Einen der inspirierendsten Vorträge beim Next 10 Years Kongress hielt Malte Blumenthal von den SinnerSchrader Studios. Er war einer der wenigen, die mit einer klaren Botschaft aufwarten konnten, mit der nicht nur Web 2.0 Jünger, sondern auch klassische Unternehmen etwas anfangen können.
Blumenthals These in einem Satz: Im Web 2.0 sind wir alle Service-Anbieter.
Unternehmen (als Beispiel führte er die deutsche Post an) müssten sich von dem Gedanken lösen, dass sich Kunden für ihr Gesamtunternehmen interessieren. Heutige Websites sind meist noch sehr unternehmenszentriert aufgebaut.
Was Kunden stattdessen interessiert, sind einzelne, relevante Services. Bestes Beispiel: Google mit seinen zahlreichen (unabhängigen) News, Info-, Such- und Shoppingservices und entsprechend fokussierten Onlineseiten. Klassische Unternehmen müssten sich überlegen, wie sie aus ihrem bestehenden Angebot maßgeschneiderte Services entwickeln und diese online präsentieren können.
Doch das Denken in Services fällt vielen Unternehmen schwer, da sie oft noch in Produktlinien, Unternehmensbereichen, etc. strukturiert sind.
Relevante Community-Services gesucht
"Wir sind alle Service-Anbieter" ist eine der Aussagen des Next 10 Years Kongresses, die zum Weiterdenken anregen.
Die Experten erwarten, dass sich die Märkte weiter zersplittern. Unternehmen, die sich also heute noch auf wenige Massenmärkte stützen können, müssen künftig eine Vielzahl (Tausende? Millionen?) von sehr unterschiedlichen Nischen, Szenen und Communities bedienen können.
Allgemeiner formuliert könnte die Zukunftsfrage also auch lauten: Wie kann ich als Unternehmen Services anbieten, die für möglichst viele Communities relevant sind?
Interessant, wenn man so manchen der in Hamburg vorgestellten Web 2.0 Dienste unter diesem Blickwinkel betrachtet. Dann erkennt man erhebliche Unterschiede zwischen Skype und Qype, zwischen Spreadshirt und Open BC.
Während Dienste wie Skype oder Spreadshirt universell für unendlich viele Communities einsetzbar sind, sind die Möglichkeiten für Dienste wie Qype oder Open BC doch eher beschränkt.
Eine aktive Community aufzubauen und zu entwickeln, ist sicherlich eine der Schlüsselkompetenzen für Web 2.0 Unternehmen, letztlich aber nicht mehr als die Pflichtübung.
Die wirklichen Gewinner werden (die wenigen) Unternehmen sein, die sich darüber hinaus als universelle Community-Dienstleister etablieren können.





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