netzwerte 09: Gute Geschäftsmodelle für digitale Zeiten
- Buchtipp: Von sozialen und technischen Innovationen
- Intelligentes Preismodell: Popcuts belohnt frühe Käufer
- Rockbands als Medienkonzerne: U2, Rolling Stones, Grateful Dead
- Die Musikindustrie, die Fans und das Netz
- Und sie bewegt sich doch: Die Musikbranche














Zu diesem Thema gibt es Anfang Juli auch ein Barcamp bei der Popakademie.
siehe
Future Music Camp unter http://futuremusiccamp.mixxt.de/
Das dürfte sich für junge wie alte Hasen lohnen.
Kommentiert von: Christian | 25. Mai 09 um 14:37 Uhr