Amazon.de hat drei Weblogs zum Interview eingeladen. Neben Exciting Commerce konnten auch die Kollegen von Basic Thinking und dem E-Commerce-Blog ihre Fragen stellen.
Rede und Antwort stand jeweils Marcus Reischmann, seit Januar 2005 bei Amazon.de als Associates Manager DE verantwortlich für das Partnerprogramm bei Amazon.de.
Zu seinen Aufgaben zählen unter anderem die Weiterentwicklung der Amazon.de Partnerprogrammplattform und die Entwicklung neuer Online-Werbeformen für Amazon.de, u.a. für die kontextbezogenen Produktbanner (Self-Optimizing-Links), die im Mai 2006 bei Amazon.de eingeführt wurden.
Vor seinem Start bei Amazon.de war Marcus Reischmann unter anderem vier Jahre lang als Manager und Senior Consultant bei SinnerSchrader für die Konzeption und Realisierung von eCommerce-Projekten im Bereich Handel und Finanzdienstleistungen tätig.
Natürlich sind PR-Aussagen bei so einem Interview kaum vermeidbar. Und selbst wenn die ein oder andere Frage offen bleiben musste bzw. sich die ein oder andere Antwort auch im E-Commerce-Blog wiederfindet, so gibt es doch einige spannende Einschätzungen rund um die Themen Self Optimizing Links als spezielle Widgetform, Web 2.0 und Amazon als die Mutter des Social Commerce.
Einen Blick wert sind auf jeden Fall die im Interview genannten Verkaufsseiten, unter anderem der Produktverkauf über Tags bei www.single.de
Hier das komplette Interview:
Einige Online-Händler werben sehr intensiv mit zum Teil sehr ausgefallenen Aktionen um Affiliate-Partner. Auch bei den Provisionssätzen versuchen sie sich gegenseitig zu übertrumpfen. Amazon bleibt hingegen bei einem relativ stabilen Provisionsmodell. Und spezielle Aktionen für Affiliates findet man bei Ihnen auch kaum. Warum?
Amazon ist einer der ersten Anbieter von Partnerprogrammen. In den USA gibt es das Partnerprogramm seit 1996 und in Deutschland bei Amazon.de bereits seit 1998.
Seitdem haben wir unsere Services kontinuierlich verbessert, um unseren Partnern eine einfache und schnelle Einbindung von Amazon-Produkten zu ermöglichen. Das heißt, wir wollen zuverlässige Leistungen bei ständiger Verbesserung unserer Tools bieten. Der Erfolg spricht für sich – wir haben derzeit hunderttausende von Partnern weltweit.
Vor kurzem haben Sie die Self Optimizing Links gestartet. Was verbirgt sich dahinter?
Wir bieten unseren Partnern mit Self-Optimizing-Links ein neues Tool an, mit dem sie auf ihrer Website diejenigen Produkte und Inhalte einbinden können, die optimal zu ihrer Website und ihrer Zielgruppe passen.
Das Tool ist einfach zu verwenden und Partner benötigen dafür keine Programmierkenntnisse – der Partner kopiert nur den entsprechenden Code und fügt ihn in ein Template oder eine Website ein und kann innerhalb von wenigen Minuten maßgeschneiderte Produkte auf allen Seiten seiner Website anzeigen lassen. Mit diesen Links werden zum Beispiel Produktabbildungen und aktuelle Preise automatisch angezeigt.
Social Commerce ist eines der großen E-Commerce-Schlagwörter in diesem Jahr. Aus Händlersicht geht es dabei unter anderem um eine noch gezieltere Ausdehnung des Partnerbereichs in Richtung Blogs und Privatseiten bei MySpace & Co.
Wird es von Amazon über die Produktbanner, Self-Optimizing-Links, etc. hinaus demnächst externe Minishops, Shopping Widgets, etc. geben?
Wir entwickeln für unsere Partner die Tools, die diese dann zur effizienten Vermarktung der Produkte auf ihrer Website nutzen können. In die Entwicklung von Self-Optimizing-Links sind zum Beispiel Erfahrungen eingeflossen, die wir mit der Suchmaschine A9, einer Tochterfirma von Amazon, gemacht haben.
Amazon Web Services ist eine Plattform, die Entwicklern und Website-Betreibern umfassende Möglichkeiten bietet, mit denen sie Funktionen von Amazon.de individuell nutzen und dynamische Links zur Amazon-Website herstellen können. Zu den wichtigsten Funktionen zählt, dass Millionen bei Amazon erhältlicher Produkte auf den Websites Dritter gesucht und abgebildet werden können und Besucher dieser Websites Artikel in den Warenkorb bei Amazon.de legen können.
Die Website www.single.de hat eine Anwendung gebaut, bei der Partnersuchende ein eigenes Profil an Hand ihrer Lieblingsbücher, CDs und DVDs erstellen können. Andere Nutzer können gezielt nach Personen mit dem gleichen Musikgeschmack suchen – eine Anwendung mit sehr viel Potenzial. Im Fall von Single.de werden Amazon.de-Medienprodukte als Tags verwendet. Zudem bekommen durch diese Produkttags die Nutzerbeschreibungen mehr Profil.
