Plus.de nimmt Abschied vom Multi-Channel und will nach der Aufgabe des Filialgeschäfts zum reinen Online-Versender werden und seinen Umsatz von knapp 100 MIo. Euro (2008) weiter kräftig steigern:
"Derzeit wächst der Markt um zehn bis 15 Prozent", sagt Plus.de-Geschäftsführer André Kiefermann. "Dieses Tempo wollen wir in den nächsten Jahren deutlich übertreffen."
Die 2002 gestartete Online-Firma setzte im vergangenen Jahr knapp 100 Mio. Euro um. Rote Zahlen gebe es bei Plus.de nicht, berichtet Geschäftsführer Kiefermann.
Von dem ursprünglichen Konzept, den Verkauf einzelner Artikel aus den Plus-Filialen zu unterstützten, hat sich die Tengelmann-Tochter weit entfernt.
Längst ist Plus.de ein veritables Billigkaufhaus, das jeden Donnerstag wochenweise neue Aktionsware auf die Verkaufsreise schickt. (...)
4 000 Artikel umfasst das Sortiment. 10 000 sollen es bis zum Jahresende werden. Bietet ein Wettbewerber wie Tchibo oder Schlecker einzelne Teile günstiger, wird beim Preis nachjustiert. (...)
Dabei soll es nicht bleiben. Seit anderthalb Jahren arbeiten die Mülheimer an einem zweiten Shop, der sich - im Gegensatz zum Online-Discounter - auf Markenware spezialisieren wird.
Im neuen Markenshop ist der Preis nicht der USP. Geplant ist der Verkauf hochwertiger Textilien, Accessoires, Möbel und Unterhaltungselektronik.
"Markenhersteller erkennen inzwischen, dass sie diesen Vertriebskanal nicht vernachlässigen dürfen", berichtet Kiefermann. Für den traditionellen Vertriebsweg sieht er daher schwarz: "Es wird bald keine Marke mehr geben, die vom Fachhandel regiert wird."
Plus hat sich seinen Online-Erfolg in den vergangenen Jahren teuer erkauft. Mit einem Bruttowerbevolumen von 42 Mio. Euro war Plus 2007 der Werbekönig im E-Commerce, hat diesen Titel allerdings im letzten Jahr an Esprit abgegeben, wie auch die Trafficentwicklung verdeutlicht. (Anmerkung: Das Brutto-Werbevolumen sagt als rein hypothetischer Wert nichts über die tatsächliche Höhe der Werbeausgaben aus.)
Plus.de zählt zu den Top 50 Shops hierzulande. Wir suchen noch knapp 150 weitere Kandidaten für die Top 500 Shops (ab einem Umsatz von 500.000 Euro/Jahr) und freuen uns über Tipps und Hinweise
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