Die Ergebnisse (PDF) der neuen ACTA-Analyse und hier besonders die Erkenntnis "Intensive Onlineshopper verlassen sich besonders gern auf die Meinung anderer" sorgen in Fachkreisen weiter für große Aufmerksamkeit.
Johannes Schneller vom Allensbach Institut hat die Studienergebnisse in einem Gastbeitrag ("Die Meinung der anderen") bei Statista näher ausgeführt.
Thorsten Boersma nimmt den Beitrag zum Anlass und macht sich Gedanken über ausgefeiltere Nutzereinschätzungen:
"In deutschen Onlineshops sind Produktbewertungen durch Kunden noch nicht allzu weit verbreitet, und wenn vorhanden, meistens sehr simpel. In der Regel kann der Kunde ein Produkt mit Sternen bewerten und / oder einen Kommentar dazu abgeben.
In jeder Hinsicht besser geeignet sind aus meiner Sicht multidimensionale Produktbewertungen, wie sie in amerikanischen Onlineshops schon häufiger zu sehen sind.
Die Aussagekraft der Produktbewertung kann idealerweise in drei unterschiedlichen Dimensionen verbessert werden:
- Bewertung der Produktqualität anhand von sortimentsspezifischen Kriterien
- Bewertung der Passform eines Produktes anhand von geeigneten Kriterien
- Klassifizierung des "Produktbewertenden", damit der Interessent die Relevanz der Bewertung besser einschätzen kann."
Im weiteren verweist er auf ein Dutzend guter Beispiele, vornehmlich aus den USA. Sowohl Amazon als auch Ebay haben im vergangenen Jahr auf multidimensionale Bewertungen umgestellt.
Mehr zu den Folgen der ACTA-Erkenntnisse auch in unserem Beitrag "E-Commerce in einer Zweiklassengesellschaft"
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Solche Studien sind ja immer irgendwie putzig.
Spannender wäre einmal zu erfahren, welcher Shopbetreiber denn durch Produktbewertungen von Kunden seine Umsätze auch (nachweisslich) steigern konnte.
Man beachte: Die ACTA-Studie verrät nur, wieviele Shop-Besucher aufgrund (schlechter) Kundenbewertungen NICHT im Shop gekauft haben...
Kommentiert von: Stephan Randler | 23. Oktober 08 um 11:14 Uhr
@Stephan Randler
Die ACTA Studie zeigt aber auch, dass Produktrecherchen im Internet sehr häufig in tatsächliche Onlinekäufe münden. Und da fast 50 % der deutschen Internetnutzer bei Produktrecherchen im Internet Kommentare und Bewertungen von anderen Nutzern zu Rate ziehen, kann man wohl davon ausgehen, dass positive Produktbewertungen sehr wohl einen positiven Einfluß auf die Verkaufszahlen eines Onlineshops haben.
Kommentiert von: Christian Onnasch | 23. Oktober 08 um 11:45 Uhr
Ausserdem schreibt Dr. Schneller vom IfD Allensbach: "Fast jeder zweite private Internetnutzer (44 Prozent) berücksichtigt solche Informationen bei seiner Produktauswahl und Kaufentscheidung. Die Mehrheit der Onliner (52 Prozent), die nach Kommentaren und Bewertungen sucht und sie bei der Entscheidung berücksichtigt, ist von deren Verlässlichkeit überzeugt."
Natürlich wäre ein konkreter Test eines Onlineshops interessant, der direkte Auswirkungen von Produktbewertungen auf das Geschäft misst. Diese dürften, wenn sie gut gemacht sind, einen noch deutlicheren Einfluss auf die Senkung der Retourenquote, als auf die Steigerung des Umsatzes.
Allerdings dürfte die Umsetzung eines validen Testszenarios sehr schwierig sein. Wie könnte man die Umsätze und Retourenquoten einer repräsentativen Anzahl von Artikel in einem Shop mit und ohne Produktbewertungen messen?
Kommentiert von: Thorsten Boersma | 23. Oktober 08 um 12:58 Uhr
@Christian:
Ich geht auch davon aus, dass Produktbewertungen einen positiven Einfluss auf den Shop-Umsatz haben. Allerdings wären harte Zahlen natürlich schöner als bloße Vermutungen :-)
Insofern denke ich eigentlich über die gleiche Frage nach, die Thorsten in seinem Kommentar gestellt hat: Wie könnte man in der Tat einmal Umsätze in einem Shop mit und ohne Produktbewertungen messen bzw. vergleichen?
Kommentiert von: Stephan Randler | 23. Oktober 08 um 14:35 Uhr