Es gibt viele Entwickler, die auf Basis von Web Services einfach Online-Shop-Anwendungen gebaut haben. Im Bereich Widgets gibt es ebenfalls sehr interessante Ansätze, die von Amazon.de Partnern über die Amazon Webservices erstellt wurden. Ein erst kürzlich erstelltes Amazon.de-Widget Beispiel ist von LabPixies.
Ich würde aber beim Thema Widgets gar nicht nur auf externe Applikationen schauen. In meiner Auffassung eines Widgets sind die Self-Optimizing-Links ein Paradebeispiel für ein Widget: Nutzer können die Self-Optimizing-Links beinahe beliebig an das Look & Feel ihrer Website und Blogs anpassen. Die Self-Optimizing-Links zielen damit nicht mehr nur auf traditionelle Bannerplätze ab, sondern eignen sich besonders gut auch dazu, die Produkte im Content einer Website zu platzieren.
Dabei stellen die angezeigten Produkte dann keineswegs mehr nur Bannerwerbung dar, sondern weiterführende Inhalte im Sinne von Produktinformationen (Produktabbildung, Produkttitel, ständig aktualisierte Preise). Diese Art der Einbindung empfiehlt sich natürlich vor allem für Websites die produktnah sind (z.B. Blogs rund um Produktneuheiten, Seiten mit Produktreviews, etc).
In den USA hat Amazon bereits eine Fülle von Social Commerce Aktivitäten gestartet, u.a. "Your Media Library". Planen Sie etwas Ähnliches auch für Deutschland?
Amazon bietet schon von Anfang an Social Commerce Aktivitäten – die Kundenrezensionen. Jeder der Millionen Kunden kann bei Amazon.de seine Meinung zu einem Produkt, egal ob Buch, CD, DVD oder ein Brettspiel oder Sportartikel, einstellen. Diese Rezensionen werden von anderen Kunden bewertet.
Unter www.amazon.de/top-rezensenten können Sie die Kunden sehen, die die meisten Rezensionen geschrieben haben und die am positivsten von anderen Kunden bewertet werden. Darüber hinaus können Kunden bei Amazon.de auch Lieblingslisten zu selbst gewählten Themen wie etwa „Meine Lieblingsbücher für die lange Zugfahrt“ einstellen.
In den USA können über Amazon.com inzwischen bereits Autoren mit ihren Lesern in Kontakt treten.
Wie wichtig sind im Rahmen Ihrer Affiliate-Strategie externe Anwendungen auf Basis der Amazon-API?
Es gibt selbstverständlich auch einen steigenden Bedarf an Partnern, die eigene Applikationen entwickeln möchten. Hierfür bieten wir die Amazon Ecommerce Services (ECS) an (www.amazon.de/webservices).
Mit den Amazon Ecommerce Services können unsere Partner auf eine Vielzahl unsere Katalogdaten (wie Produktinformationen, Reviews, etc.) und auch auf Funktionalitäten der Amazon Website (wie Anzeige von ähnlichen Artikeln, Warenkorbfunktionalität auf der Website des Partners, etc) zugreifen.
Wir bieten Website-Betreibern mit Web Services 4.0 die Möglichkeit, individuell für ihre Bedürfnisse und Zielsetzungen Anwendungen zu entwickeln und neue attraktive Features in ihrer Website zu integrieren oder eigene E-Commerce-Lösungen zu entwickeln.
Ein Beispiel aus den USA ist ScanBuy, die eine mobile Shopping-Technologie entwickelt haben, die es ermöglicht, Kamera-Handys als Barcode-Scanner zu benutzen und Nutzern den Zugang zu Informationen wie Preisvergleichen vereinfacht.
Verfolgt Amazon im Rahmen seines Partnerprogramms eine explizite Web 2.0 Strategie?
Unsere Strategie ist es, Nutzern die Einbindung unserer Produkte so einfach wie möglich zu machen und ihnen Tools an die Hand zu geben, mit denen sie für ihre Bedürfnisse Anwendungen entwickeln können.
Amazon ist ein klassischer Long Tail Anbieter: In welchen Long Tail Bereichen sehen Sie sich am stärksten?
Wir haben als Onlinehändler eine unbegrenzte Präsentationsfläche. Deshalb ist es unser Ziel unseren Kunden alles anzubieten, was sie online kaufen möchten.
Dabei reicht das Produktangebot in Deutschland von Büchern zum Thema Fliegenfischen, Katzenkratzbäumen und Hundebetten bis hin zu Kinderschlafsäcken mit Giraffenmotiv im neuen Shop Sport & Freizeit.
Der Vorteil bei Amazon.de ist, dass wir Millionen von Produkten anbieten und der Partner dann eine Auswahl treffen kann, welche Produkte am besten zu seiner Zielgruppe passen. Neben Amazon.de bieten auch tausende von Drittanbietern ihre Produkte auf der Website von Amazon.de an.
Frühere Beiträge zum Thema:





Hi, der Link zu Robert funzt nicht. Muste noch mal ran und mein Ping scheint nicht anzukommen... cheers
Kommentiert von: Michael Jung | 14. August 06 um 17:08 Uhr