So sieht es aus, wenn man die neuen Umsatzzahlen des Otto-Konzerns für das Geschäftsjahr 2008/09 nimmt und sie den Vorjahreswerten gegenüberstellt: Rekordeinbrüche von 224 Mio. Euro alleine bei den Universalversendern:
Der Otto-Konzern hat jedoch offenbar an den Vergleichswerten gedreht - und so vermittelt die Otto-PR ein weitaus rosigeres Bild vom Geschäftsverlauf ("Otto trotzt der Wirtschaftskrise").
Und natürlich übernehmen Handelsblatt & Co die PR-Botschaften ("Versandhandel meldet sich zurück") in gewohnter Manier (s. dazu auch den letzten Bericht im Manager-Magazin über das "Auslaufmodell Otto")
Letzten Meldungen zufolge reduziert Otto seine Lagerkapazitäten. Insofern würde es einen wundern, wenn im Deutschlandgeschäft alles so rosig liefe.
Auch bei Twitter wird spekuliert (Beiträge erst nach Freischaltung lesbar)
Frühere Beiträge zum Thema:





Hi Jochen,
ich glaub im Chart ist ein kleiner Fehler.
An der Seite steht in 1.000EUR. Müssten das nicht Mio's sein?
bye
Tobias
Kommentiert von: Tobias Spill | 01. April 09 um 09:11 Uhr
Absolut korrekt. Danke für den Hinweis :-) Ist korrigiert.
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 01. April 09 um 09:23 Uhr
Stimmt aber leider so nicht ganz, ist sogar noch steiler: Schwab z.B. enthält hier auch noch die Spezialversender Witt etc. Schwab alleine ist schon deutlich kleiner und wird drastisch schrumpfen - nimmt man die neuen Sheego-Umsätze raus. Ist ja längst kommuniziert, dass man dort den Universalversand bezeichnenderweise auslaufen läst.
Insofern stimmt die Grundaussage. Otto ist sich längst darüber im Klaren, dass es einfach keine Zukunft hat, drei Universalisten zu führen. Ich hatte darüber ja schon ein paar mal hier und anderswo was geschrieben. Baur wird der nächste, der sich von dem bisherigen Universalkonzept verabschiedet.
Also sollte man ruhig nochmal 600 Mio. aus dem Universalversand rausnehmen. Das ist schon deshalb fair, weil man dann zur zweiten Frage kommt: Wie bewähren sich die Spezialkonzepte, die ja auch mit deutlich mehr Wettbewerbern kämpfen müssen. Dort wird auch überall das Internet-Geschäft gefördert, aber man kann die Kataloge auch einfacher vom Leit- zum Folgemedium umdrehen.
Mal von einer anderen Baustelle berichtet: Der neue Marketing-Chef von Beate Uhse hat mir gestern gesagt, dass bis 2008 in einem hoch Online-Affinen Geschäftsfeld wie Erotik bei Beate Uhse der Katalog den Ton angegeben hat. Das wurde erst jetzt deutlich gedreht. Stores und Internet erhalten die Ware zuerst, weil die Kataloge einfach zu teuer für ungetestete Penner sind.
Kommentiert von: Martin Gross-Albenhausen | 01. April 09 um 10:47 Uhr
Danke für die Hinweise :-)
Damit ist mir auch klar, wo die Witt-Umsätze (bis 06/07 gut 500 Mio. Euro) abgeblieben sind :-)
Bei Schwab, Baur, Otto etc. handelt es sich jeweils um die kommunizierten Gruppenumsätze.
In der Grafik (noch) nicht aufgeführt sind die Gruppenumsätze für Heine und Bonprix, weil hierfür schlüssige Vergangenheitswerte fehlen.
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 01. April 09 um 11:13 Uhr
Amüsant, der Twitter-Link. Es hätte auch heißten können: Auch ich spekuliere mit, und zwar auf Twitter.
Übrigens ist so ein Link nur halb so wertvoll, wenn man seine Tweets als "private" markiert.
Kommentiert von: Marian Steinbach | 01. April 09 um 19:38 Uhr
So war das nicht gemeint mit dem Twitterlink, denn dort verweise ich ja bewusst auch auf die Meinungen/Rückmeldungen der anderen.
Und meine Tweets sind bewusst "privat", weil ich ja nicht öffentlich spekulieren will ;-)
[Den Freigabehinweis habe ich ergänzt]
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 01. April 09 um 19:57 Uhr