Erwartungsgemäß setzte sich der Kurssturz der Arcandor-Aktie heute fort. Der Kurs fiel nach panikartigen Verkäufen am Vormittag bis auf 1,60 Euro (s. Arcandor auf dem Weg zum Penny-Stock)
Die Lage bei Arcandor erinnert inzwischen fatal an den Zusammenbruch des Kirch-Imperiums. Obwohl nicht börsennotiert, befand sich der Kirch-Konzern kurz vor seiner Pleite in ähnlich prekärer Lage: undurchsichtige Firmenstruktur, hohe Abhängigkeit von den Banken und ein Management ohne Vertrauen.
Da der Vertrauensverlust nach den Ereignissen dieser Woche wohl nicht mehr zu kitten sein dürfte, bleibt den Arcandor-Gesellschaftern wenig anderes als am Wochenende den mehr oder weniger geordneten Zusammenbruch zu organisieren und zu überlegen, welche Teilgesellschaften für den späteren Verkauf in Auffanggesellschaften überführt und welche Konzernteile spätestens am Dienstag, wenn das Geschäftsjahr ohnehin endet, in die Insolvenz geführt werden sollen.
Für Karstadt, Quelle und vermutlich auch Neckermann, die in der heutigen Verfassung als unsanierbar gelten, dürfte die Insolvenz die einzige Überlebenschance sein. Nur so könnten sie sich von sämtlichen Altlasten befreien und dann in abgespeckter Form wieder attraktiv für Investoren werden.
Weitere Einschätzungen bei Zeit Online ("Arcandor im Visier der Finanzaufsicht") und bei FAZ.net ("Thomas Cook gerät in Arcandor-Strudel"). Das Kurschart stammt aus einem Bericht der Süddeutschen Zeitung ("Chaostage in Essen")
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Der Kurs ist sogar auf 1,58 gefallen: http://isht.comdirect.de/html/detail/main.html?sTab=chart&hist=1d&sCat=STK&sSym=ARO.ETR
Kommentiert von: Alexander Graf | 26. September 08 um 21:41 Uhr
"Middelhoff war kein glücklicher Jongleur. Aber wir haben die Sorge, dass es derzeit niemanden gibt, der die Bälle besser jonglieren könnte", meint Marc Tüngler von der DSW.
Das steht in der "Welt". Es geht also nicht mehr um operatives Geschäft, sondern Zirkusstückchen für die Anleger, damit nicht alles zusammenfällt.
Wer investiert in ein Unternehmen, wo jongliert wird (es sei denn, es handelt sich um den Spezialversender Pappnase&Co, www.pappnase.de)?
Kommentiert von: Martin Gross-Albenhausen | 27. September 08 um 09:28 Uhr
Und hier lese ich bei WiWo:
"Wie das Magazin aus Unternehmenskreisen erfuhr, prüft Konzernchef Thomas Middelhoff die konzerninterne Verschiebung der 130 profitablen Karstadt Reisebüros zu Thomas Cook. Zwar sind schon heute die Reisebüros per Dienstleistungsvertrag an Thomas Cook gebunden, gehören aber zum Warenhaus-Geschäft. Ein Arcandor-Sprecher bestätigte gegenüber der WirtschaftsWoche Pläne über eine 'engere Anbindung'."
Verschieben, verstecken, verhübschen?
Kommentiert von: Martin Gross-Albenhausen | 27. September 08 um 09:33 Uhr
Das wird wohl noch so weiter gehen ... bei Maxdata war es kürzlich erst ähnlich.
Kommentiert von: Diablo | 27. September 08 um 13:03 Uhr