Vieles spricht dafür, dass dynamische Preismodelle in den kommenden Jahren auch im konventionellen E-Commerce stark an Bedeutung gewinnen werden. Es gibt aber natürlich auch die gegenteilige Position ("Rückwärtsauktionen und andere Petitessen"):
"Offensichtlich verstehen die Initiatoren solcher "neuen" Formate nicht, dass der durchschnittliche Käufer da draußen komplizierte Mechanismen HASST.
Die Private Equity-Investoren haben einen MBA und lieben es, komplizierte Sachverhalte zu durchdenken. Und auf solche Geldgeber haben viele der neuen Start-ups es ja ausschließlich abgesehen."
Interessanterweise ist es im E-Commerce üblich, so gut wie jede Innovation und sogar jedes neue Geschäftsmodell (Live Shopping, Crowdsourcing, etc.) als Tool oder Feature zu betrachten, das man mal eben so einfach in den bestehenden Shop übernehmen kann.
Nur bei dynamischen Preismodellen verhält es sich genau andersherum: Hier läuft quasi alles über eigenständige "Portale". Warum eigentlich? Wann kommen Preisdynamos als Service oder Tool, die jeder Shopbetreiber bei Bedarf einsetzen und so mit unterschiedlichen Preismechaniken spielen kann?
Immerhin: Oxid-Chef Roland Fesenmayr hat uns gerade verraten, dass Oxid in der neuen Version die Preishammer Rückwärtsauktion wieder bringen will. Intershop ermöglicht neuerdings Auktionen. Und Ende Juli will aha.de in die Fußstapfen von Luupo treten.
Frühere Beiträge zum Thema:




Klasse Zitat vom Mailorder-Blog, stimme damit voll überein. Das Rumgefummele am Pricing ist für mich eines der besten Beispiele, wie verkopftes MBA-Getüftel an den Bedürfnissen des Durchschnittsverbrauchers vorbei geht.
Es ist ein riesen Mißverständnis, den Preis lediglich als technisches Instrument zu begreifen - je dynamischer, desto effizienter. An der Börse funktioniert das, denn da sind Preisschwankungen ja geradezu das konstituierende Element, auf das sich alle Akteure geeinigt haben.
In Verbrauchsgütermärkten sind Preise dagegen eingebettet in einen sozialen Kontext - und treten in Wechselbeziehung mit Erwartungen an Fairness und Stabilität. Stabilität, da die Konsumenten Preise auch als Orientierungspunkte in einer unüberschaubaren Warenwelt begreifen. Diese Orientierungsfunktion wird gestört, wenn Preise plötzlich als "Dynamos" fungieren sollen - der verwirrte Konsumer wird in der REgel jedoch eher weniger statt mehr konsumieren.
Kommentiert von: Tobias | 23. Juli 08 um 12:56 Uhr
Jochen Krisch hat aber recht, dass man ein "Format" nicht als "Feature" in jeden Kontext reinzimmern kann. Wer die Kommentare bei den ersten "Q's des Tages" gesehen hat, der weiß, was organisierte Kunden-Verunsicherung ist...
Kommentiert von: Martin | 23. Juli 08 um 14:18 Uhr