Thomas Cook oder KarstadtQuelle? - Das war die große Frage auf der gestrigen Krisensitzung von Arcandor.
Die Anteilseigner haben sich für Thomas Cook entschieden. Und entsprechend düster sieht es nun für Karstadt und Quelle aus. Hier wurde die Entscheidung vertagt.
Klar ist: Der hochverschuldete und - nach der Vertrauenskrise - quasi handlungsunfähige Konzern fällt an die Gläubigerbank und wird vermutlich ganz von der Börse genommen.
Nach der Entmachtung der Quelle-Erbin muss sich nach Karstadt nun vor allen Dingen Quelle Sorgen machen.
Überlebenschancen (im Konzern) dürfte der Katalogversender nur haben, wenn die Zahlen für das gerade zu Ende gehende Geschäftsjahr einigermaßen passabel ausfallen.
Doch wie es um Quelle wirklich steht, hat Arcandor zuletzt verborgen und im letzten Quartalsbericht (PDF) für Quelle keine Zahlen mehr ausgewiesen. Zuletzt kündigte das Management eine Radikalkur ("Die größte Umbruchphase seiner Geschichte") an.
Offiziell will Arcandor die Geschäftszahlen erst im Dezember veröffentlichen. Eine Entscheidung über Karstadt (und Quelle) dürfte aber wohl schon vorher fallen.
Frühere Beiträge zum Thema:





Wo steht in den Pressemitteilungen eigentlich irgendetwas zu Quelle??? Ihr bezieht euch auf die Pressemitteilung vom 29.09, in der wird lediglich über Thomas Cook und Karstadt gesprochen und das diese Entscheidung vertagt wird. Von Quelle wird hier nicht gesprochen. Karstadt ist doch im Konzern eine eigene GmbH und Quelle gehört zur Primondo Gruppe, warum werft ihr das also in einen Topf? Ich denke das Karstadt wesentlich weniger Chancen hat im Konzern langfristig zu überleben.
Hier finde ich hab ihr euren Kommentar sehr mit eigenen Meinungen und Gedanken zur Krise bei Arcandor aufgehübscht um es wohl noch etwas dramatischer erscheinen zu lassen. Nachvollziehbare Fakten wären hier allerdings besser.
Marc
Kommentiert von: Marc | 30. September 08 um 08:34 Uhr
@Marc: Verstehe die Aufregung nicht. Ein Weblog ist MEINUNG.
Zu den Fakten: Wer bei Arcandor Karstadt sagt, darf Quelle nicht außen vor lassen. Denn Madeleine Schickedanz hat immer ihre Hand über das Lebenswerk ihres Vaters gehalten. Die Quelle hat wie Karstadt Probleme. Die Kehrtwende hin zu besseren Zeiten angekündigt. Aber ob das klappt, weiß keiner. Also ist es doch legitim, dass in einem E-Commerce-Blog die Frage nach dem Versender-Flaggschiff gestellt wird.
Kommentiert von: olaf | 30. September 08 um 09:44 Uhr
@Olaf
Klar ist das ok, da sag ich ja auch gar nichts dagegen, Blogs sollen natürlich eine eigene Meinung haben.
Aber wer bei Arcandor Karstadt sagt darf die Quelle nicht aussen vor lassen, diese Aussage verstehe ich nicht. Es sind zwei grundverschiedene Unternehmen unter der Holding Arcandor. Karstadt kann eigenständig verkauft, zerschlagen was auch immer werden ohne das die Quelle davon betroffen wäre. das die Quelle aber auch Probleme hat steht ausser Frage, wie die meisten Universal-Katalogversender.
Was aber eine Falsche Aussage war ist das die Entscheidung über Karstadt und Quelle verschoben wurde. Der Bericht bezieht sich explizit auf die Pressemitteilung (inkl. Link dazu) und in der wird die Quelle nunmal nicht erwähnt. Da es eben nicht Karstadt = Quelle ist sondern zwei eigenständige Unternehmen die völlig unterschiedlich im Unternehmen verankert sind.
Marc
Kommentiert von: Marc | 30. September 08 um 11:03 Uhr
...und beide sind allein nicht überlebensfähig...also zurecht - ab in den gleichen topf
Kommentiert von: xenon | 30. September 08 um 11:42 Uhr
Krass ist jetzt aber, dass Arcandor laut FTD doch ThomasCook verkaufen will:
"Nach dem Einstieg der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim bei Arcandor wird der Touristik- und Handelskonzern Unternehmenskreisen zufolge jetzt den Verkauf von Thomas Cook "geordnet" vorbereiten. "Es soll nicht wie ein Notverkauf aussehen", sagte ein Insider der FTD."
http://bit.ly/1rmMAg
Kommentiert von: YinYang | 30. September 08 um 12:08 Uhr
Das ist echt Krass.
Was die Unternehmenkommunikation angeht geht Arcandor gerade gar nicht. Soviele Fehler kann man gar nicht machen wie der Vorstand in dieser Sache. der Kurssturz ist teilweise auch auf die miese Informationspolitik zurückzuführen.
@Xenon: Wieso soll Karstadt oder die Quelle allein nicht überlebenfähig sein ??? Das sind beides Verlustunternehmen und tragen sich nicht gegenseitig also sind sie auch nicht voneinader abhängig. Quelle ist immerhin in der Primondo verankert, in der noch 14 Spezialversender vetreten sind und ein HSE 24 etc.
Kommentiert von: Marc | 30. September 08 um 14:15 Uhr
Obwohl es die anderen Kommentatoren dankenswerterweise schon gesagt haben, nur auch von meiner Seite nochmal zur Klarstellung. Es geht nicht darum, Karstadt und Quelle in einen Topf zu werfen. Aber bei beiden handelt es sich um die Sorgenkinder des Konzerns.
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 30. September 08 um 15:18 Uhr