Nachdem die Gläubiger-Banken (der einstigen Hauptaktionärin) Anfang Oktober das Ruder bei Arcandor an sich gerissen haben, steht nach den vielen Management-Abgängen der letzten Woche nun auch Vorstands-Chef Thomas Middelhoff vor der Ablösung.
Die erwartete Filetierung des Arcandor-Konzerns, dessen werthaltiger Teil sich auf den Reisekonzern Thomas Cook beschränkt, obläge dann dem Finanzmanager Karl-Gerhard Eick, der von der Telekom kommend Thomas Middelhoff nachfolgen soll.
Der heutige Aufsichtsratsvorsitzende (und Sprecher der Neu-Eigentümerin Sal. Oppenheim) hatte sich erst vor wenigen Wochen zur Zukunft von Thomas Middelhoff geäußert:
"Middelhoff macht einen sehr guten Job. Er denkt unternehmerisch, ist visionär, hat Ideen und kann überzeugen. Middelhoff ist nicht das Problem, er ist die Lösung."
Am 15.12. will Arcandor bei einem Analysten-Meeting den mit Spannung erwarteten Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2007/08 vorstellen - und dort vemutlich auch Antworten geben auf die vorweihnachtliche Betriebsamkeit.
Nachtrag (3.12.): Arcandor bestätigt, dass Thomas Middelhoff auf Betreiben des neuen Eigentümers zum 1.3. ausscheidet.
Frühere Beiträge zum Thema:





Also ehrlich gesagt wundert mich nicht, dass das Arcandor rote Zahlen macht.
Karstadt hat jeden Monat eine Rabattaktion, selbst wenn ich als Kunde nicht davon weiß und ich schon an der Kasse stehe weist mich die Kassierin darauf hin das Sie mir nochmal extra 10 Prozent geben wird.
Wo ist da bitte der Sinn? Kunden Rabatt zu geben, die auch ohne Rabatt kaufen würden.
Kommentiert von: Heiko | 03. Dezember 08 um 15:54 Uhr
Für mich ist es unerklärlich, wie man einem Finanzer das Ruder in die Hand geben kann, wo man gerade jetzt und in diesem Markt eine strategische Unternehmensführung und neue Konzepte braucht und alles andere als ein effizienzorientiertes-, Kennzahlengetriebens- und Routine-Management! So liegt das Risiko eines sich "aus dem Markt Optimieren" doch auf der Hand! Manchem (MBA-)Manager oder Banker (die ja leider das Sagen haben...) ist dies aufgrund ihres neoklassischen Backgrounds leider noch immer nicht klar! Sie laufen Gefahr, das falsche zu optimieren (reiner Effizienz-Fokus) und nicht das Richtige zu tun! (Effektivität) - Selbst wenn man noch so effizient und zu Löhnen von Null Schreibmaschinen produzieren würde, so würde man keine verkaufen - und so sieht es auch mit den Meisten aktuellen (Versand-)handelskonzepten innerhalb Arcandor aus! Wo bleibt der Stratege, der zukunftsorientiert denkt und auch handelt (!!!) und sich auch nicht zu schade ist, auch veraltete Konzepte schöpferisch zu zerstören und kein gutes Geld dem schlechten hinterher wirft?! Aktuell gibt es innerhalb Arcandor leider kaum zukunftsorientierte Konzepte... Um Routine-Geschäfte in der Wachstumsphase in Wachstumsmärkten zu "managen", kann man Kennzahlensteuerung hinzuziehen - aber bitte doch nicht in gesättigten und in der degenerationsphase befindlichen Märkten!
Kommentiert von: YinYang | 03. Dezember 08 um 23:00 Uhr