Die Währungskrise wird immer noch gerne als "Finanzkrise" abgetan. Doch, mal ehrlich, welcher vernünftig denkende Mensch hat auf Dauer Lust, Ersparnisse und Rücklagen, also zunehmend die Altersvorsorge, in Währungen angelegt zu sehen, die zunächst von Finanzjongleuren und nun von Regierungen freizügig als Spielgeld für sog. Hilfs- und Konjunkturpakete missbraucht werden können?
Konzentrierte sich die Berichterstattung bisher weitgehend auf die Symptome, so ging es in dieser Woche erstmals auch hierzulande so richtig ans Eingemachte. Telepolis fasst die Währungsdiskussion ("Geld verleiht keinen Sinn") in den deutschen Medien zusammen.
Ein hervorragendes Interview ("Wenn die Titanic absäuft, braucht man Rettungsboote") hatte der Tagesspiegel:
"Eine andere Verlaufsform wäre – und das hatten wir in der deutschen Geschichte 1923 – die Hyperinflation. Alle Geldbeträge aber auch alle Schulden werden dadurch vernichtet. So kann sich der Staat entschulden. Vernichtet werden aber auch die Ersparnisse der mittleren und kleinen Einkommen, beispielsweise deren Altersvorsorge."
Selbst die Wirtschaftswoche befasste sich in dieser Woche mit Zweitwährungen und mit einer möglichen Hyperinflation (= Geldentwertung).
Während die politisch Verantwortlichen also weiterhin "Konjunkturpakete schnüren" und an Beruhigungspillen wie der sog. "Schuldenbremse" werkeln, ist die Währungsdiskussion in den Medien angekommen. Und es wird an zunehmend breiterer Front um mögliche Zukunftsszenarien gerungen.
Interessanterweise verläuft die Debatte allerdings sehr schwarzweiß. Ein kompletter Systemwechsel, sprich: die Abkehr vom Kapitalismus, scheint der einzige Weg. Aber was spricht dagegen, auch weiterhin hochspekulative, globale Währungen zu haben, solange diese entkoppelt sind von den lebensunterhalt- und zukunftssichernden (Web-)Währungen?
(via)




Das Eingeständnis, dass wir es hier mit einer Währungskrise zu tun haben, wäre der finale Offenbarungseid für die Politik. Siehe auch http://www.polemik-pur.de/2009/02/finanzkrise-wirtschaftskrise-wahrungskrise/
Kommentiert von: Peter Paul | 18. Februar 09 um 11:11 Uhr
Ich mag deinen Blog über Commerce, aber bitte späkuliere nicht über Finanz/Währungssysteme.
Kommentiert von: ideenhai | 22. Februar 09 um 01:15 Uhr
Warum nicht? No currencies, no commerce. Die Währungsthemen sind bewusst nur am Wochenende ...
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 22. Februar 09 um 13:09 Uhr