Im jüngsten Porträt des Manager-Magazins ("Der Marken-Messias") verrät Vente-Privée Gründer Jacques-Antoine Granjon weitere Details zum Geschäftsmodell. Erstmals öffentlich dokumentiert ist damit nun auch die Handelsspanne:
"Wir verdienen, indem wir auf den Produktpreis eine Marge von rund 30 Prozent aufschlagen", sagt Granjon.
Trotzdem ist es bei einem derartigen Produktionsapparat (s. Beitrag) für Außenstehende kaum vorstellbar, dass er seit drei Jahren Gewinne schreibt."
Für Insider schon. Denn auf dem Pangora-Kongress hat der Vente-Privée-Chef sein Erfolgsmodell unlängst ausführlich dargestellt:
Nicht zu unterschätzen ist beim Vente-Privée Verkauf, dass die Mitglieder sämtliche Produkte extrem lange vorfinanzieren. Denn Vente-Privée bestellt die Ware beim Lieferanten erst nach dem Ende einer Verkaufskampagne, sprich: nach Bestelleingang.
Die Kunden, die in der Regel sofort zahlen, bekommen die Ware erst Wochen später nach Hause geliefert. Und auch die Lieferanten werden nicht umgehend bezahlt. Insofern hat Vente-Privée jederzeit reichlich Cash zur Hand.
Was sich die wenigsten Nachahmer vor Augen führen: Vente-Privée hat innerhalb der ersten fünf Geschäftsjahre (von 2001 bis 2005) ein in jeglicher Hinsicht ausgeklügeltes Verkaufssystem entwickelt, das nur profitabel zu betreiben ist, wenn man alle Teilaspekte kennt und berücksichtigt. Einen Shoppingclub eröffnen kann jeder, einen Club profitabel betreiben kann derzeit nur eine kleine Handvoll Anbieter.
Umso erstaunlicher ist es, wieviel Investorengelder Shoppingclubs immer noch anziehen, und zwar auch Clubs, die offensichtlich nur gut sind in der (kostspieligen) Mitgliederakquise, aber das Verkaufsprinzip nicht annähernd gut genug verstanden haben, um langfristig am Markt bestehen zu können.
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Sehr gute Analyse! Um es in den Worten alter Einzelhandelshaudegen zu sagen: "Verschenken kann jeder."
Kommentiert von: Alex | 27. November 08 um 16:02 Uhr