Arcandor läuft die Zeit davon. Im Oktober hat sich der Konzern nach einer Krisensitzung in die Hände der Gläubiger begeben und hangelt sich seitdem von Überbrückungskredit zu Überbrückungskredit.
Vorsichtshalber hat sich der neue Chef schon mal nach Staatshilfe umgesehen. Denn Presseberichten zufolge muß er bis Mitte Juni 650 Mio. Euro auftreiben, um auslaufende Kredite zu verlängern.
Für den morgigen Sonntag hat Arcandor eine neuerliche Krisensitzung einberufen ("Arcandor geht ans Eingemachte"):
Dem Vernehmen nach will der Konzern zusätzliche Kredite bis zu 800 Millionen Euro und eine Kapitalerhöhung möglich machen.
Die Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag" berichtete, der Aufsichtsrat solle auf einer kurzfristig einberufenen Sitzung am morgigen Sonntag den Plänen zustimmen.
"Als Alternative bereitet der Vorstand die Einleitung eines Plan-Insolvenzverfahrens vor", zitiert die Zeitung Bankenkreise."
Frühere Beiträge zum Thema:




naja ein drittel von der gesellschaft gehört ja sal. oppenheim, einer bank die ihren sitz in luxemburg hat. da kann denen nicht viel passieren.
Kommentiert von: shibumi | 19. April 09 um 13:37 Uhr
Der ex Karstadt-Konzern ist ein Trümmerhaufen, trotzdem nimmt der Ex-Chef noch einen 2,3-Millionen-Bonus mit nach Hause.
und da wollen die noch Hilfe vom Staat? NO WAY!!!!!!!
Kommentiert von: schmidt | 19. April 09 um 16:19 Uhr
Nachdem ich mir jetzt Eicks Auftritt auf der Pressekonferenz angesehen habe, bin ich eher ratloser als vorher. Der Ertrag soll aus zwei Bereichen kommen: Dem gemeinsamen Einkauf und der Tilgung von Nicht-Kerngeschäften, die so Cashflow-positiv werden sollen (oder zumindest kein Geld mehr verbrennen dürfen). Deshalb hat Eick auch Middelhoffs LIeblingsprojekt myby dahin ausgelagert, vermute ich.
Aber das Lied von den Effizienzerfolgen aus dem gemeinsamen Einkauf kenne ich schon seit der Fusion von Karstadt und Quelle. Da hat noch jeder VV die Schatztruhe gesehen, und gebracht hat es bislang offenbar wenig. Viel wird ja schon über Li & Fung gesourct. Ich weiß also nicht, ob das 5 % bringen wird.
Und ob die Cashflows bei allen Spezialversendern positiv sind (und auch perspektivisch positiv bleiben) ist mir auch etwas fraglich. Dennoch wurden alle erstmal beim Kerngeschäft belassen. Hingegen soll der Kundendienst ausgegliedert werden. Das war unter Middelhoff/Sommer noch das Differenzierungskriterium gegenüber den Wettbewerbern.
Kommentiert von: Martin Gross-Albenhausen | 20. April 09 um 11:22 Uhr
Geschätzt: Außer Walz, HSE24, planet-sports und vielleicht noch AGS und Vertbaudet ist nix cash-positiv.
Konzequenterweise hätte quelle zu artrys müssen...oder immerhin quelle ohne quelle.de.
Kommentiert von: xenon | 20. April 09 um 16:00 Uhr
@xenon: "artrys" - nicht schlecht, klingt nach Arthritis. Ich hab mich gefragt, wer sich diesen Kunstbegriff ATRYS wieder ausgedacht haben mag. Und was er bedeutet. Könnte man ja mal einen Wettbewerb für die beste Auflösung des Akronyms ausloben :-)
Kommentiert von: Martin Gross-Albenhausen | 20. April 09 um 22:05 Uhr