Im Live Shopping kündigt sich der nächste Innovationssprung an: Jens Kunath hat uns das ziemlich eindrucksvolle, neue Konzept von Rabattschlacht.de schon am Rande der Live Shopping Days vorgestellt. Seit heute können es ausgewählte Betatester begutachten und ausprobieren.
Rabattschlacht arbeitet weiter mit verdeckten Preisen. Das Besondere: Künftig zahlt man bei Rabattschlacht nicht mehr nur, um den (reduzierten) Preis zu sehen, sondern - nomen est omen - um live mitzuverfolgen, wie der Preis fällt und die Nutzer sich um den günstigsten Preis schlagen:
"Ich kann den Preis nun für 1 Minute aufdecken und in dieser Zeit live beobachten, wie der Preis fällt. Ich sehe, wer sonst noch an der aktuellen Schlacht teilnimmt und kann mit den Gegenspielern chatten. Jeder User kann jederzeit zuschlagen, wenn ihm der Preis gefällt. Alle teilnehmenden User in der Schlacht senken den Preis. Das heißt, je mehr User in der Schlacht sind, umso schneller fällt auch der Preis."
Das Konzept funktioniert - wie bisher schon - dann am besten, wenn sich Rabattschlacht auf einige wenige massenattraktive Bestseller konzentriert.
Bemerkenswert an dem neuen Ansatz - und die eigentliche Innovationsleistung - ist jedoch die Refokussierung: Statt des Preises steht nun die zeitliche Dimension im Vordergrund. Dabei sein ist alles. Der Nutzer zahlt seine 90 Cent nun vor allem für 60 Sekunden Rabattschlacht - mit der zusätzlichen Option, das Produkt dann auch entsprechend günstiger kaufen zu können.
Wie schon bei Luupo entstehen den Handelspartnern keine Kosten. Die Preisreduktionen werden von den Nutzereinsätzen getragen.
So bemerkenswert das Konzept an sich ist, so muss man allerdings anmerken, dass die Umsetzung (noch) nicht in jedem Fall optimal ist. An der ein oder anderen Stelle würde man sich etwas mehr Actionelemente wünschen. Aber vielleicht schafft hier der Betatest noch Abhilfe.
Aus konzeptioneller Sicht ist Rabattschlacht jedoch schon jetzt eines der Live Shopping Highlights dieses Jahres und dürfte - wie zuletzt Luupo ("Innovationstreiber der Innovationstreiber") - für jede Menge neue Impulse sorgen.
Wir sind in jedem Fall gespannt, was 2008 noch so an neuen Ideen bringt.
Frühere Beiträge zum Thema:
















Klingt ja recht witzig, allerdings ist das wohl eher für eine jüngere, more geeky angehauchte Zielgruppe. Man sollte schon ne Menge Spass daran haben 90 Cent auzubringen, um mal kurz zu einen Blick zu erhaschen. Denke ohne richtig Kracher wird das allerdings nichts.
Wer Lust hat an meiner Umfrage über Social Commerce teilzunehmen ist Herzlich eingeladen, wäre sehr dankbar, wenn ihr mich bei meiner Abschlußarbeit unterstützt.
Bin jetzt schon ziemlich überrascht, wie sich Deutsche vom Rest Europas und dem Rest der Welt in Sachen Web 2.0 unterscheiden. Aber es ist ja noch zu früh, um eine sinnvolle Aussage zu machen.
http://bit.ly/BRD
Danke
Kommentiert von: Rob | 18. August 08 um 20:29 Uhr
Das einzige, was eindrucksvoll ist, ist die Unreflektiertheit dieses Artikels gegenüber dem klaren Verstoß gegen die Preisangabenverordnung. Natürlich hat das Konzept für bestimmte Nutzer einen Mehrwert, weil es Ihnen Spaß macht. Die Preisangabenverordnung ist ja auch nicht zum Spaß da, sondern zum Schutz der Konsumenten ingesamt.
Wenn wir nur auf den USP schielen, können wir auch Hundekämpfe wieder legalisieren.
Kommentiert von: Paul | 19. August 08 um 11:31 Uhr
Jens hat damit gleich zwei aktuelle eCommerce Trends kombiniert - Liveshopping und Entertainment Shopping. Wie erfolgreich gerade der letzte Bereich sein wird (mit Luupo und Telebid sind ja schon ein paar Anbieter aktiv), muss man noch abwarten.
Meine Vermutung: Die Verbraucherschützer werden sich wohl bald der Thematik annehmen. Hoffen wir auf einen besseren Ausgang als bei Bonus.net. Diesmal ist das Geschäftsmodell ja auch klar auf der ersten Seite dargestellt:
"Punkt 3: Wie hoch der aktuelle Preis genau ist, erfahren Sie durch Aufdecken des Preises.
Das kostet Sie 0,90€. Jedes Aufdecken senkt den Preis um 0,50€."
Ob es die 90 Cent wert ist, wird der Kunde letztendlich entscheiden!
Kommentiert von: shoppingzweinull | 19. August 08 um 12:05 Uhr
@Paul: Wäre mir neu, dass Exciting Commerce ein Spezialblog zum Thema Preisgabenverordnung ist. Im Beitrag geht es wie immer hier ausschließlich um konzeptionelle Aspekte.
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 19. August 08 um 12:29 Uhr
Naja ... wenn mir im Laden der verkäufer auf die Frage "Was kostet das?" antworten würde "Das sage ich Ihnen nur, wenn Sie mir 90 Cent bezahlen, dafür ist es dann aber gleich auch 50 Cents billiger" würde ich ihn vermutlich für geistesgestört halten ... und wenn er mir dann noch sagen würde "Das ist hier nämlich Live Shopping" wäre ihm die Einweisung in die zuständige Landesnervenklinik relativ sicher. Ich glaube nicht, dass die Kunden im Netz so viel blöder sind, als die in den Läden ;-)
Kommentiert von: Fritz | 19. August 08 um 15:46 Uhr
@Jochen: Der Einwand bzgl. des Verstosses gegen die PAngV ist allerdings nicht ohne Substanz ... irgend einer wird da abmahnen, könnte ich mir vorstellen. Damit steht das gesamte Businessmodell auf wackeligen Füßen, oder?
@Paul: Sind Hundekämpfe echt verboten ;-)??
Kommentiert von: Peter | 19. August 08 um 20:14 Uhr
Das wollte ich damit auch nicht sagen. Nur dass ein Beitrag hier nicht jeden denkbaren Aspekt abhandeln kann ...
Kommentiert von: Jochen (Exciting Commerce) | 19. August 08 um 21:06 Uhr
Klingt wie swoopo.de nur anders rum ;=)
Also ich finde es auf dem ersten Blick ein wenig undurchsichtig und bleibe daher erstmal bei swoopo.de. Mal sehen wie die Bloggerwelt auf den neuen Anbieter reagiert. Bin da immer etwas vorsichtig...
Kommentiert von: Otto | 10. Oktober 08 um 23:00 Uhr