Ob bewusst oder nicht: BuyVIP macht so ziemlich immer genau das Gegenteil von dem, was Vente-Privée machen würde und entwickelt sich zu einer Art Anti-Vente-Privée - zumindest aus konzeptioneller Sicht betrachtet.
Wie man bei Paulinepauline nachlesen kann, arbeitet BuyVIP mit einer Zweiklassengesellschaft und mit VIP-Aktionen für "seine besten Kunden". Was zugleich heißt, dass reguläre bzw. gelegentliche Kunden in aller Regel nicht die besten Preise bekommen und auch nicht an den attraktivsten Aktionen teilnehmen können.
Etwas was Vente-Privée - als das große Vorbild bei den Vente Privée Diensten - generell ablehnt, weil es dem grundsätzlichen Verkaufsprinzip widerspräche. So zumindest Vente-Privée Gründer Jacques-Antoine Granjon im letzten Dezember auf unsere Nachfrage hin im Hintergrundgespräch in Paris.
Bei Vente-Privée solle jede(r) registrierte Nutzer(in) jederzeit die Chance auf die attraktivsten Marken zu den besten Preisen haben. Limitierender Faktor ist einzig die Reaktionszeit. Wer zuerst kommt, der kauft zuerst. Weitere Druckmittel/Anreizsysteme lehnt Vente-Privée vehement ab.
So segmentiert Vente-Privée dem Geschäftsführer zufolge nicht einmal nach Zielgruppen bzw. Produktkategorien. Alle registrierten Nutzer sollen jederzeit Zugang zu allen Verkaufskampagnen haben, selbst wenn dies mittlerweile bis zu 12 und mehr parallel laufende Kampagnen sein können.
Das ist spannend zu hören, weil man es intuitiv anders vermutet hätte und wohl eher den BuyVIP-Weg wählen würde.
Das Faszinierende an Vente-Privée ist, dass das Unternehmen über die Jahre eine sehr stringente Verkaufsphilosophie entwickelt hat und sehr genau überlegt, was dazu passt und was nicht.
[Eine ähnliche Stringenz kannte man bisher nur von QVC, wo man zum Beispiel - im Gegensatz zu anderen Sendern - bewusst keinen Countdown verwendet, um Kaufdruck auszuüben, sondern wenn, dann auf sanftere Methoden ausweicht.]
Nachtrag: Jetzt gibts dazu auch eine Pressemitteilung von BuyVIP
Frühere Beiträge zum Thema:





Eine Zwei- oder Mehrklassengesellschaft ist im klassischen Versandhandel ja nicht unbekannt. Steuerung der Anstoßkette an Hand der ABC-Anaylse, Rabatte bzw. Zugaben für ausgewählte Kundengruppen, usw. Interessant in diesem Zusammenhang die Strategie von Theresia Lüning vom TheWhiskeyStore: Dort bekommt nur der Kunde einen Katalog, der innerhalb der letzten sechs Monate bestellt hat. Damit verzichtet Lüning zwar auf möglichen Umsatz, setzt aber die Kunden samtweich unter Bestelldruck und spart zudem Portokosten für den Katalogversand.
Kommentiert von: Olaf Groß | 10. April 08 um 09:09 Uhr
Eben deshalb finde ich den Vente-Privée Ansatz ja so bemerkenswert, da der klassische Versandhandel in diesem Bereich komplett anders tickt. Und Vente-Privée ja nicht unerfolgreich ist.
Kommentiert von: Exciting Commerce | 10. April 08 um 09:18 Uhr
Uups, sorry, genau Ihren letzten Satz habe ich vergessen zu schreiben. Wobei manche Katalogverschicker bis heute freiwillig auf jede Segmentierung verzichten. Ich bekomme seit über zehn Jahren einen Katalog, obwohl ich noch nie was bei denen bestellt habe und auch sicherlich nicht zur Zielgruppe gehöre. Aber dahinter steckt sicher kein strategisches Konzept :-)
Kommentiert von: Olaf Groß | 10. April 08 um 09:33 Uhr
Das ist zu befürchten ;-)
Kommentiert von: Exciting Commerce | 10. April 08 um 10:16 Uhr
Ich würde mir eher etwas doof vorkommen. Bisher hat buyvip ja gezeigt, dass auch ohne Super-VIP-Status die Aktionen teilweise direkt nach Start ausverkauft waren. und jetzt? Jetzt laden sich noch weniger VIPs die Körbe voll und der Rest schaut dumm aus der Wäsche...
Ich bin davon überzeugt, dass buyvip.de sich damit nicht gut tut... vorallem das zweifelhafte Anwerbegebot. Wo bitte bleibt denn da die Exklusivität?
Kommentiert von: bagblog.de | 10. April 08 um 11:35 Uhr