
Wie Venturebeat berichtet, experimentiert Facebook in ersten Teil-Communities mit einer eigenen Web-Währung, mit deren Hilfe sich Nutzer untereinander Respekt zollen können.

O
b man die Facebook-Credits schon als Währungssystem im klassischen Sinn bezeichnen kann, da scheiden sich die Geister. In jedem Fall gehen die Credits über die sonst üblichen Bewertungssysteme hinaus, da sich die Nutzer ihre Credit-Kontingente vorher kaufen (bzw. schenken lassen oder verdienen) müssen:
"So its more like a gift and less like a virtual currency of the sort that you see in games, and less like buying virtual clothes to decorate an avatar. Competitive gaming features are de-emphasized.
For example, there’s no leaderboard that shows you who on the site or among your friends has the most credits. You can only see how many credits you have when you’re looking to give them to somebody else or when you’re in the gift store.
Your credit, er, score doesn’t even show up on your profile page. You can’t even see the total number of credits that people have together given a particular item."
Vieles erinnert an ein Währungssystem, auch wenn nicht immer der monetäre Aspekt im Vordergrund steht. Was aber vielleicht auch gar nicht nötig ist.
Denn noch ist ganz generell offen, ob und wie sich Wertschöpfung in Social Networks fassen lässt und wie die dafür notwendigen "sozialen" Währungssysteme aussehen könnten.
Klar ist derzeit nur, dass Social Networks gesellschaftliche Strukturen abbilden und wie Facebook - mit bald 200 Mio. Mitgliedern weltweit - inzwischen Dimensionen erreicht haben, die an die Bevölkerung großer Staaten heranreicht.
Deshalb sind Social Networks prädestiniert dafür, ihre Mitglieder auf absehbare Zeit durch eigene Währungssysteme noch stärker zu vernetzen und den Austausch von Waren und (Dienst-)Leistungen zu fördern.
A dizzying variety of new currencies
Als ich kürzlich auf der Frühjahrstagung des Frankfurter e-Finance Labs einen ersten Vortrag zum Thema "Exciting Finance" halten durfte, drehte sich dieser vornehmlich um nutzergetriebene Finanzdienste. Das Thema Web-Währungen klang nur im Ausblick an.
Viel besser beschreibt die Entwicklungen und Potenziale in diesem Bereich ohnehin Stephan DeMeulenaere vom Complementary Currency Center in seiner Vortragsankündigung für die kommende Webinale in Berlin:
"Communities and regions across Europe and the world form their own currency networks, and as networks of individuals and enterprises introduce their own economic systems to co-produce and co-brand, we are witnessing the births of a dizzying variety of new currencies.
Most of these are based on emerging transaction technologies and network economy theory that will become the foundation of the knowledge economy in the future."
Nicht nur der Venturebeat-Beitrag gibt interessante Einblicke in die Facebook-Aktivitäten. Auch Mashable hat sich schon vorher ein paar gute Gedanken über eine Facebook-Währung gemacht.
- Web-Währungen: Was kommt nach der Währungskrise? (5)
- Netzwerte 09: Web-Währungen vs. Regio-Währungen
- Netzwerte 09: Social Networks als drittes Wirtschaftssystem














Auch bei Twitter gibt es ähnliche interessante Versuche:
Twollars:
http://leanderwattig.de/index.php/2009/04/03/twollars-virtuelle-wahrung-fur-twitter/
Kommentiert von: Leander Wattig | 05. April 09 um 17:02 Uhr
Scheint aber keine offizielle Twitter-Währung zu sein, aber ein toller Ansatz in die richtige Richtung. Danke für den Hinweis :-)
Mehr dazu: http://newcurrencyfrontiers.blogspot.com/2009/03/about-month-ago-eiso-kant-and-mac.html
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 05. April 09 um 22:14 Uhr