Holtzbrinck steigt von seinem hohen StudiVZ-Ross und will seine Web 2.0 Trophäe nun doch Facebook andienen. (via)
Schon vor einem Jahr war klar, dass StudiVZ alleine keine Überlebens-Chance hat und Holtzbrinck den optimalen Verkaufszeitpunkt verpasst hat. Inzwischen muss Holtzbrinck sogar fürchten, seinen Einsatz wieder zurückzubekommen.
Unsere (damals umstrittenen) Einschätzungen vom Oktober 2007:
"Nach dem Facebook-Coup dieser Woche dürften die unabhängigen Tage von StudiVZ und anderen Regionalablegern endgültig gezählt sein.
Da StudiVZ & Co. aufgrund der Facebook-Öffnung inzwischen sowohl technisch als auch konzeptionell hinterherhinken und die lokalen Eigner zwischenzeitlich weder ein Monetarisierungsmodell gefunden haben noch genügend Kapital für die technische Aufrüstung mitbringen, dürfte es für die Investmentmanager von Holtzbrinck & Co. nur natürlich sein, dass sie StudiVZ über kurz oder lang dicht machen und den Nutzerstamm vorher lieber in Facebook einbringen.
Vorausgesetzt der Preis stimmt bzw. die Höhe an Facebook-Anteilen."
Inzwischen zeigt sich, dass Wer kennt wen wegen der reiferen Nutzerschaft hierzulande das weitaus besser monetarisierbare Social Network ist.
StudiVZ könnte man als Holtzbrincks Privatangelegenheit abtun, aber mit seinem starrsinnigen Verhalten hat Holtzbrinck die deutsche Webszene um Jahre zurückgeworfen und deutschen Web-Entwicklern die Möglichkeit genommen, frühzeitig Erfahrungen mit Social Apps zu sammeln.
Denn StudiVZ bot deutschen Webentwicklern nie die Möglichkeiten eines Facebook. Noch heute gibt es hierzulande keine vernünftigen Widgetdienste.
Da sich der Vorsprung der US-Dienste (RockYou, Slide, Clearspring, etc.) kaum aufholen lässt, fehlen Deutschland damit im Technologiebereich Erfahrungen in einem für die zukünftige Webentwicklung entscheidenden Sektor.
Frühere Beiträge zum Thema:














Das sich studiVZ nicht noch nicht lohnt und auch die nächsten 5 Jahre Verluste schreiben muss, wenn man sinnvolle Investitionen in die IT macht, ist klar. Aus den Zitaten in der WIWO lässt sich deshalb aber noch nicht wirklich ein bevorstehender Verkauf herauslesen. Oder übersehe ich das was?
Kommentiert von: Alex | 30. November 08 um 15:35 Uhr
Nein, das ist natürlich wie immer "spekulativ" ;-). Aber deutlicher kann man eine Verkaufsanzeige kaum formulieren, ohne das Gesicht zu verlieren. Die Frage ist ja momentan eher, ob Facebook überhaupt noch will und wieviel Facebook bereit ist, pro Mitglied zu zahlen.
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 30. November 08 um 15:48 Uhr
Es ist doch herauszulesen, dass man für den richtigen Preis verkaufen würde.
Gewinne machen kann StudiVZ vielleicht. Aber Gewinne zu machen und gleichzeitig genug Geld für die Weiterentwicklung auszugeben scheint ein Problem zu sein. Da ist man dann überraschenderweise doch zu klein zu.
Kommentiert von: Jojo | 30. November 08 um 16:04 Uhr