Ebay hat sein Suchmaschinenproblem gelöst und will Ende September die Produktschleusen öffnen. Das war, vereinfacht ausgedrückt, Ebays Message des vergangenen Tages (s. Video)
Und so bitter Ebays angekündigter Wandel zur Produktsuchmaschine für die angestammte Ebay-Klientel (kleine Händler und erlebnisorientierte Shopper) ist, für die Ebay wohl zunehmend an Reiz verlieren wird, so spannend ist andererseits die Frage, welcher der großen Händler hierzulande wohl als erster schwach wird und Ebays Lockruf erliegen wird?
Oder anders formuliert: Wer wird das Buy.com Deutschlands? (s. Artikel) Und Ebay Deutschland als erster mit Produkten in großem Stil fluten?
Bisher war Ebay gerade für renommiertere Versender allenfalls als Abverkaufsplattform attraktiv, auf der man wenn überhaupt dann sehr selektiv vertreten war.
Durch das neue Preismodell (geringere Einstellgebühren, Fokussierung auf Provisions- und Paypal-Einnahmen) wird Ebay jedoch angebotsseitig so erschwinglich, dass es sich lohnen kann, über alle Warengruppen hinweg dauerhaft auf Ebay vertreten zu sein.
Und Ebay macht ja keinen Hehl daraus: Künftig machts die Masse. Je mehr Produkte ein Händler bei Ebay listet, umso höher die Wahrscheinlichkeit eines Kaufs und entsprechend besser die Platzierung in den Suchergebnissen.
Ebay, für viele Händler lange Zeit ein rotes Tuch, ist gerade, wenn man an das bevorstehende Weihnachtsgeschäft in konjunkturell schwierigen Zeiten denkt, in einer durchaus komfortablen Position. Denn Ebay hat etwas, was außer Amazon so gut wie kein anderer Online-Händler hat: Stammkunden, die freiwillig immer wieder kehren.
Insofern kann man gespannt sein, welche Händler künftig jenseits der heutigen Powerseller auf Ebay als primären oder sekundären Vertriebskanal bauen.















Ich war überrascht, dass die sehr großen Versandhändler so bereitwillig bei handeln.de und einigen anderen Plattformen mitgemacht haben. Die Präsenz auf Preisvergleichsportalen ist für die meisten sowieso Pflicht. Da wird man wohl nicht lange warten müssen.
Allerdings höre ich bei vielen Gesprächen in der Branche immer wieder heraus, dass eBay viel verbrannte Erde hinterlassen hat. Gerade die mittleren Versender haben das Thema mental zu den Akten gelegt. eBay wird sich anstrengen müssen, dort wieder für Vertrauen zu sorgen. eBay steht für flüchtige Schnäppchenjäger.
Denn eines fehlt da noch, und das steht hier: "Ebay hat etwas, was außer Amazon so gut wie kein anderer Online-Händler hat: Stammkunden, die freiwillig immer wieder kehren." Die Versender hingegen schaffen es nicht, eBay als sinnvolle Kunden-Akquisitionsplattform aufzubauen. Das haben viele versucht. Aber die dort gewonnenen Kunden funktionieren schlichtweg nicht wie die "wertvollen" Versandkunden, die durch die normale Anstoßkette immer profitabler werden.
Also: Die ganz großen Versender können sich der Masse potentieller Kunden nicht verschließen. Die kleinen und mittleren werden es vorsichtig und wasserscheu testen.
Kommentiert von: Martin Gross-Albenhausen | 21. August 08 um 08:51 Uhr
Dieser Artikel trifft den Nagel auf den Kopf! Mal sehen wie lange es dauert bis die Masse es schnallt was da passiert. Die Argus-Augen wachen aber offensichtlich (wenn schon Herr Gross-Albenhausen hier postet :-)
Die Änderungen sind aber nicht nur ein Signal in Richtung des Handels, sondern m.E. nach auch ein Signal in Richtung Hersteller und Co. Die mehrstufige Distribution ist für den Vertriebskanal Internet ein Auslaufmodell - es sei denn, man bietet genügend Multiplikation - und das werden langfristig nur die Großen und schnellen schaffen.
Kommentiert von: Guuter Freund | 21. August 08 um 09:16 Uhr
Schon mal etwas von Affiliate-Marketing gehört, Herr Gross-Albenhausen? Über die einschlägigen Partnerprogramm-Netzwerke kann nahezu jede noch so kleine Website mit den großen Versandhändlern auf Provisionsbasis zusammenarbeiten. Mit einer besonders bereitwillig Kooperation hat dies aber wenig gemein. Genauso hält sich der Verdienst für die Inhaber der hier oft so hochgelobten, aber in Deutschland kaum relevanten Empfehlungsshops in Grenzen, wenn die Anbieter solcher die für jedermann selbst zugängliche Affiliate-Provision einfach nur splitten. ;-)
Kommentiert von: CBS | 21. August 08 um 12:27 Uhr
"angebotsseitig so erschwinglich" das war es dann aber auch schon. Die Gebühren finde ich UNVERSCHÄMT mit 10mal "!".
z.B. 8% des Verkaufspreises über EUR 50,00 zzgl. EUR 5,50
Das frist ja schon den großteil des "Gewinns" für den Händler auf.
Kommentiert von: Sunny | 22. August 08 um 11:36 Uhr
Yepp, die Gebühren von ebay und amazon sind deftig. Aber auch wenn die Kosten tatsächlich den Großteil des Gewinns auffressen sollten, gibt es noch einen guten Grund dafür: Marketing!
Hängt natürlich wie immer von der Zielgruppe, den eigenen Produkten et cetera ab.
Es ist zwar nicht ganz einfach einen eBay-Kunden in seinen eigenen Shop zu locken, kann aber gelingen. Und eines ist klar: ebay Powerseller benötigen alternative Absatzmöglichkeiten und einen eigenen Onlineshop.
Eventuell können durch den höheren Absatz ja auch bessere Einkaufskonditionen erzielt werden.
just my five cents.
Kommentiert von: shopanbieter.de | 25. August 08 um 09:22 Uhr
Glaub ich nicht, die Wiederkehrerquote (direkte Wiederkehr ohne weitere Provisionszahlung) von über eBay und Amazon vermittelten Käufern ist dermaßen niedrig ds man sie kaum unter Marketingaspekten abbuchen könnte. Gleiches gilt allerdings auch für Preisvergleiche und Social Shopping Communities.
Das Problem ist das eine direkte Wiederkehr auch gar nicht erwünscht ist, damit würden sich die Plattformen ja die Haupteinnahmequelle trockenlegen.
Insofern eignen sich solche Einbindungen für zusätzliche Abverkäufe bei Produkten mit hohen Margen, für große Unternehmen die entsprechend große Mengen verkaufen können und entsprechende Einkaufspreise erzielen können oder Shops mit entsprechendem Budget die sich dies als Verkaufskanal mit niedrigem Gewinn leisten können.
Natürlich muss man dann aber auch mit den entsprechenden Nebenwirkungen leben, beispielsweise der Beeinträchtigung der eigenen Suchmaschinenoptimierungsstrategie wegen der Datenfreigabe oder der, bei schlechter Diversifizierung teils besorgniserregenden, Abhängigkeit vom Umsatz aus diesen Kanälen.
Kommentiert von: my-Warehouse | 10. Februar 09 um 07:48 Uhr