Eine weitere bemerkenswerte Aussage aus dem Interview mit Quelle-Chef Marc Sommer. Der Katalogversender räumt erstmals ein, dass online gewonnene Kunden keinen Bedarf (mehr) an gedruckten Katalogen haben:
"Nur jeder zweite [über das Internet gewonnene Quelle-Neukunde] ist an der gedruckten Warenpräsentation interessiert."
Solange Quelle allerdings immer noch viele Kunden außerhalb des Internets hat, werde es den Katalog weiter geben (müssen), allerdings in abgespeckter Form und in geringeren Auflagen.
Frühere Beiträge zum Thema:














Anders ausgedrückt:
50% der über das Internet gewonnenen Quelle-Neukunden hat noch Interesse an dem gedruckten Katalog.
Das ist doch recht viel, oder sehe ich das falsch?
Auch wir werden an unserem Katalog festhalten, auch wenn er sich in der nächsten Auflage stark verändern wird.
Die Nachfrage ist auf jedem Fall immer sehr groß danach gewesen.
Kommentiert von: Tobias Spill | 16. September 08 um 09:53 Uhr
3,49€ ...die arcandor ist rechnerisch nur noch etwas mehr als die Hälfte ihrer gehaltenen Thomas-Cook-Anteile wert...
Der Kursverfall ist dramatisch und der erste "Experte" hat das Wort Insolvenz in den Mund genommen...mehr druck kann man nicht aufbauen
Kommentiert von: xenon | 16. September 08 um 17:55 Uhr
@Tobias Spill: Der Katalog als Ergänzung zum Onlinegeschäft ist schön und gut, aber im klassischen Versandhandel wurde der Katalog bisher immer als "Fundament" für den Online-Handel dargestellt. Insofern ist die Aussage bemerkenswert.
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 16. September 08 um 18:58 Uhr
Stimme zu: Die Aussage ist bemerkenswert. Einige sagen: Bemerkenswerter Unsinn ;-)
Aber eines hört man von allen Universalisten: Die Big Books sind ein Riesen-Problem, weil sie sich auch durch die nachfolgenden Kataloge nicht mehr aktivieren lassen. D.h. die Monatskataloge funktionieren vielleicht in sich, aber es gibt keinen Schub mehr fürs Hauptsortiment.
Daher: Hauptsortiment raus aus dem immer ineffizienteren Katalog, rauf auf die Plattform.
Andere wie Schwab sehen sich inzwischen nicht mehr als Universalanbieter, sondern steuern auf Spezialversand-Kurs (in diesem Fall Große Größen, was allerdings kein Quick-Win ist).
Das Problem wird für Quelle exponentiell wachsen, wenn im nächsten Jahr tatsächlich die Print-Neukundenwerbung schwieriger wird. Dann schmilzt der Katalog-Kundenstamm drastisch ab.
Aber wie hier überall stand: Ankündigungen hat man schon viel gehört. Ich erinnere mich daran, dass da jemand Deutschland größter eBay-Powerseller werden wollte...
Wenn der eigene Einkauf reduziert wird und man austauschbare Marktplatz-Angebote hat (Esprit, WMF, Mexx...), was bindet den Kunden noch an Quelle? Ergebnis: Der Kunde muss immer wieder neu gewonnen werden, das alte Anstoßketten-Prinzip funktioniert nicht mehr. Können Versender da heute schon mithalten? Und wie wollen sie sich differenzieren? Service?
Wenn die Kataloge immer dünner werden, schlägt zuguterletzt noch das umgekehrte Peter-Prinzip zu: Die Quelle erreicht die Stufe der eigenen Inkompetenz. Zumindest in den Augen der verbliebenen Kunden.
Bloß - was wäre die Alternative?
Kommentiert von: Martin Gross-Albenhausen | 17. September 08 um 12:30 Uhr
Klassische Kataloganbieter und Internetshops tragen einen Wettbewerb miteinander aus, über dessen Ausgang letztendlich der Käufermarkt entscheiden wird.
Alle Jahre wieder, wird PRINT für tot erklärt und PRINT lebt dennoch weiter. Dafür gibt es primär einen Grund: Bei allen technischen Möglichkeiten und Vorteilen digitaler Kataloge und Shopsystme, ist dadurch das haptische Erlebnis "Papier" bisher einfach nicht zu ersetzen (glücklicherweise).
Kommentiert von: Klaus | 07. November 08 um 14:12 Uhr